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4-Zimmer-Wohnung für 5 Euro

Aktualisiert am 06.02.2011 9 Kommentare

Jede dritte Wohnung in Portugal ist renovierungsbedürftig. Doch es gibt keine Investoren, die Geld in die Immobilien stecken wollen.

Renovierungsbedürftig: In portugiesische Wohnungen müssten fast 100 Milliarden Franken für Renovierungsarbeiten gesteckt werden

Renovierungsbedürftig: In portugiesische Wohnungen müssten fast 100 Milliarden Franken für Renovierungsarbeiten gesteckt werden
Bild: Reuters

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In Portugal verfallen die Häuser. Schuld daran sind veraltete Gesetze und Mietpreisbindungen, die ein Jahrhundert alt sind. Sie machen es möglich, dass für Wohnungen mit vier Schlafzimmern stellenweise nur 5 Euro Miete pro Monat gezahlt werden oder dass Mietverträge bis in alle Ewigkeit weiterlaufen, selbst über den Tod des Mieters hinaus. Weder ausländische noch heimische Investoren wollen unter diesen Umständen Geld in Immobilien stecken: Die Schwäche auf dem Immobilienmarkt wirkt sich auf den Baumarkt aus und hat mit dazu geführt, dass Portugal im letzten Jahrzehnt eine der niedrigsten Wachstumsraten in Europa aufwies.

In portugiesische Wohnungen müssten fast 100 Milliarden Franken für Renovierungsarbeiten gesteckt werden, schätzt der Baubranchenverband Aecops. Der Verband geht davon aus, dass Reparaturarbeiten für alle möglichen Infrastrukturprojekte Investitionen von etwa 260 Mrd. Franken anlocken könnten. In der Baubranche des Landes sind seit 2002 rund 190'000 Jobs verloren gegangen. Trotzdem bleiben Investoren vorsichtig: Schliesslich verfügt Portugal über Gesetze, die Zwangsräumungen nur sehr begrenzt ermöglichen. Lediglich in Schweden und Griechenland sind diese laut OEDC noch schwieriger.

Regierung kündigt Reform an

Fehlende Anreize für Investitionen in Renovierungen haben dazu geführt, dass Mietwohnungen im Land chronisch knapp sind – sie machen weniger als 20 Prozent des Wohnungsmarktes aus. Dadurch waren die Menschen gezwungen, Wohnungen zu kaufen – was wiederum die Immobilienpreise und das Schuldenniveau des Landes hochtrieb. Die Verschuldung der Haushalte betrug 2007 etwa 143 Prozent ihres verfügbaren Einkommens. Im Jahr 1990 waren es erst 29 Prozent, wie aus Daten der Zentralbank hervorgeht. Die Hauspreise haben sich nach Angaben des Immobilienberaters Confidencial Imobiliario seit 1990 mehr als verdoppelt.

Mit neuen Gesetzen, die im März vorgestellt werden sollen, will die portugiesische Regierung nun die Initiative ergreifen. Und Neuerungen sind dringend notwendig: Zwar wurde 1981 die Mietpreisbindung abgeschafft, und 1990 wurde es den Vermietern ermöglicht, zeitlich begrenzte Mietverträge abzuschliessen, doch das gilt nur für neue Verträge. Für mehr als die Hälfte der Immobilien gelten weiterhin die alten Gesetze. Und bei diesen gilt, dass nicht einmal mit dem Tod des Mieters der Mietvertrag endet. (Bloomberg)

Erstellt: 06.02.2011, 22:04 Uhr

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9 Kommentare

Georg Kasper

07.02.2011, 11:00 Uhr
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Das gleiche Problem gab's in den 70er bis 80er Jahren übrigens auch in New York. Dank Mietpreisbindung hatte mein Nachbar, ein Richter, der schon über 20 Jahre in seiner Wohnung lebte, nur 800 Dollar bezahlt. Mir hingegen wurde für die gleiche Grundfläche das Doppelte berechnet. Antworten


Moritz Richter

07.02.2011, 07:37 Uhr
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Und da fragt man sich immer, weshalb es den Leuten in anderen Ländern schlechter geht... sorry, aber wer sich solche Gesetzte gibt, der gräbt sein eigenes Grab. Es gibt zig solche Beispiele, wo mam sich oft fragt, wie dumm muss man sein, um so etwas zu erlassen. Das kann ja nicht funktionieren. Jeder ist seines Glücks eigener Schmid. Antworten



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