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Die Welt blickt gebannt auf Bernanke

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 26.08.2011 23 Kommentare

Mit Spannung wird heute die Rede des US-Notenbankpräsidenten erwartet. Für Ben Bernanke geht es vor allem um eines: Das Schlimmste zu verhindern.

Zu erwarten ist eine «Blut, Schweiss und Tränen»-Rede: Ben Bernanke.

Zu erwarten ist eine «Blut, Schweiss und Tränen»-Rede: Ben Bernanke.

So berichtet Bernerzeitung.ch/Newsnet

Der US-Notenbankpräsident tritt voraussichtlich gegen 16 Uhr Schweizer Zeit in Jackson Hole, Wyoming, vor die Medien. Wir berichten live von seiner Rede.

Es folgen eine Einordnung von Bernankes Auftritt, ein Blick auf die Börsen und auf die Währungsmärkte.

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Heute um 16 Uhr Schweizer Zeit tritt Ben Bernanke in Jackson Hole, Wyoming, vor die Medien. Dabei sind alle Augen auf den Präsidenten des Fed gerichtet. Allein das ist ein schlechtes Omen. Wenn das Schicksal der Weltwirtschaft in den Händen der US-Notenbank liegt, dann ist es schlecht um sie bestellt. Es ist auch nicht zu erwarten, dass Bernanke wie letztes Jahr ein Kaninchen aus dem Hut zaubern wird. Damals hat er das QE2 vorgestellt und damit an den Börsen ein Freudenfeuer entfacht. Diesmal ist eine «Blut, Schweiss und Tränen»-Rede mit Appell an den Durchhaltewillen wahrscheinlicher. Bernankes Spielraum ist inzwischen stark eingeschränkt.

Die amerikanische Wirtschaft befindet sich am Rande eines neuen Absturzes in eine Rezession. Das ist nicht verwunderlich. Technisch gesehen befindet sie sich in einer sogenannten «Balance Sheet Recession». Das bedeutet: Privathaushalte und/oder Unternehmen sind so verschuldet (in den USA sind es vor allem die Haushalte), dass sie primär damit beschäftigt sind, ihre Schulden abzubauen. Ein solches «Deleveraging» ist nach dem Platzen einer Blase üblich und dauert lange und schmerzhafte Jahre. Das haben Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff in ihrem Buch «This Time Is Different» eindrücklich nachgewiesen.

Riesige Nachfragelücke

In einer «Balance Sheet Recession» geht es vor allem darum, dass Schlimmste zu verhindern, nämlich das Abschmieren der Wirtschaft in eine Depression. Staat und Notenbank sind dabei gleichermassen gefordert. Sie müssen dafür sorgen, dass die riesige Nachfragelücke temporär ausgefüllt wird, damit eine tödliche Deflationsspirale vermieden werden kann. Der Staat kann dies mit Steuersenkungen und Konjunkturprogrammen machen, die Notenbank mit billigem Geld.

Mit dem Quantitative Easing 2 hat Bernanke vor Jahresfrist diese Aufgabe kurzfristig erfüllen können. Zuvor hatte die Regierung von Präsident Barack Obama mit einer 800-Milliarden-Konjunkturspritze den Absturz verhindert. Beide Optionen sind heute nicht mehr da: Das QE2 hat nicht zu einem dauerhaften Aufschwung geführt, das Wachstum der Wirtschaft ist praktisch zum Erliegen gekommen. Ein neues Konjunkturprogramm ist politisch unmöglich geworden. In Washington herrscht die «silly season».

Obwohl das Fed, wie die Schweizerische Notenbank, unabhängig von der Politik ist, zeigt der politische Wahnsinn Wirkung. Die neue Hoffnung der Republikaner, der texanische Gouverneur Rick Perry, hat Bernanke bereits «Verrat» vorgeworfen und ihm Prügel angedroht, sollte er ein QE3 ins Auge fassen. In der Schweiz ist es mittlerweile zwischen Politik und Notenbank im sich abzeichnenden «Währungskrieg» (Blocher) zu einem Schulterschluss gekommen oder zumindest zu einem Waffenstillstand. Davon kann Bernanke bloss träumen. Deshalb ist die Gefahr eines Double Dip sehr gross geworden.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.08.2011, 11:25 Uhr

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23 Kommentare

Roland Tschäppeler

26.08.2011, 11:44 Uhr
Melden 14 Empfehlung

das schlimmste verhindern???? das ist wohl nicht mehr möglich, denn es ist schon im vollen gang Antworten


Kurt Aegeri

26.08.2011, 12:48 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Das Schlimmste, das die USA zur Zeit lahmlegt, sind all jene Republikaner und Tea-Party-Irrläufer, welche mit fundamentalistischem Überbau das ganze Land in die Knie zwingen und die Schuld daran dann den Demokraten geben. Die USA hat sich in diesem Punkt stark an den Irak angenähert. Man könnte auch Israel ins Feld führen. Religiöser Fanatismus ist Gift für Mensch, Land und Wirtschaft. Antworten



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