Der Euro feiert den zehnten Geburtstag – und niemand ist in Festlaune
Von Stefan Schnyder. Aktualisiert am 28.12.2011 5 Kommentare
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«Das Profil Europas ist mit der Einführung des Euro stärker geworden», sagte der damalige EU-Kommissionspräsident Romano Prodi kurz nach der Einführung der Einheitswährung. In den zwölf Gründungsländern wurde in der Nacht auf den 1.Januar 2002 der Euro an den Geldautomaten verfügbar und als Zahlungsmittel eingeführt.
Das grösste Experiment
Angesichts der Eurokrise sind indes keine Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Euro geplant. Ein Faktenblatt und ein Video müssen genügen. Dabei hatte alles so kühn begonnen: Die Euroländer starteten mit der neuen Währung das grösste wirtschaftspolitische Experiment in der Geschichte der Menschheit. Denn noch nie wurde ein so grosser Währungsraum gegründet, dem Länder angehörten, die sich bei ihrem Staatshaushalt von niemanden dreinreden lassen. Dabei hatten die Politiker vor allem politische Ziele: Sie wollten die Länder Europas zu einer untrennbaren Schicksalsgemeinschaft verschmelzen.
Mit dem Vertrag von Maastricht versuchten die Staats- und Regierungschefs der Eurozone, die Handlungsfreiheit der Länder einzuschränken. Im Vertrag verpflichteten sich diese, dass die Staatsschulden maximal bis auf 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts ansteigen dürfen.
Die goldenen Jahre
Die Einheitswährung führte kurz nach ihrer Einführung zu einem Boom. Vor allem in den südlichen Eurostaaten sanken die Zinssätze stark. Dies verleitete Private und Firmen dazu, für Immobilien immer höhere Preise zu bezahlen. Und die Politiker konnten dank den tiefen Zinsen die Wünsche ihrer Bürger auf Pump finanzieren. Die Party dauerte bis zum Ausbruch der Finanzkrise in den Jahren 2007/2008. Auch die meisten Eurostaaten mussten ihre Banken mit Geldspritzen in Milliardenhöhe retten. Diese Zahlungen führten in einigen Ländern zu einem Anstieg der Schuldenquote auf über 60 Prozent. Hinzu kam das Platzen der Immobilienblase, was die Zahl der Arbeitslosen stark erhöhte.
Zuerst geriet Griechenland in Nöte, dann Irland und Portugal. Ein Krisengipfel jagte den anderen, und die Euroländer konstruierten immer neue Rettungsschirme. Die Europäische Zentralbank begann, auf dem Sekundärmarkt Staatsanleihen aufzukaufen. Die Politik setzt also alles daran, den Euro zu retten. Die meisten Ökonomen gehen derzeit davon aus, dass ihr dies gelingen wird. Die grosse Unbekannte ist derzeit der Preis, den die Bürger dafür werden bezahlen müssen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 28.12.2011, 07:06 Uhr
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5 Kommentare
Speziell von Seiten der Linken ist es verdächtig still um dieses Thema. Man möchte wohl nicht daran erinnern, dass man das Schweizer Volk durch einen EU-Beitritt ebenso in den Abgrund geführt hätte.
Zum letzten Satz: Der Preis ist hier und jetzt bekannt, nämlich die Hyperinflation. Und wer bezahlt ist auch jetzt schon klar: Der Sparer, sofern er nicht gescheit genug ist und in Sachwerte geht.
Antworten
10 Jahre Euro und was hat er gebracht? Nichts als Schulden, Armut und Rezession. Erst wurde das Blaue vom Himmel gelogen und dann wurde alles doppelt so Teuer wie vorher (ausser die Löhne der Arbeitnehmer). Ein Land muss Misswirtschaft treiben und der ganze Kontinent geht zu Grunde. Das hätte es so vorher nicht gegeben als jedes Land noch seine eigene Währung hatte. Nur die Reichen wurden reicher Antworten
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