Was am Auto wirklich teuer ist

Wer sich ein Auto kauft, muss sich bewusst sein: Es kostet Monat für Monat viel Geld. Eine Aufstellung der Gesamtkosten zeigt: Die Benzinkosten fallen viel weniger ins Gewicht als jene für Garagenplatz oder Versicherung.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Endlich hat das Geld gereicht für ein eigenes Auto. Doch wer glaubt, damit die höchste finanzielle Hürde geschafft zu haben, täuscht sich. Selbst ein billiger Kleinwagen schlägt mit 500 Franken pro Monat zu Buche, wenn man alles miteinrechnet. Erstaunlich ist: Über die Hälfte dieser Kosten fällt sogar an, wenn man keinen Meter weit fährt, sondern das Auto stehen lässt.

Konkret heisst das: Nur den kleineren Teil der Autokosten bezahlt man an der Tankstelle oder in der Garage für Reparaturen und neue Reifen. Den grösseren Teil gibt man aus für Versicherungen, Steuern und den Parkplatz.

Trotzdem kann man bei den Autokosten beträchtlich sparen. Das zeigen die unterschiedlichen Kosten pro Kilometer in der Tabelle: In den drei Beispielen kostet der VW Polo 51 Rappen pro Kilometer oder monatlich rund 640 Franken, wenn man etwa 15'000 Kilometer pro Jahr zurücklegt. Schon beträchtlich teurer kommt ein Skoda Octavia: Für dieses Auto muss man 780 Franken pro Monat rechnen. Und ein Audi A3 kostet sogar 920 Franken pro Monat. Doch nicht alle diese Ausgaben müssen so hoch sein.

Sparen beim Abstellplatz

Schon beim Abstellplatz lassen sich gut 1500 Franken pro Jahr sparen: Wer sein Auto im Freien in der blauen Zone parkiert, braucht in der Stadt Bern zwar eine Anwohnerparkkarte. Sie kostet aber pro Jahr nur 264 Franken. Ein privater Parkplatz im Freien ist hingegen kaum unter 100 Franken Monatsmiete zu haben. Und wer sein Auto in einer Einstellhalle parkieren will, muss in der Stadt Bern sogar mit 150 Franken pro Monat, also mit 1800 Franken pro Jahr, rechnen.

Mehrere Offerten einholen

Autoversicherer verlangen keine einheitlichen Tarife von ihren Kunden. Sie berechnen die Prämien für jeden Kunden einzeln, und zwar aufgrund der Automarke und des Risikoprofils, das sie vom Kunden erstellen. Am besten holt man mindestens drei ­Offerten ein, bevor man eine Autoversicherung abschliesst. Vergleichsportale wie Comparis.ch oder Bonus.ch helfen bei der Auswahl. Für einen Neuwagen wählt man in den ersten zwei bis drei Jahren – wenn er noch viel wert ist – am besten eine Vollkaskoversicherung, danach fährt man günstiger mit einer Teilkaskoversicherung.

Die Fahrzeugsteuern richten sich im Kanton Bern nach dem Gesamtgewicht des Autos. Je leichter das Auto, umso günstiger ist es. Autos der Energieeffizienzkategorie A profitieren zudem während vier Jahren von einem Rabatt von 40 Prozent, solche der Kategorie B von 20 Prozent.

Abklärungen vor dem Service

Je breiter der Pneu und je grösser die Felge, umso mehr kosten die Reifen. Wer beim Reifenkauf sparen will, liest in der Betriebsanleitung des Autos nach, welche Pneudimensionen der Autohersteller empfiehlt, und wählt dann den schmalsten Pneu und die kleinste Felge.

Je nach Automarke und Garage können die Service- und Reparaturkosten stark voneinander abweichen. Schon beim Kauf sollte man abklären, wie häufig ein Service zu welchem Preis nötig ist. Für den Service muss der Garagist einen fixen Preis anschreiben. Am besten hält man die vereinbarten Arbeiten samt Preis in einem schrift­lichen Auftrag fest, bevor man das Auto in die Garage bringt.

Sparen beim Treibstoff

Benzin zu sparen, lohnt sich bei den derzeitigen Benzinpreisen zwar mehr für die Umwelt als fürs Portemonnaie. Trotzdem: Wer es schafft, pro 100 Kilometer einen Liter weniger zu verbrauchen, spart damit 200 Franken pro Jahr.

Weniger sparen lässt sich mit der Auswahl einer billigen Tankstelle: Selbst bei 10 Rappen Preisunterschied pro Liter macht das pro Jahr nur etwa 100 Franken aus.

Die Amortisation

Ein grosser Posten, den allerdings viele Autobesitzer ausser Acht lassen, ist die Amortisation. Das ist Geld, das man nicht wirklich ausgibt, das man allerdings Monat für Monat auf die Seite legen sollte. Denn nur so hat man genügend Geld beisammen, wenn das Auto alt und reparaturanfällig wird und man ein neues braucht.

Geht man von einer durchschnittlichen Lebensdauer von zehn Jahren aus, muss man jedes Jahr zehn Prozent des Autoneuwerts sparen. Bei einem günstigen Kleinwagen sind die Amortisationskosten tief, bei einem teuren Auto entsprechend höher. Ähnlich sieht es beim Wertverlust aus: Je teurer das Auto ist, umso grösser ist der Wertverlust. Obwohl nicht alle Automarken und -typen gleich schnell an Wert verlieren, rechnet man mit einem Durchschnittsverlust von zwei Prozent des Neuwerts pro 10'000 Kilo­meter.

Wenig Spielraum zum Sparen gibt es auch bei den Posten Pflege, Vignette und Pannenhilfe. Es lohnt sich nicht, auf die Autobahnvignette und die Pannen­hilfeversicherung zu verzichten. Ebenfalls keine grossen Beträge sparen kann man bei der Reinigung des Autos.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 30.08.2016, 10:07 Uhr

Kommentare

Blogs

Echt jetzt? Die Tussi im Mann
Gartenblog Warten auf die Wärme

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Zusammenhalt: ein Paar hält Händchen während einer Strassenblockade in Caracas, um gegen dir Regierung zu protestieren (24. April 2017).
(Bild: Ariana Cubillos) Mehr...