Wirtschaft

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

«Schweizer brauchen genug Platz für das Necessaire»

Von Jonathan Spirig. Aktualisiert am 07.02.2012

Der Könizer Roland Zeller hat mit «travel.ch» den Schweizer Online-Reisemarkt revolutioniert und treibt jetzt die Expansion des Unternehmens voran. Er erklärt, auf was Schweizer beim Buchen eines Hotels achten.

An der Ferienmesse in Bern konnten über die Webseite von travel.ch Feriengrüsse verschickt werden. Zeller machte gleich selber vor, wie es geht.

An der Ferienmesse in Bern konnten über die Webseite von travel.ch Feriengrüsse verschickt werden. Zeller machte gleich selber vor, wie es geht.
Bild: Jonathan Spirig

Der 42-jährige Roland Zeller am travel.ch-Stand an der Berner Ferienmesse. (Bild: Jonathan Spirig)

Zum Unternehmen und zur Person

Travel.ch wurde im Jahr 2000 von Roland Zeller und drei Mitstreitern ins Leben gerufen. Es ist das führende neutrale Online-Reiseportal mit dem breitesten Reiseangebot auf dem Schweizer Markt. 2005 übernahm Hotelplan (Migros) die Mehrheit am Unternehmen. Mittlerweile operiert die Firma auch in Österreich und Schweden. Demnächst folgen sollen Norwegen und Dänemark.

Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 70 Mitarbeiter, 55 davon in der Schweiz. Im Gegensatz zu anderen Online-Reiseportalen beschäftigt das Unternehmen im Callcenter Reisefachleute. Travel.ch hat im letzten Jahr 120'000 Passagiere bewegt und ist noch immer im Wachstum.

Roland Zeller ist im Könizer Liebefeld aufgewachsen und lebt mittlerweile in Adliswil (ZH). Er ist geschieden und Vater von zwei Kindern. Der 42-Jährige ist leidenschaftlicher YB-Fan und besucht wenn möglich auch jedes Spiel der Mannschaft im Ausland.

Zeller war dieses Jahr zum zweiten Mal in der engeren Auswahl zur «Travel Manager Personality of the Year». Der Award kürt die Branchen-Persönlichkeit des Jahres und wird am 10. Februar anlässlich der Ferienmesse in St. Gallen verliehen.

Links

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Als ihn seine «klassische Karriere in der Tourismusindustrie» in den 90er-Jahren zwei Jahre nach Schweden verschlug, sah Roland Zeller erstmals, wie Reisen über das Internet verkauft wurden. In der Schweiz war der Online-Verkauf zu dieser Zeit noch kein Thema.

Zurück in der Heimat entschied sich Zeller im Jahr 2000 – gemeinsam mit drei Mitstreitern – das erste Schweizer Online-Reiseportal zu lancieren. Als Hindernis entpuppte sich dabei die Tatsache, dass ihnen die Reiseanbieter am Anfang ihre Daten nicht zur Verfügung stellen wollten. «Wir mussten die meisten Informationen aus den Broschüren abschreiben, oder von der Website der Reiseveranstalter abscannen, um unsere Datenbank speisen zu können», erinnert sich der 42-Jährige.

Keiner zu alt um online zu buchen

Als er mit travel.ch online ging dachte Zeller, dass er damit vor allem junge Leute ansprechen würde. Mittlerweile ist ihm aber klar, dass das Internet alle erfasst hat. «Bei uns buchen 80-Jährige, aber auch Eltern von Minderjährigen mussten wir schon alarmieren, weil ihre Sprösslinge gebucht hatten», erklärt er lachend. Wichtig sei den Gründern aber von Anfang an gewesen, dass travel.ch Reisepakete für alle Reisesegmente anbiete und diese neutral miteinander vergleicht.

Seit der Gründung des Unternehmens habe sich der Reiseverhalten der Schweizer grundlegend geändert, stellt Zeller fest. «Der Trend geht momentan in die Richtung mehr, dafür aber kürzere Reisen zu machen.» Besonders beliebt seien Städtereisen.

Auffallend sei dabei vor allem, dass nicht mehr nur so genannte «A-Städte» wie Rom, Berlin oder London als Ziel ausgewählt würden, sondern auch die zweit- oder drittgrössten Städte eines Landes zum Zug kämen. «Aufsteiger des Jahres 2011 war beispielsweise Hamburg», sagt Roland Zeller.

Deutschland immer beliebter

Allgemein könne man sagen, dass Deutschland salonfähig geworden ist. «Der Anti-Deutschland-Reflex von früher ist verschwunden», ist Zeller überzeugt. «Plötzlich ist es trendy, deutsche Städte zu besuchen und dafür zu schwärmen.»

Der Reiseexperte selber outet sich als Fan von Kreuzfahrten. Diese seien vor allem für Mehrgenerationen-Reisen geeignet und relativ günstig. Der Vorfall mit der Costa Concordia sei natürlich sehr bedauerlich, er glaube aber nicht, dass das Kreuzfahrten-Geschäft lange darunter leiden werde. Die anderen Reisearten seien ja eigentlich nicht sicherer.

Das Spezielle an travel.ch ist, dass die Bewertungen auf der Seite allesamt von Schweizern stammen, die diese Reise auch tatsächlich absolviert haben. «Jeder, der bei uns eine Reise gebucht hat, erhält nach der Rückkehr per Mail einen Link, über den er das Hotel bewerten kann», erklärt der Berner. Was die Hotelbewertungen angeht ist travel.ch in der Schweiz der Pionier. Mittlerweile konnten 50'000 Bewertungen gesammelt werden.

Genug Platz fürs Necessaire?

Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen weiss man bei travel.ch natürlich auch, welche Standards für Schweizer besonders wichtig sind: «Für unsere Kunden ist beispielsweise sehr wichtig, ob es im Badezimmer genug Platz für das Necessaire hat.» Besonders wichtig ist den Schweizern im Vergleich mit anderen Nationen auch die Qualität des Frühstücks und natürlich die Sauberkeit.

Travel.ch will aber nicht nur zeigen, welche Hotels den Schweizer Standards gerecht werden. Das Unternehmen hat gemäss Zeller eigentlich auch den Anspruch, eine Reise am günstigsten anzubieten. Deswegen werden die Preise auch regelmässig angepasst. Er sei sich aber durchaus bewusst, dass man fast jedes Angebot irgendwo billiger findet, wenn man viel Zeit in die Internetrecherche investiert, sagt der Reiseexperte.

Expansion in den Norden

Obwohl die Mehrheit am Unternehmen m Jahr 2005 an Hotelplan verkauft wurde und dieses jedes Jahr weiter wächst, will sich der zweifache Vater nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Er treibt die Expansion an vorderster Front an. Das Unternehmen ist seit zwei Jahren in Österreich und seit kurzem auch in Schweden präsent. Demnächst sollen Norwegen und Dänemark folgen.

Die «Rückkehr zu den Wurzeln» begründet Zeller damit, dass Österreicher und Skandinavier ähnliche Standards haben wie die Schweizer. «Diese Länder haben sich quasi aufgedrängt». (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.02.2012, 13:47 Uhr

0

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Noch keine Kommentare

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!