Von den «vier» Säulen der Vorsorge
In der Ausgabe vom vergangenen Dienstag stand auf dieser Seite zu lesen, der steuerliche Abzug der Säule 3a betrage maximal 6365 Franken. Das war einmal: Seit 2009 beträgt der abzugsfähige Wert 6566 Franken, womit dieser Fehler korrigiert und die Gelegenheit wahrgenommen wäre, das 3-Säulen-System und insbesondere die Säule 3a zu erklären.
Die erste Säule ist die staatliche, die zweite ist die berufliche, und die dritte Säule ist die private Vorsorge. Diese private Vorsorge wird in Säule 3a und 3b aufgeteilt: 3a ist die gebundene, 3b die freie Vorsorge. Gewöhnliche Sparkonti oder auch Finanzanlagen sind somit Teile der Säule 3b. Und wenn Banken ihr Konto 3a als Säule-3-Konto oder salopp als 3.Säule bezeichnen, so ist das nicht nur unpräzise, sondern sachlich falsch.
Gebunden heisst, dass das Geld auf dem Konto 3a frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter bezogen werden darf. Es gibt drei Ausnahmen:
- für die Finanzierung von selbst bewohntem Eigentum.
- beim Gang in die berufliche Selbstständigkeit.
- bei Aufgabe des Wohnsitzes in der Schweiz.
Beim Bezug der angesparten 3a-Gelder ist immer eine Kapitalauszahlungssteuer zu bezahlen. Dafür kann man den aufs Konto 3a überwiesenen Betrag von derzeit höchstens 6566 Franken vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Dieser steuerliche Abzug fällt stärker ins Gewicht als die einmalige Kapitalauszahlungssteuer.
Für selbstständig Erwerbende gelten andere Regeln: Sie können jährlich bis 20 Prozent des Erwerbseinkommens, maximal 32832 Franken, aufs Konto 3a überweisen und steuerlich geltend machen.
Auch Versicherung möglich
Es gibt nicht nur 3a-Konti; es gibt auch 3a-Policen. Statt der Bank wird hier das Geld der Versicherung überwiesen. Bei dieser Variante wird aber weniger angespart, weil gleichzeitig ein Versicherungsschutz integriert wird. Somit werden Sparen und Versichern kombiniert. Für das Sparen 3a ist die Banklösung vorzuziehen: Sie ist günstiger, transparenter und flexibler.
Übrigens gibt es auch noch eine vierte Säule, zwar nicht offiziell, aber immerhin in dieser Zeitung. Gemeint ist die Geld-Kolumne, die jeden Dienstag Fragen rund um die drei Säulen zum Thema hat. (cch/BZ)
Erstellt: 17.08.2010, 10:43 Uhr
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