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Sawiris' Firma leidet unter Kairo

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 26.01.2011 4 Kommentare

Gestern ist die Orascom-Aktie um fast 10 Prozent abgestürzt. Die Sorge der Anleger gilt weniger dem Projekt in Andermatt als dem Schwerpunkt der Firma in Ägypten. Analysten setzen dennoch auf den Titel.

Macher und Modell: Samih Sawiris vor den Plänen für sein Tourismusressort in Andermatt.

Macher und Modell: Samih Sawiris vor den Plänen für sein Tourismusressort in Andermatt.
Bild: Keystone

«Die Schweiz ist krisensicher»: Samih Sawiris. (Video: Keystone )

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Orascom hat heute Verkäufe und Reservierungen für sein Projekt in Andermatt im Umfang von 102 Millionen Franken bekanntgegeben. Damit hat das Unternehmen des Ägypters Samih Sawiris das selbst gesteckte Ziel von 100 Millionen Franken auf dieses Datum hin leicht übertroffen. An der Börse hat der Titel des Unternehmens zumindest anfänglich keinen Freudensprung gemacht. Nach Handelsbeginn ist die Aktie sogar um mehr als 3 Prozent abgestürzt. Danach hat sie sich allerdings gegen Mittag auf 1,7 Prozent im Plus erholt.

Besonders stark abgestürzt ist der Aktienkurs des Unternehmens gestern. Den Grund dafür orten Analysten in den Entwicklungen in Ägypten, wo das Unternehmen mit Hotelanlagen und Immobilienprojekten den Schwerpunkt seiner Tätigkeit hat. Laut Marco Strittmatter, Analyst der Züricher Kantonalbank (ZKB), generiert das Unternehmen 80 bis 90 Prozent seines Umsatzes in seinem Heimatland. Strittmatter hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Unruhen im Land sich auf die «Retortenstadt» El Gouna auswirken. El Gouna ist die «Flagschiff-Stadt», wie sie vom Unternehmen selbst bezeichnet wird. Sie besteht aus Luxusresorts, privaten Liegenschaften von Reichen und Hotels, liegt am roten Meer und ist rundum von Wüste umgeben.

Landbesitz übertrifft Börsenbewertung

Der ZKB-Analyst empfiehlt die Orascom-Aktie zum Kauf. Vor allem deshalb, weil die Aktienkapitalisierung den inneren Wert des Unternehmens nur unzureichend wiedergebe. Laut einer unabhängigen Landbewertung übertreffe allein der Wert des unbebauten Landes im Besitz von Orascom in Ägypten und in Oman den Börsenwert deutlich. Gemäss Bewertung der einzelnen, zum Unternehmen gehörenden Teile («Sum-of-the-parts») wäre laut Strittmatter ein Aktienkurs von 85 Franken angemessen. Momentan notiert die Orascom-Aktie etwas über 50 Franken.

Laut Daten von Thomson-Reuters kommt Orascom bei den Analysten generell gut an. Sie erwarten im Schnitt wie schon in den Vorjahren eine weitere Steigerung der Umsätze und des Gewinns, die Bruttomarge soll sich danach stabil um 34 Prozent herum bewegen. Von den wenigen 4 von Thomson-Reuters befragten Analysten empfehlen 3 die Aktie zum Kauf, einer würde sie bloss halten. Als Risiko für Anleger bezeichnet ZKB-Analyst Strittmatter mittelfristig die Möglichkeit, dass Orascom für seine Ausbaupläne wie schon im letztes Jahr eine Aktienkapitalerhöhung durchführt, was den Wert der gehandelten Titel verwässern würde.

Der psychologische Wert von Andermatt

Die Ausbaupläne in Andermatt haben nach weiteren zwei im Bau befindlichen Projekten in Oman laut Marco Strittmatter die drittgrösste Bedeutung für das Unternehmen. Doch der Wert von Andermatt für Orascom geht über das Finanzielle hinaus. ZKB-Analyst Strittmatter sieht auch eine hohe psychologische Bedeutung. Ein grosses Projekt in der Schweiz verschafft dem Unternehmen Prestige, das ihm auch in weiteren Ländern die Türen öffnen könnte. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.01.2011, 15:50 Uhr

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4 Kommentare

Sven Grenacher-Mattli

26.01.2011, 17:51 Uhr
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Die 102 Mio. beziehen sich leider mehr auf Reservierungen als auf Verkäufe, und die wurden in letzter Zeit zu über 80% wieder storniert. Ein Bootshaus an einen Hydranten zu bauen käme den Leuten noch vor dem Kauf einer eigenen, Millionen teuren Wohnung in Andermatt in den Sinn. Gesucht sind deshalb Spekulanten, welche sich überzeugen und einnehmen lassen von Sawiris fantasierter Planwirtschaft. Antworten


Altorfer Kurt

27.01.2011, 11:02 Uhr
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Mit der neuen Weissgeldstrategie der Schweiz wird es vermutlich immer schwieriger solche Luxuswohnungen zu verkaufen. Die Angst geht um, dass etwas aufgedeckt werden könnte! So Antworten



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