Der Strom des billigen Geldes versiegt
Aktualisiert am 22.06.2011 7 Kommentare
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Experten sind sich weitgehend einig, dass die Zentralbank Federal Reserve (Fed) an ihrer Zinssitzung heute kein drittes Unterstützungspaket zum Aufpäppeln der Konjunktur auflegen wird. Das im November 2010 gestartete zweite Paket (QE2) über 600 Milliarden Dollar läuft Ende des Monats aus.
Auch wenn der grosse Strom des billigen Geldes nun versiegt, so wird die Wirtschaft doch nicht gänzlich auf dem Trockenen sitzen. «Die Fed wird ihre Bilanzsumme vorerst stabil halten. Das heisst, dass nach dem Ende von QE2 fällige Anleihen bis auf weiteres in US-Staatsanleihen investiert werden», sagt ein Analyst einer deutschen Bank.
Milliarden ins Finanzsystem gepumpt
Damit würden noch 10 bis 20 Milliarden Dollar pro Monat in das Finanzsystem gepumpt – was nur ein Bruchteil der Summe ist, mit der die Konjunktur zuletzt von der Fed gestärkt wurde. Notenbank-Chef Ben Bernanke wird die Entscheidung am Abend auf einer Pressekonferenz erläutern, nachdem die Fed ihren Zinsentscheid bekannt gegeben hat.
Fachleute erwarten, dass die Notenbank wegen der schwächelnden Wirtschaft vorerst nicht an dem ultraniedrigen Leitzins von 0 bis 0,25 Prozent rütteln wird.
Zudem dürften die Notenbanker den Märkten erneut signalisieren, dass auf absehbare Zeit nicht mit einer Abkehr von der Nullzinspolitik zu rechnen sein wird. Die Fed hat dieses Bekenntnis seit Beginn der Krise immer wieder mit der Formulierung bekräftigt, dass das ausserordentlich niedrige Leitzinsniveau «für geraume Zeit» angemessen bleibt.
Konjunkturausblick wohl pessimistischer
Die kraftlose Wirtschaftserholung in den vergangenen Monaten lässt Analysten davon ausgehen, dass die Fed auch ihre Konjunkturprognosen nach unten korrigieren wird. Die amerikanische Wirtschaft war im ersten Quartal des laufenden Jahres nur um 1,8 Prozent gewachsen und dürfte auch im zweiten Quartal nur ein Plus von 2,5 Prozent aufweisen.
Eine Zinswende dürfte die Fed, die neben stabilen Preisen auch die Vollbeschäftigung fördern soll, auch deshalb nicht einläuten, weil die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt weiterhin sehr trüb sind. Für Ende kommenden Jahres sagen Ökonomen eine relativ hohe Arbeitslosenquote von rund 8 Prozent voraus. Im vergangenen Mai belief sie sich auf 9,1 Prozent. (pbe/sda)
Erstellt: 22.06.2011, 14:54 Uhr
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7 Kommentare
Die Frage ist: An wen ist das Geld angekommen? Offensichtlich nicht bei Otto Normalverbraucher, sondern eben bei denen, die die Krise verursacht haben. Ein Privater kann sich nie zur 0-Zins Politik refinanzieren, Banken schon. Und damit haben sie nach der Krise wieder das grosse Geld gemacht - was weder eine Leistung noch ein Kunststück ist. Antworten
Die grosse Frage laute bald: Wer kauft noch amerikanische Treasuries??? Wenn es die FED nicht mehr im grossen Styl tut.
Da wird sich bald zeigen dass die Probleme in der €-Zone einen Klacks sind gegenüber dem Gewitter welches sich in den USA zusammenbraut.
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