Wirtschaft

Der Vorbörsenbericht

Der tägliche Morgenreport der «Finanz und Wirtschaft» zur Lage an den internationalen Aktienmärkten.

Stand: Donnerstag, 9. Februar 2012 08:03 Uhr

Finanz und Wirtschaft

Kennzahlen

SMI6155.86-0.0%
Euro Stoxx 502512.92-0.1%
Dow Jones12883.95+0.0%
Nasdaq Comp.2915.86+0.4%
Nikkei 2259002.24-0.2%
Hang-Seng20979.22-0.2%
Singapur STI2980.71-0.1%
USD/CHF0.9104-0.3%
EUR/CHF1.2104+0.1%
10J Eidg.0.820Bp
Erdoel (Brent)117.62+0.8%
Gold1732.90-0.1%

Quelle: Thomson Reuters

Wichtige Ereignisse

09:00 CS Group MK zu Ergebnis 2011
09:30 Nobel Biocare MK zu Ergebnis 2011
09:30 Vattenfall Ergebnis 2011
13:00 PepsiCo Ergebnis Q4
13:00 Philip Morris Ergebnis Q4
 
CN Konsumentenpreise
09:00 CH Kof Konjunkturumfrage
10:00 CH MK zu Kof Konjunkturumfrage
10:30 UK Handelsbilanz
10:30 UK Industrieproduktion
11:00 EZ Ifo-Index Wirtschaftsklima
11:00 UK Konsumentenpreise
12:30 AT Opec Bericht Ölmarkt
13:00 UK Zinsentscheid BoE
13:45 EZ Zinsentscheid EZB
14:30 EZ PK zu Zinsentschid EZB
14:30 US Erstanträge Arbeitslosengeld
16:00 US Lagerbestände Grosshandel

Overnight

USA: Der Start der Gespräche zwischen dem griechischen Premierminister und den Parteien wurde als positives Zeichen gewertet. Besonders fest waren Banken- und Technologiewerte. Bank of America stiegen 3,6%. Hartford Financial Services waren 7,6% fester. Der Grossinvestor John Paul hatte gesagt, das Unternehmen müsse energisch vorgehen, um den Niedergang aufzuhalten. Cisco Systems (+1,1%) stiegen im nachbörslichen Handel um bis zu 3,2%, konnten die Gewinne jedoch nicht halten. Ertrag und Umsatz waren im zweiten Quartal stärker als erwartet gestiegen. Computer Sciences schossen 19% in die Höhe Das Unternehmen hat einen neuen CEO ernannt. Western Union (-10%) rechnet für 2012 mit einem Gewinn pro Aktie von 1.75 $; der Markt war von 1.81 $ ausgegangen. Der S&P E-Mini-Future ist bei 1‘343.75.

Asien: Die Börsen in Asien litten unter der anhaltenden Unsicherheit über die Situation in Griechenland. Zudem war die Inflation in China im Januar höher als erwartet. Das dämpfte Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik. In Hongkong kamen deshalb insbesondere Immobilien- und Bankwerte unter Druck. Cheung Kong Holdings fielen 2,4%, Bank of Communications 2,5% und Bank of China 1,5%. Schwach waren auch Titel aus dem Rohstoffsektor. PetroChina fielen 1,4%, BHP Billiton 2,4% und Fortescue Metals Group 2,2%. In Japan verloren Aktien von Industrieunternehmen an Wert, nachdem die Aufträge für die Maschinenindustrie enttäuschten. Hitachi Construction Machinery büssten 2,2% ein und Kawasaki Heavy Industries 2,3%. Mitsubishi Paper Mill gewannen 12%. Der Konkurrent Nippon Paper Group (+6,7%) hatte am Vortag ein gutes Resultat ausgewiesen.

Devisen: Der Euro tendierte im Asienhandel gehalten. Die Investoren warten ab, was aus den Gesprächen zwischen dem griechischen Premierminister, europäischen Spitzenpolitikern und dem IWF resultiert. Der Euro notierte gegenüber dem Dollar 1.3259 $/€ nach 1.3255. Gegenüber dem Yen handelte der Euro bei 102.30 Yen/$ nach 102.12. Der Yen gab gegenüber dem Dollar auf 77.18 Yen/$ nach. Am Vortag wurden 76.82 bezahlt.
Erdöl für Lieferung März stieg 30 Cents auf 98.71 $/Fass. Es erhielt Rückhalt durch einen geringer als erwartet ausgefallenen Anstieg der Bestände in den Rohöllagern. Gold für Lieferung April sank 17.10 $ auf 1‘713.30 $/Unze.

