Ein streitbarer Liberaler

Walter Wittmann war ein Verfechter des freien Marktes und warnte vor Krisen und Crashs. Nun ist Walter Wittmann gestorben.

Während über 30 Jahren lehrte Walter Wittmann an der Universität Freiburg Volkswirtschaftslehre.

Während über 30 Jahren lehrte Walter Wittmann an der Universität Freiburg Volkswirtschaftslehre. Bild: Keystone

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Unter den Schweizer Wirtschaftsprofessoren gehörte Walter Wittmann zu den pointiertesten Verfechtern von liberalen Ideen. Am vergangenen Freitag ist er 80-jährig gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei erwachsene Kinder. Wittmann ist in Disentis GR aufgewachsen. Während über 30 Jahren lehrte er an der Universität Freiburg Volkswirtschaftslehre. Von Formeln, wie sie viele seine Kollegen extensiv verwenden, hielt er nicht allzu viel.

Er liebte vielmehr das geschriebene Wort. Mit geschliffenen Sätzen argumentierte er für seine Überzeugung. Er war sich auch im Klaren darüber, dass er mit seinen Ideen bei vielen auf Ablehnung stiess. «Als Neoliberaler gilt man bei gewissen Leuten als Volksfeind. Aber das Problem ist, dass diese Leute den Neoliberalismus mit dem Liberalismus des 19. Jahrhunderts verwechseln», sagte er einmal gegenüber dieser Zeitung. Im Unterschied zum ­Liberalismus des 19. Jahrhunderts akzeptiere ein Neoliberaler, dass eine Marktwirtschaft gewisse Regeln brauche, an die sich alle halten müssen. So missachte ­etwa ein Umweltverschmutzer das Verursacherprinzip.

Wittmanns Spezialgebiet war die Finanzwissenschaft – die Lehre über die Staatsfinanzen. Er war der Überzeugung, dass die Staaten die Tendenz haben, über ihre Verhältnisse zu leben und auf den Bankrott zuzusteuern. Auch gewisse Entwicklungen an den Finanzmärkten waren ihm nicht geheuer. Im Jahr 2007 – also unmittelbar vor dem Ausbruch der Finanzkrise – veröffentlichte er ein Buch mit dem ­Titel «Der nächste Crash kommt bestimmt». Und der Crash kam. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 16.02.2016, 19:11 Uhr)

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