BEKB belohnt Sanierung der Fenster
Von Claude Chatelain. Aktualisiert am 30.08.2011 2 Kommentare
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Es gibt variable Hypotheken, Festhypotheken, Libor-, Portfolio-, Mix-, Zinsdach-, Forward- und Umwelthypotheken. Umwelthypothek? Es sind dies Festhypotheken, die nur bestimmte, umweltfreundliche Renovationen finanzieren. So etwa Wärmedämmung, klimafreundliche Heizsysteme oder Solarstrom.
Umwelthypotheken gibt es bei Kantonalbanken, so auch bei der BEKB. Und wer das Haus nach ökologischen Vorgaben saniert, kommt in den Genuss eines tieferen Zinssatzes: «Die Finanzierung mit der Umwelthypothek wird für Sie damit mindestens 0,25 Prozent günstiger», schreibt die BEKB im Prospekt.
Das Angebot ist freilich auf 5000 Umwelthypotheken mit Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren limitiert. Und pro Objekt ist der finanzierte Betrag auf 100000 Franken beschränkt.
Der Umwelt zuliebe
«Wir leisten damit einen Beitrag an die Umwelt», sagt BEKB-Sprecher Hanspeter Merz. Wobei es sich hier nicht bloss um ein zusätzliches Produkt handelt, sondern um einen Baustein eines Konzepts, wie Merz erklärt. Zusammen mit dem WWF führt die BEKB Tageskurse durch, an welchen die Teilnehmer Inputs über das Sanierungs- und Energiesparpotenzial ihres Hauses erhalten. Mit der Umwelthypothek setzt die BEKB die Voraussetzungen dafür, CO2-neutral zu produzieren, wie sie das in ihrem Nachhaltigkeitsleitbild definiert hat.
Ein Lockvogelprodukt?
Für Lorenz Heim vom VZ Vermögenszentrum sind Umwelthypotheken ein Lockvogelprodukt. Für jede Wohneigentumsfinanzierung muss eine Bank auf dem Finanzmarkt Geld aufnehmen. Doch der Zinssatz dieser Geldaufnahme ist nicht davon abhängig, ob nun die Küche oder die Fenster renoviert werden. So muss die Bank bei der Umwelthypothek eine tiefere Marge in Kauf nehmen. Oder umgekehrt kann man laut Lorenz Heim sagen, dass die Kantonalbank auf den übrigen Hypotheken eine zu hohe Marge kalkuliert.
Gemäss dem Zinsvergleich des Vermögenszentrums verlangt die BEKB für eine fünfjährige Festhypothek und eine Belehnung von 65 Prozent einen Zins von 1,75 Prozent. Bei der Migros-Bank beträgt der Satz 1,61 Prozent. Erhält man jedoch bei der BEKB die Tranche der Umwelthypothek um 0,25 Prozentpunkte günstiger, so sind das 1,5 Prozent, so tief wie bei keinem anderen Anbieter. Dabei könnte die Reduktion laut Merz auch höher sein, maximal nämlich 0,75 Prozentpunkte.
Wie immer rät Lorenz Heim, den Zinssatz von Umwelthypotheken mit dem Hypothekarzinssatz anderer Bankinstitute zu vergleichen. Er erinnert daran, dass der Hypothekarmarkt in der Schweiz Züge eines orientalischen Basars aufweist. «Märten» lohnt sich. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.08.2011, 11:00 Uhr
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