Ist der Gold-Boom zu Ende?
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 07.12.2009 27 Kommentare
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Gold (Dollar/Unze)
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Fast täglich jagten sich die Meldungen, dass der Goldpreis wieder neue Höchstwerte erreicht hat. Innerhalb eines Jahres hatte das Edelmetall 56 Prozent an Wert zugelegt, im laufenden Jahrzehnt hat sich sein Preis sogar mehr als vervierfacht. Angesichts dieses rasanten Anstiegs kommen gibt es immer mehr Zweifel auf, ob sich hier bereits eine neue Blase bildet.
Am Freitag erhielten solche Ängste neue Nahrung: Der Goldpreis sackte an diesem Tag um 4 Prozent ab. Auch heute setzt das Edelmetall seinen Sinkflug fort (siehe Grafik). Grund für den Kurstaucher Ende letzter Woche waren überraschend positive Daten zur Konjunktur in den USA: Anders als erwartet haben sich nur 11'000 Personen im November als arbeitslos gemeldet. Erwartet wurden 125'000. Viele sehen im Edelmetall einen Hort der Stabilität in der Wirtschaftskrise; das ist der Treiber hinter dem Goldrausch auf den Märkten. Bessere Wirtschaftsaussichten mindern die Notwendigkeit für diese Art von Versicherung.
Was alles für eine Blase spricht…
Analysten und Fondsmanager, die den Goldpreis für deutlich überbewertet halten, führen dafür eine Reihe von Gründen an. So wird der Preis momentan fast ausschliesslich durch die Spekulation getrieben. Die Käufe für den praktischen Gebrauch des gelben Metalls sind dagegen deutlich zurückgegangen: Schmuckhändler haben laut dem «Wall Street Journal» ihre Käufe im dritten Quartal um 30 Prozent reduziert. Die Verkäufe von Goldbarren und -münzen sind weltweit um 33 Prozent eingebrochen. Die Zukäufe von Goldfonds (ETF), mit denen Anleger indirekt auf den Preis spekulieren können, beliefen sich seit Ende September auf bloss 3 Prozent.
Ebenfalls für eine Preisblase spricht die Tatsache, dass vor allem Käufe von Goldfutures stark zugenommen haben. Das sind Wetten auf den künftigen Goldpreis, die mit einem hohen Hebeleffekt eingegangen werden. Das bedeutet, dass sich der Gewinn auf einem Anstieg des Goldpreises vervielfachen lässt. Das trifft aber auch auf Verluste bei einem Sinklfuges des Preises zu. Nimmt daher der Preis des Goldes ab, besteht die Gefahr, dass Anleger sehr schnell ihre Future-Positionen verkaufen müssen, was den Druck auf den Goldpreis weiter verstärkt.
…und warum sie dennoch anhält
Auch die Art der Käufer macht eine Preisblase wahrscheinlich. Heute kann praktisch jedermann in Gold spekulieren. Fonds (ETF), die den Preis von Gold abbilden gibt es erst seit 2003. Sie haben mächtig Zulauf. Laut «Bloomberg» hält allein der grösste dieser Fonds, SPDR Gold Trust mehr vom Edelmetall als die Schweizerische Nationalbank. Wenn so gut wie jeder plötzlich von einer Marktentwicklung profitieren will, war das bisher oft ein Hinweis für eine Blasenbildung, die am Ende in Tränen endet.
Trotz der zunehmenden Skepsis auf den Goldmärkten, ist offenbar noch immer eine Mehrzahl der Analysten der Ansicht, das Rallye halte weiter an. Selbst unter jenen, die von einer Preisblase überzeugt sind, glauben viele, diese werde noch nicht so bald platzen. Hauptgrund dafür ist die Erwartung, dass die Zinsen – vor allem in den USA – noch längere Zeit tief bleiben werden. Das hält auch die Opportunitätskosten der Goldhaltung – in Form entgangener Zinsrenditen – tief. Tiefe Zinsen schwächen zudem die Währung, wie sich das beim Dollar zeigt, und die Angst vor einer künftigen Inflation steigt. Beides motiviert zu Goldspekulationen. Grund zu Optimismus machen auch die Goldkäufe vieler Zentralbanken, besonders in den aufstrebenden Ländern. Sie sehen im Edelmetall eine Alternative zum Dollar für ihre Währungsreserven. Noch vor wenigen Jahren haben Notenbanken der reichen Länder Gold vor allem verkauft.
Weit von normalen Zeiten entfernt
Erst wenn die Konjunktur wieder kräftig anzieht, werden die führenden Zentralbanken die Leitzinsen wieder anheben. Doch damit ist in nächster Zeit nicht zu rechnen. Trotz positiver Daten, wie jener zum Arbeitsmarkt in den USA, steht die Weltwirtschaft noch immer unter Stress. Die Situation verschlimmert sich zwar weniger, aber von normalen Zeiten ist man noch weit entfernt.
Selbst wenn die Goldrallye tatsächlich noch weitergeht, ist Vorsicht angebracht. Irgendwann wird die Blase platzen. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht, ist Gold ohnehin keine besonders sichere Anlage. In den Siebzigerjahren ist der Preis des Edelmetalls um das 24-fache angestiegen, nur um anfangs der Achtziger wieder 65 Prozent seines Wertes zu verlieren. Wer von 1980 bis zum bisherigen Höchststand am 3. Dezember 2009 auf Gold gesetzt hat, ist nach Berücksichtigung der Inflation sogar ärmer geworden. Der Wertverlust beträgt laut «Bloomberg» 79 Prozent. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.12.2009, 13:52 Uhr
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27 Kommentare
Sie wird platzen und dann geht das grosse gejammer der Spekulanten und Händler und Investoren los und ich muss sagen hoffentlich platzt sie weil niemand etwas gelernt hat aus der Aktienblase und wir werden in vielleicht 10 Jahren wieder das gleiche erleben, mit immer noch bonigesteuertem Verhalten also bringt endlich etwas in der Zeitung das lesenswert ist. Antworten
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