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Zu Besuch beim weltbesten Investor

Von Fredy Gilgen. Aktualisiert am 28.06.2011 7 Kommentare

Auch Warren Buffett kocht nur mit Wasser – aber das besser als alle andern. Ein Portrait der amerikanischen Investmentlegende und seiner Anlagephilosophie.

Wenn er etwas sagt, hört die Finanzgemeinde zu: Investmentlegende und Milliardär Warren Buffet bei der Generalversammlung der Beteiligungsgemeinschaft Berkshire Hathaway.

Wenn er etwas sagt, hört die Finanzgemeinde zu: Investmentlegende und Milliardär Warren Buffet bei der Generalversammlung der Beteiligungsgemeinschaft Berkshire Hathaway.
Bild: Keystone

Buffets Checkliste

Ein hervorragendes Unternehmen zeichnet sich nach Ansicht von Warren Buffett durch die folgenden Kriterien aus:


  • Die Produkte befriedigen echte Bedürfnisse und/oder werden dringend benötigt. Sie können nur schwer substituiert werden.

  • Der Markt ist gut ausdehnbar, es gibt einfache (geografische) Expansionsmöglichkeiten.


  • Das Unternehmen hat starke Marken. Produkte sind klar von der Konkurrenz unterscheidbar.

  • Das Unternehmen verfügt über einemonopolartige Stellung, hat damit auch Preisgestaltungskraft und zudem noch Wachstumspotenzial.

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Eine Rendite von sagenhaften 15'000 Prozent. Schon beim Lesen dieser Zahl dürfte es manchen schwindlig werden. Trotzdem: Es ist ein realer Wert. Einheimsen konnte eine solche Rendite, wer in den letzten 54 Jahren konsequent so angelegt hat wie die Investmentlegende Warren Buffett. Im Durchschnitt entspricht dies einer jährlichen Rendite von kaum zu glaubenden 22 Prozent.

Mit einer solchen Rendite hätte es genügt, monatlich rund 250 Franken beiseitezulegen, und man wäre innerhalb von 22 Jahren zum Millionär geworden und innerhalb von 50 Jahren sogar zum 317-fachen Millionär. Buffett selber brachte es innerhalb der erwähnten 54 Jahre bekanntlich zum dutzendfachen Milliardär und zum zweit- oder drittreichsten Mann der Welt.

Zu verdanken habe er diesen Erfolg nicht in erster Linie einer besonderen anlegerischen Leistung, sondern hauptsächlich der Macht des Zinseszinses, erklärt der Milliardär bescheiden. Sein Geldvermehrungsrezept ist in der Tat kein Geheimnis, sondern kann schwarz auf weiss in seinen Schriften nachgelesen werden. Mit andern Worten: Jeder Mann und auch jede Frau kann versuchen, die Methode des «Orakels von Omaha» zu kopieren.

Qualität zum günstigen Preis

Zu Buffetts eisernen Regeln gehört die Einhaltung der Sicherheitsmarge: Der innere oder auch wahre Wert eines Unternehmens sollte deutlich über dem derzeitigen Marktwert liegen. Man sollte also nur kaufen, wenn der börsennotierte Marktwert unter dem wahren Unternehmenswert liegt. Buffetts Motto: «Zahle nur 50 Cent für einen Dollar.» Dann solle man so lange warten, bis der Markt den wahren Wert erkannt habe. Indirekt ist damit bereits gesagt, wann man kaufen sollte. Immer dann nämlich, wenn hervorragende Unternehmen mit vorübergehenden Problemen zu kämpfen haben, oder generell in Phasen, in denen niemand zu kaufen wagt.

«Frage nicht nach dem Preis, den du für ein Unternehmen zahlst», rät Buffett, «sondern nach dem Wert, den du für dein Geld bekommst.» Auch für hervorragende Unternehmen könne man nämlich zu viel bezahlen. Qualität zum günstigen Preis kaufen heisst also die Kurzformel für diesen Tipp.

