Wirtschaft

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

2011 bringt einige Mehrbelastungen – die Brillenträger greifen noch zu

Von Christian Zeier. Aktualisiert am 28.12.2010

Höhere Abgaben, neue Gesetze, weniger Leistungen – aber auch gewisse Preissenkungen. Das Jahr 2011 bringt diverse Veränderungen für die Konsumenten mit sich.

Die happigste Preissteigerung erfahren wieder einmal die Krankenkassenprämien.

Die happigste Preissteigerung erfahren wieder einmal die Krankenkassenprämien.
Bild: Colourbox

Die augenscheinlichste davon betrifft die Sehhilfen: Beiträge für Brillen und Kontaktlinsen fallen im neuen Jahr aus der Grundversicherung.

«Didier Burkhalter hat mich kalt erwischt.» Mit seiner Verwunderung steht Lothar Storck, Geschäftsführer der Fielmann-Filiale am Berner Waisenhausplatz, nicht alleine da. Bundesrat Burkhalter hatte Anfang Dezember eine Anpassung der Krankenpflege-Leistungsverordnung bekannt gegeben – weniger als einen Monat bevor sie in Kraft tritt.

Sturm auf Brillenläden

Die wohl wichtigste Änderung: Ab 1.Januar 2011 fallen die Vergütungen für ärztlich verschriebene Sehhilfen aus der Grundversicherung. Bislang wurden Minderjährige beim Brillen- oder Kontaktlinsenkauf mit bis zu 180 Franken jährlich unterstützt, Erwachsene erhielten denselben Betrag alle fünf Jahre. Für eine Familie mit fünf Brillenträgern bedeutet die Streichung Mehrkosten von bis zu 600 Franken jährlich. Von der Änderung ausgenommen sind lediglich medizinisch bedingte Spezialfälle.

Wenig verwunderlich also, dass die Brillenkäufe in Bern nach der bundesrätlichen Ankündigung markant stiegen: Im Vergleich zum November hätte man bei Fielmann laut Storck bis zu 40 Prozent mehr verkauft. Dass da auch die alljährlichen Spätkäufer inbegriffen sind, lässt Storck nicht unerwähnt: «Die Käufe nehmen im Dezember immer zu, aber in diesem Ausmass ist das absolut ungewöhnlich.» Die starke Zunahme hätte gar dazu geführt, dass man zusätzliches Personal aus Deutschland rekrutieren musste. Storck kann den hohen Verkaufszahlen wenig Positives abgewinnen: «Zusätzliche Käufe sind das kaum, die meisten dürften uns im nächsten Jahr fehlen.» Zudem ärgere ihn die Kommunikation des Entscheids: «So kurz vor Ende des Jahres und mitten im Weihnachtsgeschäft – das nenne ich taktisch genial.» Den Kunden bleibe nichts anderes übrig, als sich zu fügen und noch vor Jahreswechsel zum Optiker zu rennen.

Wer sich sputet, der spart

Der Zeitpunkt des Entscheids erstaunt auch Frank Bärtschi von Bärtschi Optik beim Zytglogge: «In Deutschland gab es kürzlich eine ähnliche Änderung mit geringeren preislichen Auswirkungen. Da wurde Monate im Voraus informiert.» Obwohl die Preise bei seinen Kunden eher zweitrangig seien, hat auch Bärtschi eine Zunahme registriert. Nicht wenige seien zudem im Laden vorbeigekommen, um sich über die neuen Konditionen zu informieren: «Die Ankündigung hat viele Kunden verunsichert.» Auf die Frage, ob auch jetzt noch die Chance auf Reduktion bestehe, haben Bärtschi und Storck die gleiche Antwort parat: «Wer die Brille noch im alten Jahr bezahlt, profitiert.»

Höhere Beiträge für alle

Mit der Streichung von Beiträgen und der Herabsetzung von Höchstvergütungen in anderen Gesundheitsbereichen will Burkhalters Departement des Innern jährlich rund 40 Millionen Franken sparen. Neben den Sehhilfen betreffen diese auch Inkontinenzprodukte, Blutzucker-Messgeräte und -Teststreifen, Lanzetten sowie hydrokolloide und hydroaktive Wundverbände.

Zeitgleich jedoch mit den Kürzungen treten neue Leistungen der Grundversicherung in Kraft. Zum einen beschloss der Bundesrat die Erhöhung der Altersgrenze für die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV): Der Eingriff, der zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs dienen soll, wird künftig bis zum 26.Lebensjahr von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen. Zum anderen übernimmt die Krankenkasse neu Magenbandoperationen bei fettleibigen Personen bereits ab einem Bodymassindex (BMI) von über 35. Bislang war eine entsprechende Operation erst ab einem BMI von 40 kassenpflichtig.

Des Fehlsichtigen Leid scheint 2011 des Übergewichtigen Freud zu sein. Eine Sorge jedoch teilen beide: Unabhängig von der Leistung werden die Beiträge für die Grundversicherung auch 2011 kräftig ansteigen. Laut Bundesamt für Gesundheit um durchschnittlich 8,7 Prozent. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.12.2010, 07:45 Uhr

0

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

Noch keine Kommentare

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!