Ein Hoffnungsschimmer für den Euro
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 30.06.2010
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Im Laufe des Tages hat sich heute der Euro gegenüber dem Franken leicht erholt. Auf fast 1.329 ist die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Franken angestiegen. Auch die Aktien der europäischen Banken sind – gemessen am entsprechenden Branchenindes von Euro-Stoxx – um mehr als 2 Prozent angestiegen. Die Schweizer Grossbanken konnten zwischenzeitlich ebenfalls zulegen, allerdings nicht in einem vergleichbaren Ausmass: Mittlerweile verliert der Euro bereits wieder einen grossen Teil dessen, was er tagsüber an Wert gewonnen hat: Aktuell notiert er bei rund 1.321.
Der Grund für die zwischenzeitliche Beruhigung an den Märkten ist die Nachricht, dass die Europäischen Banken heute weniger an neuen kurzfristigen Geldern bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgenommen haben, als an den Märkten gemeinhin erwartet worden war.
Drohende Rückzahlung am Donnerstag
Der wichtigste Grund für den Wertzerfall des Euro und der Bankentitel der letzten Tage war, dass die Banken morgen Donnerstag insgesamt 442 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen müssen, die sie sich vor einem Jahr von ihr ausgeliehen hatten. Angesichts der vielen Gerüchte über eine desolate Lage der Banken war daher die Befürchtung gross, das dies die Liquiditätsnot bei den Finanzinstituten drastisch verschärfen könnte. Besonders Banken aus Spanien haben die EZB bereits dafür kritisiert, dass sie am Rückzahlungstermin festhält.
Zur Entspannung der Liquiditätsposition der Banken bietet die EZB allerdings weiterhin kurzfristige Gelder an, das heisst Kredite mit einer Laufzeit von drei Monaten. Wie stark diese Gelder in Anspruch genommen werden, gibt daher einen Hinweis darauf, wie dramatisch die Lage der Banken wirklich ist. Hätten die Banken nun im vollen Ausmass der morgen fälligen Rückzahlung von 422 Milliarden neue Gelder aufnehmen wollen, hätte das auf eine äusserst dramatische Finanzlage hingewiesen. Tatsächlich haben die Banken heute nur knapp 132 Milliarden Euro aufgenommen. Darum auch die relative Beruhigung auf den Währungs- und Aktienmärkten.
Die grundlegenden Ängste bleiben
Wie die bereits wieder erfolgte Korrektur des Euro zeigt, bedeutet die Botschaft keine echte Entspannung. Wie der «Alphaville»-Blog der «Financial Times» anmerkt, verschleiert die geringe neu aufgenommene Summe auch die Diskrepanzen zwischen den Banken. Einige waren wohl weit dringender auf die neuen Mittel angewiesen als andere. Das Hauptproblem bei den europäischen Banken ist schliesslich nicht ihre schlimme Lage, sondern die Unkenntnis darüber, welches Institut wie stark gefährdet ist. Auch so lange nicht klar ist, wie weit die Europäische Zentralbank geht, um das Finanzsystem zu stabilisieren und wie lange sie weiterhin finanziell gefährdete Staaten über den Kauf von Staatsanleihen mit Notenbankgeld stützt, hält der Druck auf den Euro weiter an. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.06.2010, 18:18 Uhr
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