Wie gut ist das Management?

Wichtig sodann die Bereitschaft, eine Aktie auch langfristig zu halten: «Wenn ich eine Aktie einmal habe, gebe ich sie am liebsten nie mehr wieder her.» Wenn man einen Titel nicht mindestens 10 Jahre behalten wolle, dürfe man sie auch nicht 10 Minuten besitzen. Kurzfristiges Trading ist mit andern Worten nicht Buffetts Ding. Man sollte Investor sein, nicht Spekulant.

Ein starkes Augenmerk richtet Warren Buffett auf die Qualität des Managements. Hat das Unternehmen einen hervorragenden CEO und ein starkes Managementteam? Werden die Aktionäre bei Problemen genauso aufrichtig orientiert wie bei guten Nachrichten? Entscheidend für Buffett aber ist auch die Führungsorganisation. Sein zusätzlicher und plakativer Rat: «Man sollte nur in Unternehmen investieren, die selbst ein Vollidiot leiten könnte, denn eines Tages wird genau das passieren.»

Diversifizieren Sie nicht

In einem wichtigen Fall weicht der US-Investor von den klassischen Investitionsgrundsätzen ab: «Diversifizieren Sie nicht, sondern konzentrieren Sie Ihre Investments.» Wer über einen Harem mit vierzig Frauen verfüge, lerne nämlich keine richtig kennen. Wer sich auf wenige Investments konzentriere, dem gelinge es weit besser, ein Unternehmen wirklich zu verstehen.

Dank der konsequenten Einhaltung der genannten Regeln ist es Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (BH) gelungen, seit 1965 mit sechs Ausnahmen in jedem Jahr einen Kursgewinn zu erzielen. Die durchschnittliche Rendite in diesen 45 Jahren beträgt leicht über 20 Prozent. Auch während des für Aktienanleger angeblich «verlorenen Jahrzehnts» zwischen 2001 und 2010 hat die BH-Aktie um rund 80 Prozent zugelegt. Zum Kern des BH-Portfolios zählen vor allem Beteiligungen an US-Bluechips wie Coca-Cola, American Express, Bank of America, Johnson&Johnson, Nike, Procter&Gamble oder Colgate. Übrigens: Alle diese Aktien sind nach den Buffett-Regeln gegenwärtig mit einer Sicherheitsmarge von 50 Prozent zu haben. Und auch die BH-Titel selber sind derzeit günstig bewertet.

In Omaha dabei sein

Der Zutritt zu Buffetts Gesellschaft ist einfach. Mit weniger als 80 Dollar ist man dabei . Wer eine Berkshire-B-Aktie erwirbt, kann an den legendären Generalversammlungen in Omaha im US-Staat Nebraska teilnehmen. Mittlerweile tun dies bereits rund 40000 Investoren aus aller Welt, darunter nicht wenige aus der Schweiz. An dieser Veranstaltung beantwortet der mittlerweile 81-jährige Buffett zusammen mit seinem 87-jährigen Partner Charlie Munger während mehrerer Stunden Fragen aus dem Aktionärskreis und von Medienvertretern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.06.2011, 14:37 Uhr

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7 Kommentare

Jens Gloor

28.06.2011, 19:16 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Warren Selbstbedienungs-Buffet ist kein weltbester 'Investor', sondern ein gewiefter Insider, der seine Informationen zu Geld macht - Hinweise gibt's genug im Internet. Auch die SWISS RE hat er erfolgreich erleichtert. Das ist keine Leistung, sondern eine Angelegenheit der 'richtigen Freunde'. Das Geld der Reichen, fehlt den Armen - so einfach ist das. Soziale Engagements sind nur 'PR-Kosmetik'. Antworten


Hans Zumstein

28.06.2011, 16:10 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Stimmt: Auch Buffet kocht nur mit Wasser, aber es wird schneller heiss . . . Antworten



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