Wirtschaft

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Das Häuschen auf Mallorca zum Aktionspreis

Von Jürg Zulliger. Aktualisiert am 25.01.2010 18 Kommentare

Wegen der Immobilienkrise sind die Preise für Ferien- und Altersresidenzen an der Costa del Sol und auf Mallorca stark gefallen. Wer an die Wärme will, findet jetzt günstige Kaufgelegenheiten.

Von der Luxusvilla bis zum Pflegeheim: Spaniens Immobilienmarkt bietet in jedem Preissegment etwas an.

Von der Luxusvilla bis zum Pflegeheim: Spaniens Immobilienmarkt bietet in jedem Preissegment etwas an.
Bild: Reuters

Jetzt günstiger: Villa auf Mallorca.

Jetzt günstiger: Villa auf Mallorca.

Stichworte

Wer nach den Ferien aus dem Süden heimkehrt, hat es sich sicher auch schon überlegt: Wie wäre es mit einem hübschen Haus an der Costa Blanca, in Südfrankreich oder in der Toscana? Fachleute sind sich einig, dass jetzt der Moment gekommen ist, sich diese Frage zu stellen. Einer, der es wissen muss, ist Robert Ferfecki von Henley Estates in Zürich: «Überall dort, wo aufgrund von Überfinanzierungen oder Überangebot eine Preiskorrektur zu erwarten war, hat diese jetzt stattgefunden.» Henley Estates, die zur weltweit tätigen Henley-&-Partners-Gruppe gehört, widmet sich der Wohnsitzplanung im Topsegment.

Von allen europäischen Ländern verzeichnete Spanien die einschneidendste Wende auf dem Immobilienmarkt. Während nach dem Jahr 2000 die Preise mehrmals hintereinander zweistellige Zuwachsraten erzielten, kam es im Lauf des Jahres 2008 zu einer Umkehr des Trends: Die Nachfrage aus dem In- und Ausland nach Erst- oder Ferienwohnsitzen ging markant zurück. Je nach Standort und Objekt sanken die Preise um 15 bis 30 Prozent. Besonders stark betroffen sind Mallorca und die Costa del Sol. Je nach den konkreten Umständen liegen hier Preisnachlässe von 50 Prozent drin. Eben erst neu gebaute Luxusresorts auf Mallorca sind genauso betroffen wie preiswerte Objekte.

Massenweise günstige Immobilien sind derzeit an der Costa Blanca im Angebot. «Den grössten Anteil haben hier Immobilien zu Preisen zwischen 350 000 und 550 000 Euro», sagt Silke Dittrich vom Maklernetzwerk Engel & Völkers in Spanien. Objekte dieser Kategorie weisen in der Regel Grundstückflächen zwischen 800 und 1000 Quadratmetern auf und zählen bis zu vier Schlafzimmer.

Während Makler der Auffassung sind, dass die Preise endlich Boden gefunden haben, malen Bankenvertreter und Ökonomen ein anhaltend düsteres Szenario: Viele befürchten, dass die Preise gegenüber dem Höchststand 2007 um 30 bis 45 Prozent korrigieren könnten. In Spanien liegt die Arbeitslosigkeit bei 18 Prozent, das Bruttoinlandprodukt wird in diesem Jahr noch einmal sinken. Auf dem Immobilienmarkt lastet ein massives Überangebot von 1,5 Millionen leer stehenden Wohnungen. Die meisten davon rund um Madrid und in den Küstenregionen. Die Zahl der Transaktionen ist etwa um die Hälfte zurückgegangen, 70 Prozent aller Immobilienshops mussten dichtmachen. Das Volumen neuer Hypotheken ist um rund 60 Prozent gefallen.

Kaum noch Kredite

Auslöser der Immobilienkrise waren die zuvor überbordende Bautätigkeit und die massive Ausweitung von Hypothekarkrediten. «Im Boom zuvor finanzierten die Banken sogar die Immobilienkäufe von Immigranten aus Südamerika zu 100 Prozent», erklärt Maklerin Silke Dittrich. Der Überschwang hatte Züge einer spekulativen Überhitzung: Buchstäblich jeder Hauswinkel wurde in der Hoffnung auf einen weiter steigenden Wert belehnt.

Inzwischen ist es schwierig geworden, eine Bankfinanzierung für Immobilien zu bekommen. Sobald die Schuldner ihr Haus nicht mehr halten können und ihre Raten schuldig bleiben, übernehmen die Banken die Liegenschaften und treten nun ebenfalls als Verkäufer auf. Für sie ist es immer noch günstiger, die Objekte zu einem tiefen Preis abzustossen, anstatt die Kredite abschreiben zu müssen.

In dieser Konstellation liegt die Verhandlungsmarge oft bei 10 bis 20 Prozent, in Einzelfällen auch höher. «Weniger betroffen sind luxuriöse Immobilien ab einem Wert von etwa einer Million Euro», erklärt Silke Dittrich. Auf dem Markt befinden sich besonders viele neue, oft möblierte Appartements.

Die Costa Blanca zwischen Altea und Denia gilt als Traumziel der Schweizer. Die medizinische Versorgung und das kulturelle Angebot haben sich den ausländischen Gästen angepasst. Sie erwerben Ferienwohnungen, die höchstens halbjährlich selbst bewohnt werden. Es gibt aber auch Rentner, die ihren Ruhestand an der Sonne des Mittelmeers geniessen. Spezialisierte Firmen errichteten inzwischen Gebäude für betreutes Wohnen, Seniorenresidenzen und Pflegeheime.

Stabiles Südfrankreich

In Südfrankreich verläuft die Entwicklung moderater. Die Preise in dieser Region erweisen sich als stabiler, weil Immobilien typischerweise auf lange Frist mit Festhypotheken finanziert werden. Auch Italien kam glimpflicher davon, weil die Liegenschaften in geringerem Umfang mit Krediten finanziert werden. Dennoch sieht man auch in der Toscana oder an den oberitalienischen Seen häufiger als früher die Verkaufsschilder «Si vende».

Trotzdem warnt Robert Ferfecki von Henley Estates vor spekulativen Käufen: «Wirtschaftlich gesehen rechnet sich der Kauf einer selbst genutzten Immobilie im Ausland kaum je. Was man aber davon hat, sind Zinsen in Form von Luxus, und man kann sich während vieler Jahre daran erfreuen.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.01.2010, 14:17 Uhr

18

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

18 Kommentare

Rene Wetter

25.01.2010, 10:42 Uhr
Melden

Die träumen wohl, ein Ferienhaus von 350000-550000 Euro! Wer kann sich diesen Luxus leisten, sowas zu kaufen, dass er dann so 4 Wochen pro Jahr bewohnt. Ich denke, die Preise müssen sich nochmal halbieren und auch dann würd ich nicht kaufen. Antworten


Sophiea Wolfrum

25.01.2010, 09:05 Uhr
Melden

Leider sind trotz der gefallen Preise die Imobilien in Spanien, auch auf Malle, noch zu sehr überbewertet. Wenn die Makler glauben dass der Boden erreicht ist das Wunschdenken. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!