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Kein Magnet zieht mehr Geld an

Von Bruno Schletti. Aktualisiert am 11.06.2010 9 Kommentare

Der Finanzplatz Schweiz ist bei reichen Ausländern immer noch die erste Adresse. 2100 Milliarden Franken Offshoregelder liegen auf Schweizer Banken.

Die wichtigsten Vermögensverwalter der Welt - Grafik vergrössern

Nicht dass in der kleinen Schweiz die grössten Geldsummen liegen würden. Der Schweizer Finanzplatz ist aber mit Abstand das bedeutendste Offshorezentrum – der Ort also, wo am meisten ausländisches Geld verwaltet wird. Geld, das über die Grenze kommt. Deshalb redet man vom Crossborder-Geschäft.

3,1 Billionen an Vermögen

Das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group hat die Zahlen zusammengestellt: 2009 verwalteten die in der Schweiz ansässigen Banken insgesamt 3,1 Billionen oder 3100 Milliarden Franken. Damit liegt die Schweiz weit hinter den USA (25,6 Billionen) oder Grossbritannien (4,1). Sie verwaltet aber deutlich mehr Geld als Hongkong (1,6 Billionen) und Singapur (1,1), die Finanzzentren im Fernen Osten.

Ein komplett anderes Bild ergibt sich, wenn man nur die Offshoregelder betrachtet. In diesem Segment ist der Schweizer Bankenplatz im Jahr 2009 mit 2,1 Billionen Franken an betreuten Vermögenswerten weltweit führend – vor Grossbritannien, Luxemburg und den USA. Obwohl der Druck aus den USA und der EU auf die Verwalter dieser Gelder merklich zugenommen hat, scheint die Attraktivität des Schweizer Finanzplatzes als sichere Trutzburg kaum an Popularität eingebüsst zu haben. «Die Schweiz wirkt nach wie vor wie ein Magnet für das grenzüberschreitende Anlagevolumen», sagt Peter Damisch von Boston Consulting.

Offshoregeld als Risikoposten

Die Offshoregelder machen zwei Drittel der in der Schweiz verwalteten Vermögen aus. Daraus lässt sich eine gewisse Abhängigkeit und Verletzlichkeit ablesen – namentlich wenn der Druck aus dem Ausland auf diese teilweise unversteuerten Vermögenswerte zunehmen sollte. Grösser ist der Anteil grenzüberschreitender Gelder mit 94 Prozent nur noch in Luxemburg.

Die Boston-Consulting-Leute gehen von einem weiteren Wachstum im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft aus. Sie rechnen mit einer jährlichen Zuwachsrate von 4 Prozent für die Periode 2009 bis 2014. Matthias Naumann, Leiter von Boston Consulting Schweiz, schränkt aber ein: «Der Anteil der Crossborder-Gelder aus Europa wird zurückgehen.» Diesen Rückgang könnten die Schweizer Banken deshalb zu spüren bekommen, weil der grosse Teil der grenzüberschreitenden Gelder aus Westeuropa stammt – 0,9 von 2,1 Billionen. Eine halbe Billion kommt aus dem Nahen Osten. Daneben nehmen sich die 100 Milliarden US-Gelder fast schon bescheiden aus.

Betrag gleich hoch wie 2007

Weltweit summieren sich die auf Banken deponierten Anlagen auf 111,5 Billionen Dollar. Dieser Betrag ist praktisch gleich hoch wie im Jahr 2007. Die Vertreter von Boston Consulting sind selbst überrascht, dass die durch die Finanzkrise ausgelösten Vermögenseinbrüche so schnell wieder ausgeglichen werden konnten. Das Vermögensverwaltungsgeschäft habe 2009 ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Das scheint allerdings nicht das Verdienst der Banker zu sein. Anna Zakrzewski von Boston Consulting sagt: «Fast das ganze Wachstum ist durch die Marktperformance getrieben. Mit der Leistung der Berater hat es wenig zu tun.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.06.2010, 22:31 Uhr

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9 Kommentare

antonio jattetti

11.06.2010, 09:11 Uhr
Melden

und das wollen unsere unfähigen, rückratlosen toppolitiker aufgeben. unsere lebensgrundlage. und was auch damit zusammenhängt ist unsere reputation. "swissmade" oder "switzerland" ich kennen niemanden der das nicht mit freiheit und sicherheit gleichstellt. darum vordere ich das schweizer volk auf zu mehr patriotismus. und zur verteidigung unserer werte die unsere politiker zerstören wollen.verrat! Antworten


steve walker

11.06.2010, 11:03 Uhr
Melden

@antonio jattetti: Die Schweizer Werte und die Reputation werden nicht durch unsere unfähigen Politiker, sondern durch unsere unfähigen Bänkler zerstört, welche immer noch der Meinung sind, dass mit Hehlergeschäften und gestohlenem Geld weitergewurstelt werden kann. Antworten



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