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Banken-Aufsicht sagt «Achtung» – UBS antwortet «alles im Griff»

Aktualisiert am 14.09.2009

Sie hätten da so ein Bauchgefühl gehabt, als sie noch vor Ausbruch der Finanzkrise die Bücher der UBS anschauten, so die Finma. Sie liessen sich einlullen – und so nahm das Unheil seinen Lauf.

Hat sich zu schnell mit den Aussagen zur Risikokontrolle der Banken zufrieden gegeben: Eugen Haltiners Finma.

Hat sich zu schnell mit den Aussagen zur Risikokontrolle der Banken zufrieden gegeben: Eugen Haltiners Finma.
Bild: Keystone

Die Finanzmarktaufsicht Finma hat eine selbstkritische Analyse zur Finanzkrise vorgenommen. Sie räumte Lücken im Aufsichtsregime, Versäumnisse und Fehleinschätzungen bei der Umsetzung sowie eine Blauäugigkeit im Fall UBS ein.

Der am Montag veröffentlichte 71-seitige Bericht beleuchtet die Rolle der Aufsichtsbehörden in der Finanzkrise und die besondere Situation in der Schweiz, wo die integrierte Finanzmarktaufsicht Anfang 2009 die Vorgängerbehörden von Banken- und Versicherungsaufsicht abgelöst hat. Bei aller Selbstkritik kommt die Finma zum Schluss, dass sie nicht besser und nicht schlechter als ihre Schwesterbehörden im Ausland abgeschnitten habe. Bezüglich der Lehren aus der Finanzkrise sieht man sich der internationalen Entwicklung teilweise sogar voraus.

Unheilvolle Kombination verschiedener Aspekte

Die fehlende Früherkennung der Subprime-Krise ist aus Sicht der Finma nicht von der Behördenstruktur, der Grösse oder dem Aufsichtsstil abhängig und auch nicht auf eine mangelnde internationale Zusammenarbeit der Finma-Vorgängerinstitution Eidgenössische Bankenkommission (EBK) zurückzuführen. Die Lücken in Regulierung und Aufsicht werden zum Teil mit dem allgemeinen Umfeld erklärt, das bis zum Ausbruch der Finanzkrise von der Überregulierungsdebatte geprägt gewesen war. So standen die Arbeiten zum Erlass und zur Umsetzung der neuen Eigenkapitalvereinbarung Basel II im Vordergrund, während Regulierung und Überwachung der Liquiditätsrisiken zurückgestellt wurden. Der Bericht spricht von einer unheilvollen Kombination verschiedener Aspekte und verweist auf völlig ungenügende Modelle, mit denen die grossen Banken ihre Marktrisiken beurteilten. Diese Modelle entfalteten in der Krise zudem eine stark prozyklische Wirkung.

Ausführlich geht die Finma auch auf das Verhalten der EBK im Fall UBS ein. Die Aufsichtsbehörde habe sich zu stark auf die Einschätzung der UBS verlassen. So habe man sich rückblickend zu schnell mit den Aussagen zur Risikokontrolle zufrieden gegeben. Auch Bauchgefühlen sei die Aufsichtsbehörde zu wenig konsequent nachgegangen. Ein kritischeres Auftreten und mehr Nachdruck bei Massnahmen im Falle von erkannten Mängeln bei der IT-Fragmentierung und im Kontrollbereich wären nötig gewesen. «Die EBK unterschätzte somit die Risiken, die von den erkannten Mängeln ausgingen, und bewies daher bei der Umsetzung ihrer Forderungen zu wenig Durchschlagskraft», heisst es im Bericht, der aber sogleich einschränkt: «Im damals herrschenden De-Regulierungsumfeld wäre ein härteres Durchgreifen vermutlich als bürokratische, wettbewerbsbehindernde und realitätsferne Intervention gewertet und von der Politik nicht unterstützt worden.»

«Swiss Finish» als Wettbewerbsvorteil bezeichnet

Die Finma stellt aber auch fest, dass die EBK aus der Krise rasch ihre Lehren gezogen und sofort erste Massnahmen eingeleitet habe. Die ohnehin schon vergleichsweise hohen Eigenmittelanforderungen seien noch einmal erheblich verschärft worden. Die Finma bezeichnet radikale Reformen auch auf internationaler Ebene als unumgänglich.

«Die im Inland geäusserte Befürchtung, die Schweiz gefährde mit ihrem Vorprellen die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Grossbanken, hat sich damit nicht bewahrheitet», hält die Finma fest und fügt hinzu: «Selbst wenn die schweizerischen Anforderungen am Ende immer noch deutlich über den internationalen Vorgaben liegen werden, so ist das mit Blick auf die besonders hohen Systemrisiken bewusst in Kauf zu nehmen und überdies bei objektiver Betrachtung sogar ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.» (cpm/ap)

Erstellt: 14.09.2009, 16:08 Uhr

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