«Familienpolitik ist Minderheitenpolitik»
Von Jan Derrer, Simon Schmid. Aktualisiert am 10.10.2011 60 Kommentare
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Barbara Schmid-Federers politisches Profil. (Bild: smartvote.ch)
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Znünibrote, Früchte und selbstgebackene Guetsli stehen bereit, als das Wahlmobil bei Barbara Schmid-Federer eintrifft. Die Leckereien sind als Proviant für eine Wanderung vorgesehen, die die 45-jährige CVPlerin mit ihrer Familie unternehmen will. Wohin es geht, möchte Schmid-Federer nicht verraten: Die Politikerin schirmt ihre Familie nach Möglichkeit von den Medien ab.
Gefahr aus dem Netz
Auch im Internet gilt für Schmid-Federer die strikte Trennung von Politik und Privatleben. Freunde aus dem persönlichen Bekanntenkreis oder aus der Familie hat sie auf Facebook nicht. Ihren Kindern hat die Nationalrätin aus Männedorf beigebracht, wie sie sich online verhalten sollen. Denn laut Schmid-Federer lauern im Internet viele Gefahren. Vor zwei Jahren tarnte sich die Nationalrätin als 13-jähriges Mädchen und besuchte verschiedene Chatforen. Innert kürzester Zeit sei sie dabei mit Sexangeboten konfrontiert worden, erzählt sie.
«Das Strafgesetzbuch sollte im Bereich der Cyberkriminalität gründlich überarbeitet werden», fordert Schmid-Federer. «Viele Politiker realisieren dies allerdings nicht.» Auch an Schulen ortet die Männedörfler Politikerin Nachholbedarf: Der sichere Umgang mit Computern, Handys und dem Internet werde in Lehrplänen nur stiefmütterlich berücksichtigt. Lehrer wüssten kaum über Themen wie Online-Mobbing Bescheid – jedenfalls nicht bis zum Zeitpunkt, wo sie selbst davon betroffen seien.
Facebook und Stillräume
Schmid-Federer hat Romanistik studiert, in den Neunzigerjahren als Assistentin des ETH-Präsidenten gearbeitet und ist heute Mitinhaberin einer Zürcher Apotheke. Für ihren Wahlkampf nutzt sie neben klassischer Werbung auch Social-Media-Seiten wie Facebook, Twitter und Xing.
Seit 2007 setzt sich Schmid-Federer für Stillräume ein. In diesen Räumen können Mütter unterwegs in Ruhe stillen. Die Idee kam ihr, als eine stillende Mutter aus einem Zürcher Restaurant gewiesen wurde. Zusammen mit dem Zürcher Apothekerverband startete sie eine Aktion für Stillzonen. Neben Apotheken haben sich unter anderem schweizweit auch Restaurants und Bahnhöfe angeschlossen. Als Erkennungszeichen dient ein Kleber, der auf den Stillraum hinweist.
Gute Nachbarschaft fördern
Schmid-Federers politischer Schwerpunkt ist die Familienpolitik – «eine Politik für Minderheiten», wie die Nationalrätin lakonisch bemerkt. Zu ihren Anliegen gehört der Ausbau des Elternschaftsurlaubs; auch neu entstehenden Kinderkrippen möchte Schmid-Federer mit staatlicher Anstossfinanzierung unter die Arme greifen. Mütter seien heute gefordert wie noch nie, findet die CVP-Politikerin, die selbst zwei Söhne im Teenageralter hat.
Es sei allerdings falsch, das Problem allein durch grössere staatliche Unterstützung lösen zu wollen: «Wir müssen die Gesellschaft neu erfinden», sagt Schmid-Federer in Anspielung auf ein Buch der Journalistin Iris Radisch, das auf ihrem Wohnzimmertisch liegt. Der Einbezug von Freunden und Nachbarschaft werde künftig immer wichtiger, meint sie – nicht nur bei der Kinderbetreuung, sondern auch bei der Pflege von Senioren. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.10.2011, 11:40 Uhr
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60 Kommentare
Die sogenannte «Familienpolitik» der C (=Christlich, vor allem römisch-katholisch) VP fördert die weitere Bevölkerungszunahme in unserer kleinen, seit dem Mittelalter übervölkerten Eidgenossenschaft, die sich nur noch zu 1/3 aus eigener Landwirtschaft ernährt. Sie begünstigt das verantwortungslose Vermehren von Familien, die sich wirtschaftlich sonst keine oder höchstens ein Kind leisten könnten. Antworten

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