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So legen Sie Ihr Geld richtig an

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 25.07.2011 25 Kommentare

Die Hiobsbotschaften aus Europa und den USA reissen nicht ab. Auch Schweizer Kleinanleger sind zunehmend verunsichert, was mit ihrem Geld passiert. Chancen und Risiken der sichersten Anlageformen im Überblick.

1/4 Goldbarren...
Ein Mitarbeiter verpackt 12,5-Kilogramm Goldbarren im Lager der Goldverarbeitungsfirma Argor-Heraeus im Tessin.

   

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Um den Totalverlust des heimischen Vermögens müssen sich die Schweizer keine Sorgen machen. Eine Erhebung des Bankenverbands SwissBanking mit Stand Ende 2010 belegt die starken Fundamentaldaten der Finanzwirtschaft: Der gesamte Schweizer Finanzsektor hat einen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes (Bruttoinlandsprodukt BIP) von 10,7 Prozent. Allein die Vermögensveranlagung hat eine Wertschöpfung von 15,5 Milliarden Franken. Von einem verwalteten Vermögen in der Höhe von 5,5 Milliarden Franken stammen 2,65 Milliarden von Schweizer Kunden und 2,85 Milliarden Franken von ausländischen Kunden. Der Bankensektor insgesamt erwirtschaftet 36,7 Milliarden Franken und trägt 6,7 Prozent zum BIP bei.

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Der Euro vor dem Exitus, Achterbahnfahrten an den Börsen, Schuldenkrisen in Europa und den USA und ein weiterhin steigender Franken zum Euro und zum Dollar – schwierige Zeiten für den verunsicherten Kleinanleger, der nicht mehr weiss, wohin mit seinem Geld. Ein Vergleich der gängigsten Anlageklassen soll Aufschluss darüber geben, wo das Geld am sichersten ist.

Aktien: Aktien bleiben das potenziell ertragreichste Investment. Dabei sollte aber nur dann in Einzeltitel investiert werden, wenn der Anleger die Aktie kennt und von der positiven Entwicklung überzeugt ist. Sonst sollte der Sparer von der Investition in einzelnen Aktien lieber Abstand nehmen, weil das Risiko dabei kaum gestreut wird. Auch das Währungsrisiko kann den Ertrag wieder zunichtemachen: Wer mit Schweizer Franken Aktien in US-Dollar kauft, muss hoffen, dass der Dollar nicht noch mehr an Wert verliert. Besser ist daher, in Indizes zu investieren, die mehrere Aktientitel enthalten. So wird das Gesamtrisiko ein wenig abgefedert. Der Blick auf die Performance macht das deutlich: Der Dow Jones hat im Jahresverlauf um 21 Prozent zugelegt und der Dax um 18 Prozent. Nur der Euro Stoxx hat um läppische 2,5 Prozent zugelegt, weil die Schuldenkrise der Euro-Peripherieländer diesen Index stark gedrückt hat. Auch die Entwicklung des SMI konnte mit einem Minus von fünf Prozent nicht überzeugen. «Der SMI wird voraussichtlich auf diesem niedrigen Niveau bleiben», sagt der Direktor des Schweizer Vermögensverwalters Derivativepartners. Wer Geduld hat, sollte sich daher im Dollar-Raum umschauen. Anlageprofis sagen, wenn der Dow Jones die Marke von 12.700 Zählern durchbreche, dann sei der Weg nach oben offen. Vorausgesetzt, die USA kriegen ihr Schuldenproblem in den Griff.

Anleihen: Die Renditen sind überschaubar. Eine Schweizer Anleihe bringt nicht mehr als 0,8 bis 2,4 Prozent. Für den Kleinsparer, der etwas von seinem Geld sehen will, ist diese Anlageform wenig attraktiv. Wer das Geld nur parken möchte, kann so zumindest die Substanz erhalten. Wer sich aus dem Franken heraustraut, fährt auch nicht schlecht: Die «harten» Euroländer Deutschland, Österreich und die Niederlande sind bei Anleihen anlagetechnisch nach wie vor ein sicherer Hafen. Das Problem bei Anleihen: Steigen die Zinsen, sinkt der Anleihekurs. Die Lösung: Entweder man sitzt die Laufzeit aus und wartet bis zur Tilgung, denn bis dahin werden etwaige Kursverluste wieder wettgemacht. Auch hier gilt: Wer mit Franken Anleihen in anderen Währungen kauft, hat immer auch das Währungsrisiko mitzutragen. Oder man sichert sich über das Investment in einen breiter gestreuten Anleihen-Fonds gegen einen drohenden Kursverlust ab.

