M-Industrie konnte Umsatz in garstigem Umfeld leicht erhöhen
Der Umsatz der 19 Betriebe (darunter Micarna, Elsa, Jowa, Frey und Mibelle) stieg um 0,3 Prozent auf 5,333 Milliarden Franken.
Das vor einem Jahr proklamierte Ziel von über 700 Millionen Fr. Auslandumsatz wurde mit 492 Millionen Fr. aber klar verfehlt. In Lokalwährungen beträgt das Wachstum zwar 15 Prozent, in Franken sind es aber deutlich geringere 3,6 Prozent.
M-Industrie-Chef Walter Huber verwies an der Jahres- Medienkonferenz vom Mittwoch im Midor-Betrieb in Meilen ZH neben Frankenstärke und Preisdruck auf die unsichere Konjunktur. Insgesamt habe sich die M-Industrie in einem sehr anspruchsvollen Umfeld gut behauptet und Marktanteile gewonnen.
Die Verkäufe an die Migros-Gruppe sanken wertmässig um 0,9 Prozent auf 4,214 Milliarden Franken. Die M-Industrie habe Produktivitätssteigerungen und günstigere Einkaufspreise im Ausland weitergegeben, hiess es.
Drittgeschäft erreicht 21 Prozent
Der Anteil des Nicht-Migros-Geschäfts erreichte damit 21 Prozent. Neben dem Export legte auch das Grossverbrauchergeschäft zu, also die Verkäufe an Schweizer Kunden ausserhalb des orangen Riesen. Hier resultierte ein Wachstum von 6,8 Prozent auf 627 Millionen Franken.
Die M-Industrie strebt weiteres Verkaufswachstum bei der Gastronomie und industriellen Grossverbrauchern ausserhalb der Migros-Gruppe an. Im internationalen Geschäft will die M-Industrie Preise, Konditionen und Sortiment überarbeiten und «wieder auf ein vernünftiges Profitabilitätsniveau» bringen.
Auf der Suche nach weiterem Wachstum denkt die M-Industrie an die Expansion in schnell wachsende Märkte in Asien etwa mit Biscuits und Schokolade. Auch gebe es Anfragen für Kosmetik, sagte Huber.
Getestet werden Kaffeekapsel-Verkäufe in Südkorea und Russland. Auch in der Belieferung von ausländischen Markenartikel-Herstellern konnten Erfolge erzielt werden: etwa bei Früchtekompott für Barilla oder Produkten für WeightWatchers.
Wachstum mit Nischenprodukten
Im Inland setzt die M-Industrie für weiteres Wachstum auf Innovationen. So wird der Betrieb in Huttwil BE auf glutenfreie Produktion von Brot-, Back- und Teigwaren umgerüstet. Von Glutenunverträglichkeit sei etwa 1 Prozent der Bevölkerung betroffen, bis zu 10 Prozent spürten wegen Gluten Belastungen.
Ausserhalb dieser Nische rechnet Huber für 2012 aber mit einem noch garstigeren Umfeld als im letzten Jahr. Denn der Konkurrenzkampf im Detailhandel bleibe hart, ausländische Anbieter verfügten über Währungsvorteile und im Ausland bestehe volkswirtschaftlich enormer Druck.
Die M-Industrie sei aber gut aufgestellt, verfolge eine klare Strategie und sei fitter geworden, gab sich Huber zuversichtlich. Er rechnet daher mit einem leichten Umsatzwachstum und geht nicht von einem Abbau des Stellenbestandes aus, der 2011 um 131 auf 10'689 stieg.
Erstellt: 08.02.2012, 15:30 Uhr
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