Wirtschaft

Das Baugewerbe «erstaunlich krisenresistent»

Die Schweizer Bauwirtschaft blickt zum vierten Mal in Folge auf ein gutes Baujahr zurück. Gegen Ende Jahr wird die Dynamik jedoch nachlassen.

Der Hochbau hat schweizweit leicht zugelegt: Bauarbeiten am Swiss Prime Tower in Zürich.

Der Hochbau hat schweizweit leicht zugelegt: Bauarbeiten am Swiss Prime Tower in Zürich.
Bild: Keystone

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Die Branche hat im 2009 den Umsatz um 1,3 Prozent auf rund 18,1 Milliarden Franken gesteigert. Diese Zunahme verdankt sie dem Tiefbau, der um 6,9 Prozent zulegte. Der Tiefbau kompensierte damit die Rückgänge im Hochbau (-3,7%) im vergangenen Jahr, wie der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch mitteilte.

Die Baukonjunktur zeige sich bisher «erstaunlich krisenresistent» und gehöre zusammen mit dem privaten und öffentlichen Konsum zu den Konjunkturstützen der Schweizer Wirtschaft, hiess es weiter. Das Auslaufen grosser Tiefbauprojekte wie der Neat und das Konsolidierungsprogramm des Bundes liessen jedoch befürchten, dass der Tiefbau an Fahrt verlieren werde.

Der Wirtschaftsbau sei erfahrungsgemäss diejenige Bausparte, die am schnellsten und stärksten auf gesamtwirtschaftliche Erwartungen reagiere, hiess es weiter. Er verzeichnete im 2009 einen Umsatzückgang von 4,7 Prozent. Der Wohnungsbau ging in derselben Zeitspanne um 3,8 Prozent zurück.

Wohnungsbau positiv im Quartal

Im vierten Quartal setzte das Schweizer Baugewerbe 4,7 Milliarden Franken um. Dies entspreche dem Niveau des Vorjahresquartals. Sowohl der Hoch- (+1,2%) als auch der Tiefbau (+0,4%) legten dabei leicht zu, wie die vierteljährliche Konjunkturumfrage des SBV weiter ergab.

Besonders der Wohnungsbau habe sich im vierten Quartal überraschend positiv entwickelt. Die Umsätze legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,2 Prozent zu.

Regional zeigten sich jedoch grosse Unterschiede: Während der Wohnungsbau in den Kantonen Genf (-38,5%), Bern (-8,8%) und Graubünden (-14,7%) zurückging, legte er in anderen Kantonen wie Freiburg (+35,3%), Thurgau (+23,9%) und Luzern (+34,0%) stark zu.

Grosser Bedarf nach Fachleuten

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm im Vergleich zum Vorjahr leicht um 100 auf 78'800 zu. Der Bedarf nach qualifiziertem Baustellenpersonal und Ingenieuren sei weiterhin hoch, hiess es.

Der Blick auf die gemeldeten Bauvorhaben (+8,3%) für das erste Quartal 2010 und die Auftragsbücher (+0,6%) zeige, dass sich die Baukonjunktur in der ersten Jahreshälfte 2010 noch nicht eintrüben werde. Auch die nach dem kalten Winter wetterbedingten Ausfälle würden nun in den Folgequartalen nachgeholt.

Nachlassende Dynamik

Insgesamt sei aber davon auszugehen, sich das Bauhauptgewerbe gegen Ende 2010 auf eine nachlassende Dynamik einstellen müsse. Obwohl die Talsohle der Rezession erreicht scheine, dürfte die Bauwirtschaft mit einer Verzögerung auf die gesamtwirtschaftliche Belebung reagieren. (jak/sda/)

Erstellt: 10.03.2010, 12:26 Uhr

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