News Vorbörse Schweiz

Das Ergebnis der Credit Suisse ist im vierten Quartal 2011 weit unter den Markterwartungen ausgefallen: Es resultierte ein Verlust von 637 Mio. Fr. Gegenüber dem Vorquartal sanken die Einnahmen 34% auf 4,47 Mrd. Fr. Neben einem schwachen Ergebnis im Bereich Investment Banking (vorsteuerliches Minus von 1,31 Mrd. Fr.), belastete ein Kostensenkungsprogramm mit 981 Mio. Fr das Resultat. Auch in der Division Asset Management glitt der Gewinn 5% auf 87 Mio. Fr. zurück. Einzig das Private Banking erhöhte trotz weniger Ertrag das Ergebnis (vor Steuern) von 183 im Vorquartal auf 467 Mio. Fr. Rückstellungen für den Streit und die allfällige Busse mit den US-Steuerbehörden wurden im letzten Quartal keine getätigt. Die Aktien Credit Suisse notieren vorbörslich über 4% im Minus.

Für das Gesamtjahr ergibt sich für die Credit Suisse ein Plus von 1,95 Mrd. Fr. nach 5,09 Mrd. Fr. im Vorjahr. Per Ende Jahr verwaltete die Grossbank 1229,5 Mrd. Fr., Ende September 2011 beliefen sich die Kundengelder auf 1197 Mrd. Fr. Im Gesamtjahr floss 40,9 Mrd. Fr. Neugeld zu (VJ: 69 Mrd. Fr.). Der Generalversammlung wird eine Dividendensenkung von 1,30 Fr. auf 0,75 Fr. vorgeschlagen.

Der Start ins Jahr 2012 sei geglückt. Die Credit Suisse geht davon aus, das ursprünglich für Ende 2012 avisierte Niveau an risikogewichteten Aktiven von 80 Mrd. Fr. bereits per Ende des ersten Quartals zu erreichen.

Nobel Biocare: Der Hersteller von Zahnimplantaten verzeichnet für 2011 einen 1,3% tieferen Umsatz von 569 Mio. €. Der Betriebsgewinn sank 15,1% auf 72,1 Mio. € und der Reingewinn fiel 12,9% auf 39,8 Mio. €. Im vierten Quartal wurde allerdings bei annähernd konstantem Umsatz ein gegenüber der Vorjahresperiode um 16,8% höheres Betriebsergebnis von 23 Mio. € erzielt. Die Resultate erreichen knapp die Erwartungen der Analysten. Nobel will eine Dividende von 15 Rappen (Vorjahr: 35 Rappen) auszahlen.

Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) rechnet für 2011 mit einem markant niedrigeren Ergebnis. Gegenüber 108,5 Mio. Fr. Überschuss im Vorjahr sollen nur noch 15 Mio. Fr. resultieren. „Schwierige Marktverhältnisse“ hätten sich ungünstig auf verschiedene Ertragspositionen ausgewirkt. Die im Herbst kommunizierte Einzelwertberichtigung eines Lombardkredits von 49 Mio. Fr. trug ebenfalls zur Abnahme bei. Netto flossen der Bank 0,6 Mrd. Fr. zu (VJ: 2,7 Mrd. Fr.). Per Ende 2011 betreute LLB 48,1 Mrd. Fr. Detaillierte Zahlen werden am 27. März veröffentlicht.

Mettler-Toledo hat den Gewinn im vierten Quartal 2011 gegenüber der Vorjahresperiode 17% auf 94,3 Mio. $ gesteigert. Der Umsatz wuchs in der gleichen Periode 9,3% auf 648,4 Mio. $. Der Präzisionswaagenhersteller im Holdingsitz in Greifensee erzielte im Gesamtjahr 2,31 Mrd. $ Umsatz (+17%). Der Gewinn fiel 16% höher aus (269,5 Mio. $). Für das aktuelle Jahr erhöht das Management die Erwartungen. Das Ergebnis soll 10-14% wachsen, während der Umsatz in Lokalwährungen 5-7% höher gesehen wird.

Der Warenprüfkonzern SGS hat die Übernahme von Roplex Engineering bekannt gegeben. Das Britische Unternehmen ist auf Unterstützung im Ingenieurswesen spezialisiert und primär in Ölvertriebsstationen im Vereinten Königreich tätig. Sie bieten Testdienstleistung für Dampfableitungssysteme an. 2011 erzielte Roplex Engineering 1,6 Mio. GBP Umsatz.

