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Der Preiskampf verschärft sich

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 12.01.2011 22 Kommentare

Eine heute publizierte Studie der Credit Suisse zur Detailhandelsbranche zeigt: Der Verdrängungskampf geht weiter, mit anhaltendem Druck auf die Preise. Doch die Schweizer Konsumenten beeindruckt das kaum.

Nur dank Migration und tieferen Preisen können die Detaillisten noch wachsen: Eine Coop-Filiale in Zürich wirbt für günstige Produkte.

Nur dank Migration und tieferen Preisen können die Detaillisten noch wachsen: Eine Coop-Filiale in Zürich wirbt für günstige Produkte.
Bild: Keystone

CS-Chefökonom Martin Neff im Interview

Quelle: Keystone

Fortgesetztes «Lädeli-Sterben»

Zwischen 1998 bis 2008 sind in der Schweiz 6300 Geschäfte verschwunden. Unter dem Strich musste mehr als jeder zehnte Laden seine Türen schliessen.

Besonders gross sei das Lädelisterben im Lebensmitteldetailhandel, sagte Credit Suisse-Ökonomin Nicole Brändle am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Bei den Lebensmittelgeschäften machte gar jeder vierte «Tante Emma»-Laden dicht.

Die Marktbereinigung traf viele inhabergeführte Kleinstläden, die mit dem zunehmenden Preisbewusstsein und den Ansprüchen der Kundschaft an die Sortimentsbreite und Ladenöffnungszeiten nicht mithalten konnten. (SDA)

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In einer heute publizierten Studie haben die Ökonomen der Schweizer Grossbank Credit Suisse zusammen mit dem Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz eine Studie zum Schweizer Detailhandelsbranche vorgelegt. Sie bestätigen das Bild eines starken Strukturwandels, der von einem anhaltend starken Preisdruck begleitet ist.

Der private Konsum hat sich in der Schweiz während der vergangenen Krisenjahre weit besser gehalten, als das die Ökonomen erwartet haben. Noch nicht einmal im Rezessionsjahr 2009 ist der Konsum zurückgegangen. Dennoch hat der Detailhandel davon nur zum Teil profitiert, denn zum Konsum zählen auch eingekaufte Dienstleistungen wie Versicherungen. Würden für die Branche nur die Schweizer Konsumenten eine Rolle spielen, hätte sie schon bisher schlechtere Zeiten hinter sich und auch die Aussichten wären düster. Die so genannte Preiselastizität und die Einkommenselastizität sei im Detailhandel sehr gering, erklärt der Chefökonom der Bank, Martin Neff. Das bedeutet, dass weder tiefere Preise, noch steigende Einkommen zu merklich steigenden Umsätzen mit der Schweizer Kundschaft führen. Für sie ist der Markt weitgehend gesättigt.

Die Migration als einziger Wachstumstreiber

Als einzigen Wachstumstreiber des Detailhandels machen die CS-Ökonomen die Migration in die Schweiz aus. Das galt bereits für die letzten Jahre und wird auch künftig so bleiben. Einwanderer geben einen grösseren Teil ihrer Einkommen für Konsum aus – etwa weil ihre Einkommen tiefer liegen oder weil sie durch ihren Neustart im Land einen grösseren Nachholbedarf beim Konsum haben.

Insgesamt gehen die Ökonomen der Credit Suisse für das nächste Jahr von einem nominalen Wachstum der Detailhandelsbranche von 1,5 Prozent aus. Weil sie aber von weiteren Preisnachlässen im Umfang von rund 1 Prozent ausgehen, werde sich das reale, in Gütern gemessene Wachstum auf 2,5 Prozent belaufen. Höhere Preise erwarten die Bankökonomen nur ausserhalb des Detailhandels, etwa in den Bereichen Wohnen, Energie und Verkehr.

Den grössten Wachstumstrend bei den Verkäufen zeigt sich laut der Studie bei Uhren und Schmuck. Die gleichen Produzenten legen auch auf den internationalen Märkten überdurchschnittlich stark zu, was sich nicht zuletzt auch in einem gewaltigen Börsengewinn von rund 60 Prozent für die Aktien der Luxusgüterproduzenten Swatch oder Richemont im letzten Jahr gezeigt hat.

Das «Lädeli-Sterben» geht weiter

Die Studie der Credit Suisse geht auch detailliert auf die Lage der Anbieter ein. Hier hält sie fest, dass der Trend zur so genannten Filialisierung weitergehe. Damit ist gemeint, dass kleine unabhängige Geschäfte immer mehr Filialen grosser Ketten weichen (siehe auch Box). Bei den Warenhäusern ist dieser Prozess mit einem Anteil von Filialgeschäften von 97 Prozent schon seit mehr als einem Jahrzehnt abgeschlossen, hier ging deren Anteil sogar um 2 Prozent zurück. Ein starkes Wachstum der Filialisierung – und damit einhergehend dem «Lädeli-Sterben» – findet seit 1998 verstärkt in den Bereichen Möbelhandel, Sporthandel und bei den Apotheken und Drogerien statt.

Das Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz hat für die CS-Studie auch eine Umfrage bei den Detailhändlern und ihren Zulieferern zu den Erwartungen für das laufende Jahr durchgeführt. Trotz des schwierigen Marktumfelds geben sich die meisten optimistisch: 54 Prozent der Detailhändler glauben, im laufenden Jahr gleich gut wie im vergangenen abzuschneiden, 40 Prozent gehen davon aus, dass sie bessere oder deutlich bessere Resultate erzielen. Bei den befragten Produzenten liegt der Anteil der Optimisten sogar noch höher. 51 Prozent erwarten bessere Abschlüsse als im Vorjahr, 42 Prozent gleich gute.

Für alle werden sich die Erwartungen angesichts des stagnierenden Marktes kaum erfüllen lassen. Die Pläne der Unternehmen lassen daher auf einen weiterhin scharfen Preiskampf um Kunden und Marktanteile schliessen. Kein Wunder gehen die Unternehmen in ihren Erwartungen eher von steigenden Umsätzen, als von steigenden Gewinnen aus. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.01.2011, 19:58 Uhr

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22 Kommentare

tom berger

12.01.2011, 16:11 Uhr
Melden

hainamal. wir wollen keinen preiskampf. wir wollen die altbewährte qualität. wegen bescheurten preiskampf wo man um rappen verbilligt, verwendet man schlussendlich miese grundsubstanzen zur herstellung der essware: m-budget, prixgarantie, aldi,lidl: "analog-käse" "schinkenimitate", "sahnebschiss, dank cassis-de-dijon", "dioxin-skandal" und und. wie im film: "brust oder keule" von louis de funes. Antworten


Mirko Popovic

12.01.2011, 20:12 Uhr
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In der Schweiz kaufe ich eigentlich nur Fleisch und Milchprodukte... Alles andere kaufe ich in Deutschland, dort zahle ich für die gleichen Produkte rund 30-40% weniger. Bei gewissen sogar 50-70%. Im Coop kaufe ich schon lange nicht mehr ein, die Preise dort sind wirklich eine Frechheit. Antworten



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