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Die Früchte des Zorns

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 12.10.2011 61 Kommentare

Viele Amerikaner müssen wegen der Krise dramatische Lohneinbussen verkraften. Trotzdem hat US-Präsident Barack Obama im Kampf um seinen Job-Plan die erste Runde verloren.

US-Präsident Barack Obama ist mit seinem Job-Plan vorerst abgeblitzt: Obama beantwortet bei einer Pressekonferenz am 6. Oktober 2011 Fragen zu seinen Arbeitsmarktplänen.

US-Präsident Barack Obama ist mit seinem Job-Plan vorerst abgeblitzt: Obama beantwortet bei einer Pressekonferenz am 6. Oktober 2011 Fragen zu seinen Arbeitsmarktplänen.
Bild: Keystone

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US-Präsident Barack Obama will nicht mehr länger den Kompromiss suchenden «Mr. nice guy» spielen. Er bezeichnet die wirtschaftliche Situation der Vereinigten Staaten nun als «Notfall». Er greift die Republikaner frontal an und hat einen konkreten Plan zur Schaffung neuer Jobs vorgelegt: Mit einer Mischung aus Steuererleichterungen für Arbeitnehmer, Investitionen in Infrastruktur und Schulen sowie einer Verlängerung der Arbeitslosenunterstützung soll die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden. Die Kosten für dieses Konjunkturpaket belaufen sich auf insgesamt 447 Milliarden Dollar.

Obama abgeblitzt

Bei den Ökonomen erhält der Präsident für seinen Job-Plan mehrheitlich gute Noten. Im US-Kongress hingegen ist er vorerst abgeblitzt. Der Senat hat gestern die Zustimmung zum Plan verweigert respektive Obama konnte nicht genug Stimmen hinter sich vereinen, um einen sogenannten «Filibuster» zu verhindern. Darunter versteht man eine Art Endlos-Debatte, die einzig dazu dient, eine Abstimmung zu blockieren.

Doch selbst wenn der Senat zugestimmt hätte, wäre der Präsident spätestens im Abgeordnetenhaus gestoppt worden. Dort haben die Republikaner die Mehrheit, und sie wehren sich mit Zähnen und Klauen gegen neue Steuererhöhungen. Damit will aber der US-Präsident seinen Job-Plan mehrheitlich finanzieren – vor allem mit höheren Steuern für Superreiche.

US-Amerikaner werden ärmer

Der Streit um den Arbeitsmarktplan steht im krassen Widerspruch zur wirtschaftlichen Situation der USA. Die Rezession hat tiefe Spuren hinterlassen, das zeigen aktuelle Statistiken. Nach wie vor liegt die Arbeitslosigkeit bei 9,1 Prozent und während der jüngsten Rezession ist das Durchschnittseinkommen der US-Amerikaner um 9,8 Prozent gefallen. Die Löhne haben mit der Teuerung nicht Schritt halten können.

Besonders hart getroffen wurden diejenigen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, selbst wenn diese jetzt wieder eine neue Stelle gefunden haben. Die «New York Times» zitiert eine Studie von Henry S. Farber, Professor an der Princeton University. Sie zeigt, dass die durchschnittliche Lohneinbusse dieser Arbeitnehmer 17,5 Prozent (sic!) beträgt . «Als Arbeitsmarkt-Spezialist behaupte ich, die Rezession ist noch nicht beendet», sagt Farber.

In einer Rezession beträgt die Dauer der Arbeitslosigkeit in den USA durchschnittlich rund 24 Wochen. In der aktuellen Krise hat sich diese Zeit dagegen beinahe verdoppelt, und zwar auf rund 40 Wochen – den höchsten Wert seit 60 Jahren. Das schreibt das Census Bureau in seinem jüngsten Bericht. Kein Wunder also, dass die Verfasser auch von «einer signifikanten Reduktion des amerikanischen Lebensstandards» sprechen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2011, 11:34 Uhr

61

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61 Kommentare

Raffael Grassi

12.10.2011, 11:43 Uhr
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Egal was Obama versucht, die Opposition schmeisst ihm immer wieder neue Knüppel zwischen die Beine. Dabei muss man sehen, dass es der Republikaner Bush war, der die Steuern gesenkt und das Budgetdefizit explodieren lies. Solange die Opportunisten im Parlament Mehrheiten finden, wird eine nachhaltige Lösung schwierig und das Land weiter den Bach runter gehen...ist das der neue American Dream? Antworten


Michael Müller

12.10.2011, 11:54 Uhr
Melden 48 Empfehlung

Es ist traurig zu sehen wie in den USA die Republikaner nicht Hand bieten wollen für eine höhere Besteuerung der Reichen, zumal in den letzten 10 Jahren eben diese laufend beschenkt wurden in Form von Streuererleichterungen, wie hierzulande auch. Dabei wäre der Investitionsbedraf (Infrastruktur, Bildung, etc.) gewaltig, was ich selber auf mehreren USA Reisen (2008 bis 2011) gesehen habe. Antworten



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