Wirtschaft

Die versteckten Risiken der Immobilienmärkte

Eine Berechnung des korrekten Immobilienwerts zeigt, dass die Preise vielerorts noch immer zu hoch sind. Darum werden sie weiter fallen. Die Schweizer Immobilien sind dagegen zu billig.

1/5 USA
In den USA sind sind die Preise je nach Index der Hauspreise entweder bereits 3,3 Prozent unterbewertet oder noch immer 14 Prozent überbewertet. Im Bild ein zum Verkauf stehendes Haus in Thousand Oaks, Kalifornien.

   

Artikel zum Thema

Stichworte

Der «faire» Wert von Immobilien

Die Zeitschrift «The Economist» hat sich für ihre korrekte Bewertung von Immobilienmärkten am Kurs-Gewinn-Verhältnis (Price-Earnings-Ratio) an den Aktienmärkten orientiert. Als fairer Wert gilt danach, wenn das Verhältnis des Aktienkurses zum Gewinn pro Aktie dem langfristigen Durchschnitt entspricht. Der «Economist» hat dagegen das Verhältnis der Immobilien zu den Mieteinahmen herangezogen und auch hier wieder den langfristigen Durchschnitt dieses Wertes in jedem Land berechnet. Die Mieteinnahmen stehen für den Gewinn, den Immobilen abwerfen können.

Wie sich die Immobilienpreise entwickeln, ist nicht nur für Hausbesitzer von Bedeutung. Wenn sie kräftig ausschlagen, ist davon die ganze Wirtschaftsentwicklung betroffen. Der Einsturz der Immobilienpreise in den USA stand am Anfang der aktuellen Finanzkrise. In Asien geht bereits die Angst vor einer Blase an den Immobilienmärkten um. Wenn die Hauspreise in den USA weiter fallen, steigt die Schuld der mit Hypotheken überladenen Konsumenten weiter und die Banken müssen weitere Abschreiber vornehmen. Darunter würde die ganze Weltwirtschaft leiden. Dasselbe gilt, wenn eine Immobilienblase in Asien platzen würde. Immerhin ruht auf den Volkswirtschaften dieser Region – allen voran auf jener Chinas – die ganze Hoffnung für ein Entkommen aus der Krise.

Um die künftige Preisentwicklung der Immobilien einschätzen zu können, müsste man wissen, welche Preise als fundamental korrekt gelten. Das britische Wirtschaftsmagazin «The Economist» hat eine Methode entwickelt, um die «faire» Bewertung von Immobilienmärkten einschätzen zu können. Es hat sich dabei an einer Methode orientiert, die an den Aktienmärkten angewendet wird (siehe Box).

Keine Übertreibungen mehr an den US-Immobilienmärkten

Das Resultat für die USA macht Hoffnung, ist allerdings nicht ganz eindeutig. Wird für die Beurteilung der Preise auf den sogenannten «Case-Shiller-Index» zurückgegriffen, dann ist der US-Immobilienmarkt mittlerweile bereits 3 Prozent zu tief bewertet. Greift man dagegen auf andere Datenquellen zurück, verbleibt noch immer eine Überbewertung von 3 bis 14 Prozent. Leider ist selbst dann noch kein Ende des Preissturzes in den USA zu erwarten, wenn die Immobilien bereits unterbewertet sind. Denn nach einer geplatzten Blase tendieren die Preise zumindest anfänglich dazu, deutlich zu unterschiessen. Immerhin hat sich der Preissturz in den USA im letzten Jahr schon deutlich abgeschwächt, über die letzten Monate betrug er nur noch 6,4 Prozent, zuvor fielen die Preise dreimal so stark.

Keine Preisblase in China – dafür in Hong Kong

Hoffnung macht auch das Resultat zu den asiatischen Märkten. China, wo immer wieder eine Preisblase vermutet wird, ist gemäss den Berechungen des «Economist» mit nur 2,2 Prozent nur marginal überbewertet. Anders sieht es in Hong Kong aus. Dort sind die Preise um 52,9 Prozent zu hoch. Schlimmer kommt nur noch Spanien weg, das in Europa besonders stark unter einer geplatzten Immobilienblase leidet. Die Preise dort sind je nach den betrachteten Daten noch immer zwischen 24 und 55 Prozent zu hoch.

Billige Immobilien in der Schweiz

Ganz anders sieht es in der Schweiz aus: Hier sind die Immobilienmärkte sogar unterbewertet – um 9 Prozent. Ähnliches zeigt sich in Deutschland, wo die Preise 15,2 Prozent zu tief liegen. Mit 33,7 Prozent die tiefste Unterbewertung zeigt sich allerdings im nach wie vor krisengeschüttelten Japan. Allen drei Ländern ist gemeinsam, dass sich an ihren Immobilienmärkten im Vorfeld der Weltwirtschaftskrise keine Übertreibungen gezeigt haben. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.01.2010, 13:22 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...

Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.