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Die Schweiz ist auf dem Weg aus der Rezession

Aktualisiert am 19.11.2009

Die Schweizer Wirtschaft ist im Urteil der OECD auf dem Weg aus der Rezession und dürfte in den nächsten beiden Jahren rascher wachsen, als erwartet. Die Arbeitslosigkeit bleibt aber hoch.

Auf dem Weg aus der Rezession: Einkaufsbummel in Basel.

Auf dem Weg aus der Rezession: Einkaufsbummel in Basel. (Bild: Keystone)

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Im Einklang mit den meisten Konjunkturexperten hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Prognosen für die Schweiz deutlich nach oben revidiert. Im laufenden Jahr dürfte gemäss dem am Donnerstag veröffentlichten Ausblick das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) noch um 1,9 Prozent sinken, verglichen mit einem im Juni vorausgesagten Minus von 2,7 Prozent. Im dritten Quartal könnte das BIP wegen des Lagerabbaus zwar noch im negativen Bereich verharren, um die Jahreswende sei aber wieder mit einem positiven Wachstum zu rechnen.

Für 2010 sagt die OECD der Schweiz ein Wachstum von 0,9 Prozent voraus, nachdem im Juni noch ein weiteres Rezessionsjahr mit einem Minus von 0,2 Prozent befürchtet worden war. 2011 sollte das Wachstum auf 1,9 Prozent steigen.

Arbeitslosenquote steigt

Der Aufschwung wird nach Voraussage der Pariser Institution ähnlich wie im Euroraum aber von einer hohen Arbeitslosigkeit begleitet sein. Die Arbeitslosenquote - sie wird anders definiert als vom Seco - dürfte von 4,3 Prozent im laufenden Jahr auf Werte von 4,9 und 4,8 in den nächsten beiden Jahren steigen. Teuerungsgefahren sind im Urteil der OECD hingegen nicht in Sicht. Nach einer Minusteuerung von 0,6 Prozent in diesem Jahr werden für 2010 und 2011 leicht positive Inflationsraten von 0,6 und 0,4 Prozent erwartet.

Die Schweizerische Nationalbank dürfte ihre expansive Politik wahrscheinlich fortsetzen, indem sie den Leitzins 2010 in der Nähe von Null steuern und gegebenenfalls auf den Devisenmärkten intervenieren werde, um eine Aufwertung des Frankens zu verhindern.

Fiskalische Impulse aufrechterhalten

Wenn die Erholung Tritt gefasst habe, müssten die geldpolitischen Impulse aber entzogen werden. Dabei sei allerdings darauf zu achten, dass keine Deflationsrisiken entstünden. Die fiskalischen Impulse sollten 2010 noch aufrechterhalten werden. Ab 2011 seien zur Einhaltung der Haushaltsregeln aber Ausgabenkürzungen zu identifizieren. Mit diesen wirtschaftspolitischen Empfehlungen rennt die OECD bei Bund und Nationalbank offene Türen ein.

Im Vergleich zur Juni-Prognose deutlich aufgehellt hat sich auch der Ausblick für den gesamten OECD-Raum. Die 30 wichtigsten Industriestaaten müssen demnach 2009 noch mit einer Schrumpfung des BIP um 3,5 Prozent rechnen. 2010 wird aber bereits ein Wachstum von 1,9 Prozent erwartet oder mehr als doppelt so viel, wie noch im Juni vorausgesagt. 2011 sollte sich das Wachstum auf 2,5 Prozent verstärken. In der Eurozone wird sich das Wachstum ungefähr im Gleichschritt zur Schweiz entwickeln, aber bei mehr als doppelt so hoher Arbeitslosigkeit. Die Krise ist nach den Worten des OECD-Ökonomen Jörgen Elmeskov erst dann überwunden, wenn der schrittweise Ausstieg aus den staatlichen Hilfspaketen gelungen ist und ein gesundes Wachstum bei tieferer Arbeitslosigkeit erreicht wird. (etr/ap)

Erstellt: 19.11.2009, 12:21 Uhr

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