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Das bröckelnde Imperium des Silvio Berlusconi

Aktualisiert am 02.12.2011 14 Kommentare

Mediaset ist eines der Filetstücke im Imperium von Silvio Berlusconi. Doch dem Medienkonzern geht es schlecht. Und nach dem Rücktritt des Cavaliere fehlt der wichtigste Fürsprecher im Zentrum der Macht.

Es wird ungemütlich: Berlusconi, damals noch Premier, an einer Pressekonferenz. (26. Mai 2010)

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Bild: AFP

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Berlusconi ist nicht nur in der Politik auf dem absteigenden Ast: Kurve der Mediaset-Aktie in den letzten 12 Monaten. (Bild: Screenshot: swissquote.ch)

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«Weisst du, in meiner Freizeit gebe ich den Regierungschef», soll sich Silvio Berlusconi einst bei einer jungen Dame dafür entschuldigt haben, dass er keine Zeit für sie hatte. Berlusconi war immer in erster Linie Unternehmer, die Politik diente ihm als Mittel zum Zweck. Nun ist der Cavaliere seit zwei Wochen nicht mehr italienischer Premier. Mehr Zeit für Bunga Bunga dürfte er aber dennoch nicht haben.

Denn die Aussichten für den Unternehmer Berlusconi sind nach seinem – zumindest vorübergehenden – Rückzug aus der Politik alles andere als rosig. Sein Finanz- und Medienimperium, die Fininvest-Holding, scheint sich der Krise nicht entziehen zu können – eben jener Krise, von der Berlusconi als Premier nichts wissen wollte.

Mediaset um die Hälfte eingebrochen

Eines der Filetstücke der Fininvest ist der Medienkonzern Mediaset, den die Fininvest laut dem Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) mit einem Anteil von 38,6 Prozent kontrolliert. Mit seinen drei Sendern Canale 5, Italia 1 und Rete 4 ist er der grösste private TV-Anbieter im Land.

Doch die Mediaset-Aktie hat in den vergangenen 12 Monaten über die Hälfte ihres Wertes verloren – im Februar war das Papier noch knapp fünf Euro wert, aktuell steht es bei etwas über 2.20 Euro. Besserung ist kaum in Sicht: Laut IfM haben die Konjunkturflaute in Italien und die Krise in Spanien (wo Mediaset Mehrheitsaktionär des grössten privaten Senders ist) dem Konzern 2011 erneut zugesetzt. Die überlebenswichtigen Werbeeinnahmen fielen angesichts einer immer stärker unter Druck geratenden Wirtschaft allein im ersten Quartal um 2,4 Prozent.

«Niemand sagt es offiziell»

Im vergangenen Jahr 2010 machte Mediaset noch schöne 430 Millionen Gewinn, von denen entsprechend dem Aktien-Anteil wie jedes Jahr rund 39 Prozent in Berlusconis Fininvest flossen. Gegenüber «Spiegel online» äussern nicht näher genannte Experten aber die Vermutung, dass die fetten Jahre für den Cavaliere vorbei sind: Der Gewinn für 2011 werde um mindestens 100 Millionen Euro schrumpfen.

Unter diesen Umständen dürfte es Mediaset umso härter treffen, dass Berlusconi als dessen wichtigster Fürsprecher nicht mehr an den Schalthebeln der Macht sitzt. Er, der sich vor einigen Jahren nicht scheute, Unternehmen dazu aufzurufen, ihre Werbeetats statt in der Presse im Fernsehen einzusetzen. Ganz abgesehen davon: Aufträge bei der Firma des Premiers zu schalten, ist wohl nie eine schlechte Idee – vielleicht wirkt sich das sogar positiv auf die Rechtsprechung aus. «Niemand sagt es offiziell, aber der Eindruck herrscht vor, dass es leichter ist, Werbeplätze zu verkaufen, wenn Berlusconi die politische Führungsfigur in Italien ist», sagte Claudio Aspesi, Analyst von Sanford C. Bernstein, vor zwei Wochen gegenüber «Welt online».

Hinzu kommt eine Entschädigung von über einer halben Milliarde Euro, die Berlusconi nach einem langen Rechtstreit einem in den 90er-Jahren ausgestochenen Konkurrenten entrichten muss. Neben all dem geschäftlichen Ungemach sehen die 400 Millionen Euro, mit denen Berlusconis Fussballclub AC Milan verschuldet ist, schon fast wie ein Klacks aus.

(ami)

Erstellt: 02.12.2011, 17:40 Uhr

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14 Kommentare

Josef Saner

02.12.2011, 19:11 Uhr
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Warum nennt man diesen Mann immer noch den 'Cavaliere' (Kavalier, Ritter, Ordensträger)? Der Begriff ist positiv besetzt, was zu einer Gestalt wie Silvio Berlusconi überhaupt nicht passt! Der geschasste Ministerpräsident hatte sich diesen Titel selbst verliehen, es wäre schön, wenn die Presse diese Beweihräucherung einstellen würde. Antworten


mark zahn

02.12.2011, 18:07 Uhr
Melden 10 Empfehlung

400 Millionen sind fast 'ne halbe Milliarde ;-) Antworten



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