Wirtschaft
Der Vorbörsenbericht
Stand: Mittwoch, 8. Februar 2012 08:20 Uhr
Kennzahlen
| SMI | 6157.59 | +0.2% |
| Euro Stoxx 50 | 2514.12 | +0.3% |
| Dow Jones | 12878.20 | +0.3% |
| Nasdaq Comp. | 2904.08 | +0.1% |
| Nikkei 225 | 9015.59 | +1.1% |
| Hang-Seng | 20953.14 | +1.2% |
| Singapur STI | 2980.89 | +0.8% |
| USD/CHF | 0.9126 | +0.0% |
| EUR/CHF | 1.2108 | +0.1% |
| 10J Eidg. | 0.77 | 0Bp |
| Erdoel (Brent) | 116.44 | -0.7% |
| Gold | 1749.80 | +0.5% |
Quelle: Thomson Reuters
Wichtige Ereignisse
| 11:00 | Syngenta | MK zu Ergebnis 2011 |
| 22:05 | Cisco Systems | Ergebnis Q2 |
| PL | Zinsentscheid Notenbank | |
| 09:00 | ES | Industrieproduktion |
| 16:30 | US | Bericht Ölmarkt |
| 16:40 | US | Williams vom San Francisco Fed spricht |
Overnight
USA: Fortschritte in den Gesprächen über die Sicherstellung internationaler Hilfe für Griechenland gaben dem Markt Auftrieb. McDonalds stiegen vor der Bekanntgabe der Umsatzzahlen 1,4%. YumBrands (+2,6%) steigerte den Gewinn 30%. Anadarko Petroleum kletterten 5,2%, nachdem der Gewinn stärker als erwartet gestiegen war. Coca Cola (+0,8%) wies einen Gewinn aus, der über den Prognosen lag. Cliffs Natural Resources avancierten 0,7%. Die Titel gelten als analytisch billig und nach der angekündigten Fusion von Glencore und Xstrata wird spekuliert, BHP Billiton könnte sich für den Eisenerzproduzenten interessieren. Walgreen (-2,4%) wurden von Citigroup auf „verkaufen“ gesetzt. Der S&P E-mini Future ist bei 1‘344.75.
Asien: Die Börsen in Fernost tendierten freundlich. Die Investoren sind zuversichtlich, dass sich die griechischen Spitzenpolitiker mit den Gläubigern einigen können. Zudem hatte Toyota Motor (+3,7%) seine Gewinn- und Umsatzprognose für das im März endende Geschäftsjahr angehoben. In Japan wurde der Markt zusätzlich durch den schwächeren Yen gestützt. Titel von Exportunternehmen wie Canon (+1,3%) waren gesucht. TBK schossen 13% in die Höhe. Der Hersteller von Pumpen und Bremsen hatte seine Gewinnvorhersage nach oben revidiert. Kubota (+4,9%) gab bekannt, dass der Betriebsgewinn gestiegen sei. In Australien gaben BHP Billiton 0,8% nach. Der Gewinn im ersten Halbjahr war 5,5% gefallen. In Hongkong waren Immobilienwerte gefragt. Chinas Notenbank plant offenbar Massnahmen, um den Erstkäufern eines Wohnheims zu helfen. China Resources Land stiegen 1,8% und China Overseas Land & Investment 1,7%. Energiewerte wie PetroChina (+2,1%) und Sinopec (+2,4%) profitierten von der Ankündigung der Regierung, sie wolle die Preise für Diesel und Benzin anheben.
Devisen: Der Euro hielt sich in Asien relativ gut. Vertreter der griechischen Regierung hatten gesagt, die Regierung und die internationalen Gläubiger würden an einem letzten Entwurf für ein Abkommen feilen, das den Weg zu neuen Hilfen für das Land ebne. Der Euro handelte gegenüber dem Dollar bei 1.3248 $/€, nachdem gestern im US-Handel bis zu 1.3270 bezahlt worden waren. Gegenüber dem Yen notierte der Euro bei 101.93 Yen/€ nach 100.81. Der Yen gab relativ zum Dollar auf 76.95 Yen/$ nach. Am Vortag wurden noch 76.80 bezahlt. Für 2011 wies Japan ein Handelsbilanzdefizit von 1.061 Bio. Yen aus. Es ist das erste Defizit für ein Gesamtjahr seit 1963.
Erdöl für Lieferung März schloss 1.50 $ höher bei 98.41 $/Fass. Der tiefere Dollar löste Käufe aus. Gleichzeitig waren die Anleger für Griechenland optimistischer. Die gleichen Faktoren verhalfen auch Gold zu Kursgewinnen. Gold für Lieferung April stieg 23.50 $ auf 1748.40 $/Unze.
