Der Griechenland-Thriller
Aktualisiert am 12.12.2011 24 Kommentare
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Die Troika der internationalen Geldgeber hat ihre Kontrollen im von der Staatspleite bedrohten Griechenland fortgesetzt. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos bezeichnete die Verhandlungen mit der Troika und den Banken als «kritisch» und «schwierig» für die Zukunft des Landes.
«Ich will offen und klar sein. Die Verhandlungen sind nicht nur kritisch, sondern auch schwierig», sagte Venizelos heute im Fernsehen in Athen. Die letzten Monaten seien ein «Thriller» gewesen, sagte Venizelos.
Weitere Massnahmen
Dutzende Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) prüfen seit heute Möglichkeiten für eine Rettung des Euro-Sorgenkindes und wollen später Massnahmen vorschlagen. Im Mittelpunkt steht das neue Hilfsprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro. Gleichzeitig präsentiert die sogenannte Taskforce der EU ein Investitionsprogramm für 125'000 Arbeitsplätze.
Venizelos schloss nicht aus, dass weitere Massnahmen getroffen werden müssten, damit Griechenland zum ersten mal nach Jahrzehnten keine neuen Schulden macht.
Schuldenschnittprogramm
Die Troika kontrolliert diesmal nicht nur die Bücher: Auf unteren Ebenen wurden bereits in den vergangenen Tagen Gespräche darüber geführt, wie weit die Verhandlungen über den freiwilligen 50-prozentigen Schuldenschnitt für das Land gediehen sind. Diese Verhandlungen verlaufen bislang sehr schwierig. Das Schuldenschnittprogramm gilt als der Grundstein für die Rettung des Landes vorm Staatsbankrott.
Die griechische Presse hielt derweil neue Sparmassnahmen für die kommenden Jahre für unabwendbar. Das Problem Griechenlands bleibe, dass seine Wirtschaft abgewürgt werde und der Staat somit keine Einnahmen habe.
Neuer Marshall-Plan
Aus diesem Grund begann heute parallel mit der Troika der Chef der sogenannten EU-Task-Force, Horst Reichenbach, sein Wirtschafts-Wiederbelebungsprogramm den griechischen Ministern zu präsentieren. Es geht um 10,5 Milliarden Euro aus EU-Geldern, die für den Ausbau der Infrastruktur ausgegeben werden soll und bis 2015 125'000 Arbeitsplätze schaffen soll. Das Programm soll ständig von EU- Mitarbeitern verfolgt und geprüft werden.
Die griechische Presse nennt die Aktion einen neuen «Marshall- Plan» - nach dem Vorbild der amerikanischen Hilfe für Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Geld komme wie ein «Segen», hiess es aus Kreisen des Wirtschafts- und Entwicklungsministeriums. Griechenlands Wirtschaft schrumpft seit vier Jahren. Allein 2011 wird mit einem Minus von 5,5 Prozent gerechnet. (wid/sda)
Erstellt: 12.12.2011, 21:51 Uhr
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24 Kommentare
Wie viele Milliarden hat Griechenland eigentlich in den vergangenen 20 Jahren an Subventionen und Fördergeldern von der EU erhalten? Wo sind die hin? Infrastruktur müsste eigentlich genug da sein, ebenso Bauernhöfe und verarbeitende Industrie. Ebenso Knowhow für die erfolgreiche Administration. Vielleicht sollte man eher einen Suchtrupp nach Athen schicken... Antworten
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