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«Die Zuwanderung ist der Haupthebel»

Interview: Markus Diem Meier. Aktualisiert am 17.06.2010 37 Kommentare

Die Nationalbank warnt vor einer Immobilienblase in der Schweiz. Im Gespräch mit Bernerzeitung.ch/Newsnet erklärt Experte Donato Scognamiglio die Risiken auf dem Häusermarkt.

Donato Scognamiglio

Donato Scognamiglio ist Geschäftsführer des Immobilienberatungs- und Analyseunternehmens IAZI und Professor für Immobilien am Institut für Finanzmanagement an der Universität Bern.

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Im Videointerview mit Bernerzeitung.ch/Newsnet am Rande einer Veranstaltung des Immobilienvermittlers «ERA Suisse» nimmt Donato Scognamiglio (siehe links) Stellung zur Sorge der Nationalbank, auf dem Schweizer Markt bestünde die Gefahr einer Blase. Der Fachmann beruhigt: Aufs ganze Land bezogen würden die Preise nicht mehr so steil ansteigen, wie während der letzten zehn Jahre: «Die Party ist vorbei, wir sehen jetzt einen Seitwärtstrend.» Risiken sind laut dem Professor vor allem regional vorhanden: Als Beispiel nennt er Genf, wo die Preise jährlich um 10 Prozent angestiegen sind.

«Die Zuwanderung ist der Haupthebel», sagt Scognamiglio auf die Frage, welcher Faktor die Preise am meisten treibt. Grosse Bedeutung hat allerdings auch das tiefe Zinsniveau: «Die Zinsen sind zu tief», hält der Finanzprofessor fest. Das führe dazu, dass nun immer mehr Leute nicht mehr nur eines, sondern sogar ein zweites Einfamilienhaus finanzieren wollen: «Es werden Projekte eingegangen, die man besser nicht eingehen würde.»

«Immobilien kaufen und Heiraten machen Spass»

Ausweichend beantwortet der Experte die Frage, ob er jetzt angesichts der tiefen Zinsen Immobilienkäufe empfehlen würde: «Ein Immobilienkauf ist ein emotionaler Entscheid – wie das Heiraten. Heiraten rentiert per se nicht, macht aber dennoch Spass.»

Risiken sieht Scognamiglio vor allem bei der Verschuldungssituation der Privathaushalte: «Es gibt sehr viele Leute, die über ihren Verhältnissen leben». Das zeige sich auch, wenn man das Wachstum der Hypothekarkredite betrachtet. Wenn das Zinsniveau wieder ansteigt, könne durchaus für einige Leute eine Zeitbombe ticken, allerdings nicht für das Gros der Leute.

«Glücklich, wer schon in Immobilien investiert hat»

Auf Seiten der Banken sieht der Professor dagegen kein Risiko, dass sich eine Immobilienkrise wie zu Beginn der 90er-Jahre wiederholen könnte: «Wir stehen nicht vor dem Abgrund.» Dennoch beobachtet er einen ansteigenden Konkurrenzdruck zwischen den Banken: «Hypotheken sind fast zu einem Konsumgut geworden.» Dumpingpreise würden Banken allerdings bloss in Einzelfällen anbieten, ein generelles Businessmodell sei das nicht.

Abschliessend geht Donato Scognamiglio auch auf die Frage ein, ob sich Immobilien als Anlageobjekte lohnen – vor allem als Inflationsschutz werden sie oft genannt: «Wer schon entsprechend investiert hat, kann sich glücklich schätzen», sagt dazu der Professor. Weniger glücklich sei allerdings, wer erst einsteigen will, denn das sei jetzt bereits ziemlich teuer. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.06.2010, 11:51 Uhr

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37 Kommentare

Markus König

17.06.2010, 11:29 Uhr
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@R. Moser: ich frage lieber nicht, wie diese Reduktion erreicht werden soll. Antworten


Roland Moser

17.06.2010, 11:20 Uhr
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Die Biokapazität der Schweiz ist um mindestens 35 % überschritten. D.h. in der Schweiz leben 2 bis 3 Millionen Menschen zuviel. Da über kurz oder lang die Bevölkerung in der CH auf in ökologisch vernünftiges Mass reduziert werden muss(!), wird dannzumals auch heute zubetonierter Boden wieder in Landwirtschaftsland umgewandelt werden. Die Immobilienblase existiert also schon lange. Antworten



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