News Vorbörse Schweiz
Syngenta steigerte im Geschäftsjahr 2011 den Umsatz 14% auf 13,3 Mrd. $, das Bruttobetriebsergebnis (Ebitda) 16% auf 2,9 Mrd. $ und den Gewinn 14% auf 1,6 Mrd. $. Damit übertraf der Agrochemiekonzern die Erwartungen nur auf Stufe Ebitda, verfehlte sie aber mit Blick auf Umsatz und Gewinn. Der Umsatz im Bereich Pflanzenschutz erhöhte sich 21% auf 10,2 Mrd. $ und im Bereich Saatgut 12% auf 3,2 Mrd. $.
Die Zusammenführung der beiden Geschäftseinheiten von Syngenta soll wie geplant bis Mitte Jahr abgeschlossen werden und Einsparungen von 650 Mio. $ bringen. 2012 strebt Syngenta im expandierenden Marktumfeld eine überdurchschnittliche Entwicklung an und erwartet auf Basis konstanter Wechselkurse eine weitere Verbesserung der Ebitda-Marge, die sich 2011 auf 21,9% (im Vorjahr 21,5%) belief. Der Konzern bestätigte zudem das Ziel einer gruppenweiten Ebitda-Marge von 22 bis 24% im Jahr 2015.
Der Verwaltungsrat von Syngenta schlägt der Generalversammlung vom 24. April mit Vinita Bali, Gunnar Brock und Michel Demaré drei neue Mitglieder zur Zuwahl vor, weil mit Pierre Landolt und Rolf Watter zwei bisherige Mandatsträger zurücktreten. Zudem soll die Dividende um 1 auf 8 Fr. pro Aktie steigen und das Aktienrückkaufprogramm um 200 Mio. $ auf 1 Mrd. $ erhöht werden.
Der Softwareanbieter Temenos hat sich mit dem britischen Branchennachbarn Misys auf die grundlegenden Rahmenbedingungen einer möglichen Fusion geeinigt. Bei einem Zusammenschluss würden die Misys-Aktionäre über 53,9% der Anteile an der neuen Gesellschaft verfügen und die Temenos-Eigner über 46,1%. Das Tauschverhältnis betrage 4,1 Misys-Aktien zu 1 Temenos-Titel, teilten die beiden Unternehmen mit. Verwässerungseffekte durch eine ausstehende Wandelanleihe von Misys seien darin berücksichtigt.
Der aktuelle CEO von Temenos, Guy Dubois, soll die Leitung des neuen Unternehmens übernehmen, während sein Amtskollege von Misys, Mike Lawrie, die Gruppe verlassen werde. Der grösste Misys-Aktionär ValueAct Capital unterstütze die Fusion.
Roche: Der Verwaltungsrat (VR) der US-Gentechgruppe Illumina hat Roches Übernahmeangebot von 5,7 Mrd. $ (44.50 $ pro Aktie) als zu niedrig zurückgewiesen. Mit diesem Betrag würde das Unternehmen in dramatischer Weise unterbewertet. Entsprechend empfiehlt der VR den Illumina-Aktionären, ihre Aktien Roche nicht zum Kauf anzubieten. Der Roche-CEO Severin Schwan reagierte enttäuscht. Er sei überzeugt, den Illumina-Aktionären ein attraktives und faires Kaufangebot unterbreitet zu haben, sei aber an einer einvernehmlichen Übernahmevereinbarung interessiert. Illumina hat im vierten Quartal 0,35 $ pro Aktie verdient. Der Umsatz sank 4% auf 250 Mio. $.
Die Roche-Tochter Genentech hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA grünes Licht für eine beschleunigte Prüfung des Medikaments Pertuzumab bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs erhalten. Geprüft wird der Einsatz bei nicht operativ entfernbarem Brustkrebs, wenn im Vorfeld keine Therapie stattgefunden habe sowie in Fällen von wiederauftretendem Brustkrebs. Die Anwendung von Pertuzumab beruhe auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie „Cleopatra“. Der Beschlusstermin wurde von der FDA mit dem 8. Juni bestätigt.
Comet verzeichnete 2011 einen stagnierenden Umsatz von 217 Mio. Fr. Währungsbereinigt hätte ein Plus von 12% resultiert, teilte der Hersteller von Röntgenröhren und Vakuumkondensatoren mit. Auf Stufe Ebitda erwartet Comet eine leicht unter dem Vorjahreswert liegende Marge von 12,6%. Dank eines besseren Finanzergebnisses und tieferer Steuern rechnet das Unternehmen aber mit einem Gewinnanstieg von 7,5 Mio. Fr. auf 10 Mio. Fr. Das vollständige Jahresresultat folgt am 15. März.
