Die Welt des Oswald Grübel gibt es nicht mehr
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 24.08.2011 70 Kommentare
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Artikel zum Thema
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Eine Welt des schrumpfenden Bankings ist nicht die Welt des Oswald Grübel. Gestern hat die UBS, (UBSN 11.15 -0.89%) deren CEO er ist, einen Abbau von 3500 Stellen weltweit bekannt gegeben. Und die UBS steht damit nicht alleine da: Einen Abbau von insgesamt 40’000 Jobs haben europäische Banken allein innerhalb des letzten Monats bekannt gegeben, wie die Agentur Bloomberg gerechnet hat. Auch die Lokalkonkurrentin Credit Suisse hatte den geplanten Abbau von rund 2000 Stellen vermeldet.
Es ist nicht das erste Mal, dass Oswald Grübel solche Abbaubeschlüsse gefasst hat. Schon als er noch gemeinsam mit dem Amerikaner John Mack die Credit Suisse leitete, verordnete er der damals kriselnden Bank ein hartes Sparprogramm, ebenfalls verbunden mit einem drastischen Jobabbau. Aber das waren andere Zeiten. Das Problem der damaligen Credit Suisse war hausgemacht, das Bankgeschäft der damaligen Zeit stand nicht grundsätzlich zur Debatte, die Zukunft erschien für Banker und Banken leuchtend. Die Probleme waren für Oswald Grübel vor allem eine Herausforderung, die er dann aus Sicht der Bank selbst bestens gemeistert hat.
Management-Talent reicht nicht mehr
Und mit demselben Anspruch ist er auch bei der UBS angetreten. Nur dass diesmal die Bedingungen ganz andere sind. Der gestern verkündete Stellenabbau steht nicht mehr für ein spezifisches Problem der UBS, sondern für einen grundlegenden Wandel, dem die ganze Branche unterworfen ist. Auch mit immens viel Management-Talent wird die UBS nie wieder dort sein, wo sie vor der Krise war. Die Aktienkurse werden nicht mehr die alten Höhen erreichen und auch der Stellenschwund ist kein vorübergehendes Phänomen.
Oswald Grübel hat sich lange geweigert, die neuen Realitäten anzuerkennen: Die Gewinnziele, die er der Bank noch vor kurzem verordnet hat – 15 Milliarden jährlich ab 2014 – setzten auf Bedingungen für die Finanzindustrie, wie sie noch vor der Krise vorgeherrscht haben. Die Regulierungen, die als Folge der Finanzkrise die ganze Industrie in ihrem Risikoverhalten einschränken wollen, sind für den UBS-Chef kaum zu schlucken. In der Schweiz stellt er sich – anders als Brady Dougan, sein Kollege bei der Credit Suisse – fast bei jeder Gelegenheit gegen die verschärften Kapitalvorschriften und ihre konkrete Ausgestaltung. Selbst die britische Regierung hat er bereits ermahnt, die härtere Regulierung der Finanzbranche könnte dort zu Absatzbewegungen in weniger regulierte Länder führen.
Der Faktor Axel Weber
Selbst als die erreichten Gewinnzahlen der Bank anlässlich des Halbjahresberichts deutlich gemacht haben, dass das Ziel 15 Milliarden nicht zu erreichen ist, hat Oswald Grübel dieses nicht etwa aufgegeben, sondern bloss verschoben. Der Absturz der UBS-Aktie während seiner Zeit als Chef muss die Händlernatur Grübel besonders wurmen. Dass das weniger auf seine Führungsleistung zurückgeht als auf die Entwicklung der Branche generell, ist nichts, womit sich ein Oswald Grübel trösten kann.
Das alles deutet allein schon darauf hin, dass die Zeit von Oswald Grübel bei der UBS sich dem Ende zuneigt. Er soll selbst schon einmal gesagt haben, dass er sich einen siebzigjährigen Konzernchef nicht vorstellen könne. Im Jahr 2013 erreicht er dieses Alter. Ein weiterer Hinweis ist der Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats, wo der einstige Chef der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, den einstigen Bundesrat Kaspar Villiger ablöst. Während die Rolle von Villiger – der mit der Finanzbranche kaum vertraut war – sich vor allem darauf beschränkt hat, Grübel den Rücken gegenüber der Politik freizuhalten, ist klar, dass Axel Weber mehr Einfluss auf die Bank nehmen will.
Kronfavorit Sergio Ermotti
Offenbar hat man bei der UBS die Personalplanung bereits an die Hand genommen. Als Kronfavorit für die Nachfolge Grübels gilt Sergio Ermotti. Der Tessiner hat seine Karriere wie auch Grübel einst mit einer Banklehre gestartet, hat dann aber die ganze Karriereleiter bei anderen Banken durchlaufen: So war er in Spitzenfunktionen im Investmentbanking der US-Bank Merrill Lynch oder bei der italienischen Unicredit tätig, bis ihn Oswald Grübel in diesem Frühjahr zur UBS geholt und zum Leiter der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika ernannt hat.
Trotz der Favoritenrolle von Ermotti werden weiterhin auch anderen Vertretern aus dem UBS-Management Chancen auf die Nachfolge Grübels eingeräumt, zum Beispiel dem Deutschen Carsten Kengeter, der aktuell das Investmentbanking leitet, dem Leiter des Vermögensverwaltungsgeschäfts, Jürg Zeltner, oder Lukas Gähwiler, dem Chef des Schweizer Geschäfts. Genannt wurde auch der einstige UBS-Mann Mark Branson, der jetzt eine leitende Stellung bei der Aufsichtsbehörde Finma einnimmt (siehe Bildstrecke). (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.08.2011, 15:30 Uhr
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70 Kommentare
Hat wirklich jemand das Gefühl, dass Herr Grübel es nötig gehabt hätte, der UBS als CEO vorzustehen? Er hat dies mit innerer Ueberzeugung gemacht für den Finanzplatz und für die Schweiz. Seid doch froh, dass es Menschen gibt, die viel verdienen. Die konsumieren mehr, zahlen mehr Steuern usw usw. Und euch da draussen geht es allen besser. Und übrigens: Neid ist die beste Anerkennung, ihr Jammerer Antworten
Bank + Finanzsektor war in westlichen Ländern seit Jahrzehnten massiv überbezahlt.. Produziert haben diese Leute nichts,dafür haben Sie gezockt u abgesahnt u die Probleme auf Steuerzahler abgewälzt .. Ist eigentlich absurd, dass Banker viel mehr als produktivere Berufe wie Ingenieure oder Chemiker verdienen.Löhne in Finazsektor müssen darum überall massiv gekürzt werden (auch in Chefetagen) Antworten
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