Die teuersten Hypotheken gibt es im Espace Mittelland

Die Region Espace Mittelland ist ein teures Pflaster. Zumindest was Hypothekarzinsen angeht. Nirgends in der Schweiz zahlt man mehr als dort. Verblüffenderweise sind gerade die tiefen Einkommen, ein Grund.

Die teuerste Region: Das Espace Mittelland (Quelle: Money Park)

Die teuerste Region: Das Espace Mittelland (Quelle: Money Park)

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Wenn man in der Schweiz einen Hypothekarkredit aufnimmt und ihn die üblichen rund siebeneinhalb Jahre laufen lässt, zahlt man in der Region Espace Mittelland insgesamt fast 6000 Franken mehr Zinsen als etwa in Zürich. Das geht aus einer neuen Studie des Hypothekenvermittlers Money Park hervor, an dem auch Tamedia mit 20 Prozent beteiligt ist.

Anhand von 2000 Finanzierungsanfragen seit Januar 2016 hat Money Park ermittelt, welche Zinsen Finanzinstitute in den Schweizer Grossregionen verlangen. Während im Espace Mittelland die Zinsen mit durchschnittlich fast 1.2 Prozent am höchsten sind, bezahlen die Zürcher nur knapp 1.1 Prozent und damit rund 10 Prozent weniger, schreibt Money Park in einer Mitteilung vom Montag.

Berner zahlen mehr als Zürcher: Das Hypothekarzinsniveau im Vergleich. (Quelle: Money Park)

Das Mittelland weist laut der Studie somit die höchsten Zinsen auf. Die Ostschweiz und Nordwestschweiz sind in der Mitte zu verorten, Zürich, die Zentralschweiz und die Genferseeregion haben ein durchschnittlich tiefes Zinsniveau.

Unattraktiver Markt

Zwei Gründe führt der Hypothekenvermittler für die markanten Unterschiede ins Feld. Im Mittelland sind die Einkommen und auch die Immobilienpreise unterdurchschnittlich. Für Finanzinstitute ist der Markt in solchen Gebieten daher weniger attraktiv. Zudem beeinflusst die unterschiedliche Konkurrenzlage in den Grossregionen den Preis. Im Raum Zürich kämpfen weitaus mehr Anbieter um Kunden als etwa im spärlich besiedelten Jura oder dem kleinen Appenzell.

Dazu kommen Mentalitätsunterschiede. Oder wie es Money Park formuliert: Die Bereitschaft Angebote zu vergleichen. Diese sei etwa in der Romandie grösser als in der deutschsprachigen Schweiz. Preisvergleiche beeinflussen den Markt und drücken die Zinsen.

Auch innerhalb der Regionen gibt es unterschiedliche Zinsniveaus. Am deutlichsten in der Nordwestschweiz. Dort sind es zwischen dem obersten und dem untersten Dezil 0.64 Prozentpunkte. Das hat vor allem einen Grund: Verhandlungsgeschick. Stefan Heitmann, CEO von Money Park, sagt es so: «Wer professionell verhandelt oder besser noch verhandeln lässt, kann unabhängig von der Region attraktive Konditionen erhalten.» (mbu/pd)

Erstellt: 09.01.2017, 18:51 Uhr

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