OC Oerlikon: Michael Buscher, der CEO des Technologiekonzerns, rechnet für 2012 nicht mit einer Rezession, teilte er im Gespräch mit „Finanz und Wirtschaft“ mit. 2011 habe OC Oerlikon ein völlig neues Niveau in der Profitabilität erreicht. Auch 2012 soll diese weiter verbessert werden.
Der Stromkonzern BKW beginnt mit dem im Dezember 2011 angekündigten Kostensenkungsprogramm. Dabei werden stufenweise 255 Stellen in allen Bereichen abgebaut. Zudem werden Schnittstellen zu den Tochtergesellschaften bereinigt, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Die Personalbestände der EWR Energie und des Elektrizitätswerks Grindelwald werden weitgehend in die BKW integriert.
Ratings und Kursziele
| Adecco: | Deutsche Bank reduziert das Kursziel von 52 auf 45 Fr. | |
| Holcim: | Deutsche Bank hebt das Kursziel von 54 auf 56 Fr. | |
| Swatch: | Deutsche Bank hebt das Kursziel von 410 auf 440 Fr. | |
| UBS: | Deutsche Bank reduziert das Kursziel von 14 auf 12 Fr. | |
| UBS: | Deutsche Bank senkt das Rating von Hold auf Sell. | |
| Swatch: | Barclays reduziert das Kursziel von 425 auf 415 Fr. | |
| UBS: | Nomura reduziert das Kursziel von 18 auf 17 Fr. | |
| Autoneum: | UBS hebt das Kursziel von 55 auf 60 Fr. | |
Charttechnik
SMI
Der SMI dürfte die Gangart der vergangenen zwei Handelstage auch in den nächsten Handelsstunden beibehalten. Grosse, substanzielle Bewegungen dürften ausbleiben. Aber immerhin sollte sich der Index aus dem zwischen 6120 und 6160 verlaufenden Konsolidierungsband um etwa ein halbes Prozent nach oben absetzen können. Die Konstellation stufen wir aus qualitativer Sicht nicht als überragend ein. Wichtig bleibt darum auch der bei 6100 verlaufende Kern-Support. Aktien-Handelsideen finden Sie, zweimal täglich aktualisiert, im invest.ch-Rooster.

Ausblick - deutsche Wirtschaft mit Schwachpunkten
Deutschlands Wirtschaft scheint allen Stürmen zu trotzen. Die gestern veröffentlichten Angaben zu den Industrieaufträgen im Dezember scheinen das zu bestätigen. Gegenüber November haben sie 1,7% zugenommen und lagen damit über den Erwartungen von +1%. Die Scharte von -4,9% vom November gegenüber Oktober ist somit zumindest teilweise ausgewetzt. Auch der viel beachtete Ifo-Index für das Wirtschaftsklima in Deutschland ist seit November 2011 wieder im Aufwind. Bei einer genaueren Betrachtung der Sachlage aus einer längerfristigeren Perspektive ist aber eine gewisse Vorsicht angezeigt.
Der Index für die Industrieaufträge hat im Mai vergangenen Jahres 117,7 erreicht. Damit lag er nur noch wenig unter dem Spitzenwert vor der Krise vom Oktober 2007, als 123,9 registriert wurden. Der Unterindex für die Aufträge für Investitionsgüter war im vergangenen Juni bei 121,9, was ebenfalls nur knapp unter dem Vorkrisenwert von 127,6 liegt. Der Index für die Produktion von Investitionsgütern übertraf im August gar den Vorkrisenwert von 121,9. So stark die Zahlen sind, weisen sie aber auf eine Achillesferse der deutschen Konjunktur hin.
Die Wirtschaft profitiert von der robusten Nachfrage nach Investitionsgütern. Diese wiederum ist stark exportlastig und begünstigt durch die weltweit sehr tiefen Zinsen. Letztere haben den Kauf von Kapitalgütern gefördert, spielt doch der Zinssatz bei einer Investition in teure Anlagen und Maschinen eine wichtige Rolle. Damit besteht die grosse Gefahr, dass sich diese Investitionen, da sie auf einem nicht vom Markt generierten Preissignal basieren, als Fehlinvestition erweisen. Geschieht das, kann die deutsche Wirtschaft rasch vom europäischen Wunderknaben zum Kummerbuben mutieren.
Deutschland – zwiespältige Signale für die Wirtschaft

Quelle: invest.ch / Ifo-Institut / OECD
Die letzten zwei Ausgaben des FuW-Reports:
Dienstag, 7. Februar 2012
Montag, 6. Februar 2012
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