Wirtschaft

Die Hypothekarzinsen können nur noch steigen

Nicht nur auf den Aktienmärkten, sondern auch bei den Zinsen könnte die Talsohle erreicht sein. Kurze Festhypotheken können eigentlich nur noch teurer werden.

Lorenz Heim, VZ Vermögenszentrum.

Lorenz Heim, VZ Vermögenszentrum.

Nicht nur auf den Aktienmärkten, sondern auch bei den Zinsen könnte die Talsohle erreicht sein. Kurze Festhypotheken mit Laufzeiten von drei oder sechs Monaten sind gegenüber Anfang Jahr nochmals um rund 0,25 Prozentpunkte gesunken und kosten aktuell um die 1,3 Prozent, Festhypotheken mit fünf Jahren Laufzeit gibt es ab 2,5 Prozent, solche mit zehn Jahren ab 3,2, und bei 15 Jahren sind es 3,65 Prozent.

Die Zinsentwicklung bei den kurzen Festhypotheken ist abhängig von den von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) festgelegten Leitzinsen. Die Nationalbank lässt die Zinsen erfahrungsgemäss auch dann noch auf tiefem Stand, wenn die Konjunktur bereits als zartes Pflänzchen wie Schneeglöckchen im Frühling aus der Rezession hervorsticht. Mit einem Anstieg der Leitzinsen ist deshalb realistischerweise frühestens im nächsten Jahr zu rechnen.

Negative Nachrichten sind enthalten

Anders sieht es mit den Zinssätzen für länger laufende Festhypotheken aus. Diese orientieren sich am Kapitalmarkt, und der reagiert viel schneller auf positive oder negative Nachrichten aus der Wirtschaft als die Leitzinsen. Da die vielen schlechten News der letzten Monate bereits in den tiefen Zinsen enthalten sind, kann es hier eigentlich nur noch nach oben gehen.

Unter Druck geraten könnten die derzeit tiefen Zinsen auch, wenn sich eine Inflation breitmacht. Dieses Szenario wird derzeit heiss diskutiert, da die Milliarden an staatlichen Unterstützungsgeldern immer mehr über die Notenpresse finanziert werden. Ein teilweiser Umstieg in Festhypotheken sollte deshalb jetzt geprüft werden.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.04.2009, 09:11 Uhr


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