Asien-Börsen im Aufwind trotz negativer Zahlen aus Japan
Das Wachstum kommt zum Erliegen: Geschäftsleute in Tokio. (Bild: Keystone )
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Geringere Zinsen für spanische Anleihen sowie positive Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA sorgten heute auch in Fernost für gute Stimmung. Vor allem an den Börsen in Taiwan und Südkorea legten die Kurse kräftig zu. Der Tokioter Nikkei-Index erzielte ein Plus von eineinhalb Prozent. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss bei 8459 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ein Prozent auf 725 Punkte.
Die Anleger in Japan mussten im Verlauf des Handelstages die Einschätzung der japanischen Notenbank verkraften, dass die ersehnte Wirtschaftserholung unter dem Druck der Eurokrise noch auf sich warten lassen wird. Das Wirtschaftswachstum «hat ausgesetzt, hauptsächlich wegen Auswirkungen des Rückgangs ausländischer Wirtschaften und der Aufwertung des Yens», hiess es. Die Zentralbank beliess in dieser Lage erwartungsgemäss ihren Tagesgeldsatz zwischen 0 und 0,1 Prozent. Dieser Kurs soll bis zur Überwindung der in Japan anhaltenden Deflation fortgesetzt werden.
Starker Rückgang der Exporte
Zudem gingen die Exporte Japans im November um 4,5 Prozent zurück – so stark wie seit sechs Monaten nicht mehr. Die Ausfuhren beliefen sich noch auf 5,198 Billionen Yen (62 Milliarden Franken). Im Oktober waren es 3,8 Prozent weniger Exporte gewesen. Die Importe nahmen dagegen um 11,4 Prozent zu.
Die japanische Wirtschaft erholte sich zunächst nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März. Ein anhaltend starker Yen und die europäischen Schuldenprobleme machen der japanischen Exportwirtschaft aber offenbar zunehmend zu schaffen.
Bericht: Tepco vor Verstaatlichung
Im dennoch positiven Börsenumfeld von heute griffen die Anleger vor allem bei Schwergewichten wie Toyota zu. Die Papiere des Auto-Riesen stiegen um 1,4 Prozent. Um fast zehn Prozent in die Tiefe stürzten dagegen die Anteilsscheine des Energieunternehmens Tepco, dem das havarierte Atomkraftwerk Fukushima gehört. Einem Zeitungsbericht zufolge soll Tepco auf dem Weg der Übernahme von mehr als zwei Dritteln der Anteile durch die Regierung verstaatlicht werden.
Unter Druck geriet auch der Kamerahersteller Olympus Corp, der 1,4 Prozent billiger gehandelt wurden. Japanische Ermittler haben Geschäftsräume des Konzerns und Wohnungen früherer leitender Mitarbeiter durchsucht.
Der südkoreanische Aktienmarkt legte 3,1 Prozent zu, während das wichtigste Börsenbarometer in Taiwan sogar 4,6 Prozent in die Höhe schoss. Auch die Aktienmärkte in Singapur und Hongkong verbuchten Gewinne. Die Börse in Shanghai gab dagegen leicht nach. (rub/sda, dapd)
Erstellt: 21.12.2011, 08:36 Uhr
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