Gold: Gold ist im Jahresvergleich absolut gestiegen. Die Kursrallye ging von 1100 US-Dollar je Feinunze auf 1600 Dollar. Im Schweizer Franken Gold zu kaufen, das in US-Dollar notiert, kann aber risikoreich sein. Denn es bleibt unsicher, ob der Dollar gegenüber dem Franken mittelfristig steigen oder sinken wird. Es geht also nicht um die Anlageklasse Gold, die ist laut Experten einigermassen sicher. Sondern darum, dass Gold in der bis dato schwächer werdenden Währung gekauft werden muss. Vereinfacht gesagt: Franken werden in Dollar getauscht, um Gold zu kaufen, und wenn der Dollar weiter sinkt, dann verliert auch das Investment in Gold an Wert. Wer dennoch ein wenig spekulieren will, könnte sich den Einschätzungen der Analysten anschliessen, die bis Weihnachten mit einem Anstieg auf 1800 Dollar je Feinunze rechnen. Zum Jahreswechsel könnte auch die 2000er-Marke geknackt werden.

Immobilien: Die Anlage in Grundstücke, Häuser und Wohnungen in der Schweiz lohnt sich nur dann, wenn der Anleger über ein ausreichendes Grundinvestment verfügt. Der Investor muss sich den hohen Preis im Eigentum leisten, um von den Renditen in Form von Mieterträgen profitieren zu können. Grossimmobilien und Mehrfamilienhäuser werfen hierzulande eine Rendite von fünf bis sieben Prozent ab. Günstigere Kaufmöglichkeiten ergeben sich derzeit im relativ zum Franken billigeren Euroraum. Mit weniger Geld ist man bei Immobilien-Aktien schneller dabei: Immo-Aktien haben den Vorteil, dass sie unter dem geschätzten inneren Wert einer Immobilie notieren. Das Kurspotenzial nach oben stellt ein gewisses Sicherheitspolster dar, schliesst aber mitunter starke Schwankungen nicht völlig aus.

Fazit: In nur eine Anlageklasse zu investieren, ist nicht empfehlenswert. Ein Portfolio sollte sich wie folgt aufteilen: 70 Prozent Aktien, 20 Prozent Gold und zehn Prozent Anleihen. Wobei der Aktienanteil sich auf mindestens zwei solide Indizes verteilen sollte. «Sonst ist das wie eine Geisterbahnfahrt», sagt Derivativepartners-Direktor Martin Raab. Bei einer gemischten Anlageform winken dem Anleger mittelfristig Renditen von durchschnittlich fünf bis sechs Prozent. Kurzfristig droht allerdings auch ein Verlust von acht bis zehn Prozent. Der Anlagehorizont ist dabei entscheidend: Wer das Geld mindestens drei bis fünf Jahre liegen lässt, kann noch am ehesten gewinnen. Weniger empfehlenswert sind konservativ gemanagte Fonds: Die Performance ist nicht überzeugend, und die Verwaltungskosten fressen den geringen Ertrag wieder auf. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.07.2011, 06:29 Uhr

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25 Kommentare

tanja huber

26.07.2011, 08:47 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Eine Asset Allokation mit aktuell 70% Aktien zu empfehlen ist eine Schweinerei und absolut unseriös. Das ist wie wenn ich auf rot oder schwarz setze. Kein Wort wird erwähnt über die Gewichtung von Fremdwährungen (ich bevorzuge 95% CHF). Dieser Artikel kann ich definitv nicht ernst nehmen - macht mir aber Angst, wenn ich mir vorstelle, dass es Leute gibt die sich danach ausrichten werden. Antworten


Guido Graf

26.07.2011, 10:02 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Wie macht man an der Börse ein kleines Vermögen? Indem man vorher ein grosser Vermögen hatte! Antworten



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