Der Geist von Trump wird über Davos schweben

Er kommt zwar nicht ans WEF. Aber Donald Trump wird nächste Woche das Haupt­thema am WEF in Davos sein.

Sie sind am diesjährigen WEF dabei: Die britische Premierministerin Theresa May, Chinas Staatspräsident Xi Jinping und die kolumbianische Popsängerin Shakira (v.l.)

Sie sind am diesjährigen WEF dabei: Die britische Premierministerin Theresa May, Chinas Staatspräsident Xi Jinping und die kolumbianische Popsängerin Shakira (v.l.)

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Mit Donald Trump wird ein Abwesender das Weltwirtschafts­forum (WEF) in ­Davos thematisch dominieren. Dieses beginnt am kommenden Dienstag. Neu dauert es von Dienstag bis Freitag. Und es findet eine Woche früher statt als bisher. Der Zufall will es, dass ­Trump genau am Schlusstag des WEF in sein Amt als ­US-Präsident eingesetzt wird. Trump und seine Mitstreiter werden also nicht am WEF erscheinen. Und die Amtseinsetzung wird das WEF überstrahlen.

WEF-Gründer Klaus Schwab erwähnte gestern bei der Präsentation des Programms des diesjährigen Forums Trump nicht mit Namen. Der 78-Jährige machte am WEF-Sitz in Cologny bei Genf nur Andeutungen und sprach davon, dass die Welt an einem Wendepunkt stehe und dass es neue Konzepte brauche.

Der Gegenpol zu Schwab

Mit Donald Trump sitzt also bald ein Mann im Weissen Haus, wie er gegensätzlicher zu Schwab nicht sein könnte. Schwabs Ziel ist es, dass die Länder ihre Zusammenarbeit zur Lösung der dringendsten Probleme verstärken. Ein Vorgehen, das für Trump keine Priorität hat. Für ihn steht die Durchsetzung der nationalen Interessen im Vordergrund.

Ausserdem machte Schwab klar, dass er nichts von einer Einschränkung des Freihandels hält, wie Trump sie fordert. «Wir sitzen alle im gleichen Boot. Entweder geht es allen besser oder allen schlechter», erklärte der WEF-Gründer.

In diesem Jahr ist die Dichte an hochkarätigen Staatschefs geringer als in früheren Jahren. Mit der grössten Spannung dürften die 3000 Teilnehmer den Auftritt der britischen Premierministerin Theresa May erwarten. Sie wollen von ihr hören, wie sie den Austritt von Grossbritannien aus der Europäischen Union vollziehen will. Ein weiteres Schwergewicht ist der chinesische Staatspräsident Xi Jingpin, der am Dienstag die Eröffnungsrede halten wird. Er ist der erste Präsident seines ­Landes, der am Forum in Davos teilnimmt.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande werden in diesem Jahr dagegen nicht nach Davos kommen. Auch der eben erst eingesetzte italienische Premier-minister Paolo Gentiloni will die Reise in die Alpen nicht auf sich nehmen.

In diesem Jahr werden alle Bundesräte und Bundesrätinnen ausser Simonetta Sommaruga in Davos vertreten sein. Doris Leuthard wird als Bundespräsidentin die Teilnehmer am Dienstag begrüssen. Da das WEF bereits am Dienstag beginnt, hat der Bundesrat seine Sitzung vom kommenden Mittwoch gleich gestrichen.

Ehrung für Shakira

Für einen gewissen Glanz sorgen ein paar Showgrössen. Die kolumbianische Sängerin Shakira wird zum WEF-Auftakt für ihre Arbeit im humanitären Bereich ausgezeichnet werden. Ebenso die deutsche Geigerin Anne-Sophie Mutter. Daneben wird der Hollywoodstar Matt ­Damon über sein Wasserprojekt informieren. Und vielleicht auch ­etwas zu Donald Trump sagen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2017, 08:56 Uhr

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