Orell Füssli: Die Druck- und Buchhandelsgruppe meldet für 2011 einen 9% tieferen Umsatz von 289 Mio. Fr. Der Betriebsgewinn ist inklusive Restrukturierungskosten um 83% auf noch 2,3 Mio. Fr. gesunken. Ohne Restrukturierungskosten hätte ein Rückgang von 39% auf 8,1 Mio. Fr. resultiert. Grund war Preisdruck im Buchhandel und eine schwächer als erwartet ausgefallener Geschäftsgang im Druckmaschinenbereich (Atlantic Zeiser). 2012 soll wieder bessere Ergebnisse bringen.

Basilea: Das Biotech-Unternehmen hat 2011 Einnahmen von 66,8 Mio. Fr. erzielt Im Vorjahr waren es dank Entschädigungs- und Abschlagszahlungen 243,2 Mio. Fr. gewesen. Unter dem Strich resultiert ein Verlust von 57,6 Mio. Fr. (Vorjahr: Gewinn von 107,7 Mio. Fr.) Die Analysten hatten mit einem Verlsut von rund 70 Mio. Fr. gerechnet. Die liquiden Mittel betrugen zum Jahresende 197 Mio. Fr.

Der Airline-Caterer Gategroup verhandelt mit den Banken über eine Verlängerung und Konditionenanpassung der Kreditlinien von insgesamt 850 Mio. Fr.

Seco/Konsumentenstimmung Schweiz: Der Index der Konsumentenstimmung beträgt für Januar 2012 -19, was einer leichten Verbesserung gegenüber der letzten Erhebung im Oktober (-24) entspricht. Im Juli 2011 betrug der Index noch -17, im April 2011 -1 und im Januar 2011 +10. Verbessert hat sich im Januar die Erwartung bezüglich der Wirtschaftsentwicklung (-29 gegenüber -38 im Oktober).

Ratings und Kursziele

Syngenta:  Barclays hebt das Kursziel von 318 auf 319 Fr.
Rieter:  UBS hebt das Kursziel von 140 auf 185 Fr.

Charttechnik

SMI

Der SMI beginnt den Handelstag heute auf einem harten Support. Einerseits hat er das über Montag/Dienstag aufgebaute Dreieck abgehandelt und steht nun wieder an dessen Ausbruchslinie. Andererseits ist natürlich auch die auf den Anstieg der vergangenen 10 Tage bezogene Trendlinie näher gerückt.
Wir erwarten, dass der SMI die Supportzone bei 6140 heute testen wird. Ein Bruch derselben ist aber noch nicht zwingend und kann möglicherweise auch noch um weitere 1-2 Handelstage hinausgeschoben werden. Der wichtigste Support im kurzfristigen Mehrtagesbereich verläuft im Bereich um 6100. Aktien-Handelsideen finden Sie, jetzt zweimal täglich aktualisiert, im invest.ch-Rooster.

Ausblick - EZB - Grenzen der Bilanzsteuerung

Die EZB gibt heute ihren Zinsentscheid bekannt. Die Analysten von Morgan Stanley gehen von unveränderten Leitzinsen von 1% aus. Allerdings schliessen sie eine Senkung nicht gänzlich aus – ein „close call“ eben. Im Verlaufe des ersten Quartals rechnen sie mit einer Reduktion der Leitzinsen um 50 Basispunkte. Generell sehen die Ökonomen des Finanzhauses Probleme nicht nur auf die EZB, sondern auf viele Notenbanken zukommen.

Durch die Aufblähung ihrer Bilanzen hätten die Zentralbanken einen Krisenpuffer geschaffen. Rein technisch gesehen können sie die Bilanz zwar ad infinitum ausweiten. Aber es gebe eine ultimative Grenze. Diese sei erreicht, wenn das Vertrauen der Märkte in die Notenbanken schwinde. Das Vertrauen würde wohl dann leiden, wenn die Geldpolitik inflationäre Folgen hat. Und das wäre der Fall, wenn die Bilanz nicht mehr mit der Liquiditätspräferenz des breiten Publikums übereinstimme.

Wann aber ist der Punkt erreicht, an dem das Publikum in noch mehr Geld keinen Nutzen mehr sieht und es als wertlos erachtet? Schon jetzt könnte argumentiert werden, dass mit dem vielen neuen Geld nichts mehr wirklich Sinnvolles in den Finanzmärkten gekauft werden kann, will man denn nicht auf Zockerniveau abgleiten. So gesehen ist Geld schon jetzt für viele Zwecke wertlos und damit die von Morgan Stanley gezogene Grenze der Bilanzaufblähung der Notenbanken erreicht.

Europäische Zentralbank – Bilanz wächst ungebremst

Quelle: invest.ch / EZB

Die letzten zwei Ausgaben des FuW-Reports:

Mittwoch, 8. Februar 2012
Dienstag, 7. Februar 2012

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