Weshalb es der Bank Vontobel und der ZKB besser läuft

Gestern die Bank Vontobel, heute zieht die ZKB nach – beide Banken steigerten das Ergebnis. Doch es gibt auch Fragezeichen.

Die Bank setzt auf Stabilität: Vontobel-Chef Zeno Staub.

Die Bank setzt auf Stabilität: Vontobel-Chef Zeno Staub. Bild: Walter Bieri /Keystone

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Die internationale Bankenwelt taumelt in eine Krise. Fast schon panikartig wurden in den letzten Tagen die Bankaktien von den Investoren abgestossen. Doch es gibt auch Banken, die dem Trend trotzen. Von der breiten Öffentlichkeit fast schon unbemerkt hat gestern die Bank Vontobel ihr Jahresergebnis veröffentlicht. Heute zogen die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und die Genfer Bank Pictet mit einem guten Ergebnis nach.

Die Bank Pictet legte bei den verwalteten Kundenvermögen deutlich zu. Noch besser erging es der Bank Vontobel. Ihr Gewinn beläuft sich auf 180 Millionen Franken – ein Plus von 34 Prozent. Während die beiden Schweizer Grossbanken zuletzt die Erwartungen der Experten verfehlten und an der Börse unter Druck sind, legte die Aktie der Privatbank um mehr als 7 Prozent zu.

Die ZKB ist ebenfalls gut unterwegs. Bei der ZKB stieg der Gewinn um 12 Prozent auf 722 Millionen Franken. Sie wird eine höhere Dividende an den Kanton und die Gemeinden ausschütten.

Risiko US-Steuerstreit

Bei der ZKB scheinen sich die Zukäufe des letzten Jahres auszuzahlen. So hat sich offenbar der Kauf der Fondsgesellschaft Swisscanto für die Kantonalbank ausbezahlt. Die ZKB hat Swisscanto vor neun Monaten für rund 360 Millionen Franken übernommen. Damit einher ging auch ein Stellenabbau bei Swisscanto, bei dem 20 Kündigungen ausgesprochen wurden. Finanziell hat sich der Deal jedoch gelohnt.

Der Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft und die Kundenvermögen stiegen wegen der Übernahme um rund ein Viertel. Das gute Jahr der ZKB lohnt sich auch für den Kanton und die Gemeinden. Sie erhalten eine Dividende von 300 Millionen Franken. Das sind 22 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hinzu kommt erstmals eine Zahlung von 21 Millionen Franken als Abgeltung für die Staatsgarantie des Kantons.

Bei der ZKB besteht weiterhin ein grosses Fragezeichen: Wie hoch wird die Busse an die US-Steuerbehörden ausfallen? Die Bank gehört zur Kategorie eins, gehört also zu den komplizierteren Dossiers. Wie viel die ZKB an die US-Behörden bezahlen muss, hängt davon ab, wie hoch der Betrag der unversteuerten US-Gelder war und ob sie dabei besonders heimtückisch vorgegangen ist. Die Busse wird auf 200 bis 600 Millionen Franken geschätzt, bis zur Veröffentlichung der Einigung mit der US-Justiz gibt es keine Details dazu.

Lohnende Übernahmen

Zum ersten Mal nach dem Tod des Patrons Hans Vontobel vor wenigen Wochen hat die aktuelle Führungsriege der Zürcher Bank die Ergebnisse vorgestellt. Die Bank setzt auf Stabilität und betont, dass auch nach dem Tod der Integrationsfigur Vontobel die Familie die Mehrheit der Firmenaktien behalten wird. Davon erhofft sich das Unternehmen langfristige Stabilität – auch nach dem Auslaufen des Aktionärsbindungsvertrags von 2017. Offenbar lief es dem Institut im letzten Jahr sehr gut. In der Schweiz konnte die Bank mehr Kundengelder anziehen. Die Bank Vontobel bezeichnet sich als eine der am schnellsten wachsenden Institute in der Schweiz.

Im Auslandgeschäft habe sich die Mehrheitsbeteiligung am Londoner Vermögensverwalter Twentyfour Asset Management und der Tessiner Finter Bank gelohnt. Sie soll laut den Plänen von Vontobel bereits in diesem Jahr Gewinne abwerfen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

(Erstellt: 12.02.2016, 11:20 Uhr)

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