ETH prognostiziert «Krebsgang» für die Schweizer Wirtschaft
Aktualisiert am 16.12.2011 9 Kommentare
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Die Experten der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) sagen der Schweizer Wirtschaft ein 2012 «im Krebsgang» voraus.
Nach rückläufigem Wachstum im laufenden Winter werde das Bruttoinlandprodukt (BIP) 2012 bei 0,2 Prozent stagnieren. Im Herbst war die KOF noch von einem 1,5-Prozent-Wachstum ausgegangen.
Leichte Rezession
In den beiden Winterquartalen, dem 4. Quartal 2011 sowie dem 1.Quartal 2012, werde die Schweiz mit zwei aufeinanderfolgenden negativen BIP-Wachstumsraten gar in eine leichte Rezession abgleiten, teilte die KOF am Freitag anlässlich ihrer Winterprognose in einem Communiqué mit.
Kaum Impulse kämen derzeit vom Aussenhandel: Die Exporte hielten dem Druck des starken Frankens sowie der nachlassenden Auslandsnachfrage nicht mehr stand, urteilt die KOF. Stark betroffen sei unter anderen auch die Tourismusindustrie.
Die Arbeitslosigkeit werde ausserdem wieder zunehmen. Bis zum 2. Quartal 2012 rechnet die KOF mit einem Verlust von 13'000 Stellen, die darauffolgende Erholung am Arbeitsmarkt falle bescheiden aus. Im Jahresdurchschnitt 2012 werde die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent liegen.
Für das laufende Jahr korrigiert die KOF ihre BIP-Prognose von 2,3 auf 1,8 Prozent.
Keine Anhebung der Eurogrenze
Die Experten der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) widersprechen Wirtschaftsverbänden, die eine Eurountergrenze von mindestens 1,30 Franken fordern. Dies sei keine Lösung für die aktuellen Wachstumsprobleme der Schweizer Wirtschaft.
Eine weitere Hebelung der Untergrenze könnte angesichts der Unsicherheiten im Euroraum massive Interventionen an den Devisenmärkten notwendig machen, urteilen die KOF-Ökonomen. Dies bringe entsprechende Risiken für die längerfristige Teuerungsentwicklung mit sich.
Da es sich bei der Krise im Euroraum um ein strukturelles Problem handle, seien konjunkturpolitische Massnahmen wenig erfolgversprechend. Damit stellt sich die KOF gegen die Meinung von zahlreichen Exponenten aus Schweizer Wirtschaft und Politik, die zuletzt eine Anhebung der Eurountergrenze insbesondere zwecks Stärkung der Exportwirtschaft gefordert hatten.
Sorgen macht den KOF-Experten vor allem eine mögliche weitere Verschärfung der europäischen Schuldenkrise. Eine solche würde den Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken weiter verstärken und die rezessive Phase des schweizerischen Bruttoinlandprodukts (BIP) verlängern. (mrs/sda)
Erstellt: 16.12.2011, 13:07 Uhr
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9 Kommentare
Die härteren neuen Arbeitslosengesetze werden dafür sorgen dass sich dieser Rückgang nicht sofort in der Arbeitslosenstatistik findet. Menschen werden schneller ausgesteuert, Behinderte wie üblich noch schlechter gestellt. Der neue Ständerat muss das Steuer herumwerfen, ansonsten verliert er an Glaubwürdigkeit bevor er richtig mit regieren begonnen hat. Die Zeit des Einschleimens b. SVP läuft ab. Antworten
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