«Es soll mehr Anstand und Ordnung herrschen»
Von Jan Derrer, Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 19.10.2011 65 Kommentare
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Er brachte die rüden Zürcher Parteimanieren in das Aarestädtchen, ohne von seiner Berner Behäbigkeit abzuweichen. Er wohnt in ländlicher Idylle und trotzdem noch innerhalb der Stadtgrenzen: Thomas Fuchs. Sein Name ruft bei den Linken des Kantons kollektives Haarsträuben hervor, doch auch parteiintern begegnet ihm nicht jeder mit offenen Armen.
Dies dürfte mit ein Grund gewesen sein, weshalb er den Sprung in die nationale Politik erst vor kurzem und eher unverhofft geschafft hat: Im März diesen Jahres rückte Fuchs für Adrian Amstutz, der in den Ständerat gewählt wurde, in den Nationalrat nach.
Der Blitzableiter
Um seinen Sitz dort zu behaupten, legt er sich nun mächtig ins Zeug. In die Politik pumpt er sein ganzes Herzblut. Fuchs ist ausdauernd und umtriebig wie kein zweiter Politiker im Wahlkampf: Seine eigene kleine Wahlkampfzentrale gleicht beinahe einem Merchandisingshop. Seit nunmehr drei Monaten ist der Nationalrat an jedem einzelnen Abend auf den Strassen Berns anzutreffen und bringt neben seiner Botschaft Schlüsselanhänger, Feuerzeuge, kleine Fellfüchse, Ballone und Notizblöcke unter das Volk. Wahlkampf, das bedeutet für Thomas Fuchs sieben Tage die Woche, mindestens 16 Stunden Arbeit täglich. Denn ab 6.30 Uhr bis 23 Uhr schaltet er das Wahlinfo-Telefon ein und beantwortet Fragen rund um die Wahlen und das Ausfüllen der Wahlunterlagen: «Ich fühle mich oft wie ein Blitzableiter. Viele rufen an, um zu wettern und ihren Unmut über die SVP loszuwerden. Aber ich höre zu und im Gespräch kann ich sie meist überzeugen.»
Die SVP mache Politik aus der Perspektive der Wähler, erklärt Thomas Fuchs das Erfolgsrezept der Partei: «Wir stellen die Dinge einfach dar, so dass es nicht nur Akademiker verstehen können. Und wir sind präsent, nicht nur wenn es angenehm ist.» So rufen Thomas Fuchs und sein Partnerkandidat Erich Hess bei jedem Einzelnen an, der ihnen SVP-Werbematerial wieder zurückschickt.
Der Wahlkampf koste ihn ungefähr 90'000 Franken, die Partei finanziere nichts: «Etwa zwei Drittel des Geldes stammen aus Kleinspenden zwischen 20 und 100 Franken. Den Rest bezahle ich selber», sagt der Banker.
«Wer keine Tagesstruktur hat, kommt auf schräge Ideen»
«Ich will, dass wieder mehr Anstand und Ordnung herrscht». Der SVP-Politiker beobachtet bei der Jugend einen Wertezerfall: «Höfliches Benehmen und Anstand scheinen vielen fremd.» Eigentlich sei es zwar nicht Aufgabe der Schule oder des Staates, Kinder und Jugendliche zu erziehen; doch wenn die Jugendkriminalität steige, wirke sich dies eben auch auf die Gesellschaft aus. «Junge Menschen, die keine Tagesstruktur haben, kommen leicht auf schräge Ideen.» Der Berner SVP-Nationalrat schlägt deshalb Programme vor, die arbeitslose Jugendliche dazu verpflichten, gemeinnützige Arbeiten zu verrichten, bis sie wieder einen Job gefunden haben. «Wenn junge Arbeitslose Geld dafür bekommen, nichts zu tun und dafür lediglich einige Bewerbungen abschicken müssen, ist das kein Anreiz, das eigene Leben aktiv in die Hand zu nehmen.»
Auch gegen die Politikverdrossenheit der Jungen hat Thomas Fuchs bereits einen Lösungsvorschlag nach Schaffhausener Vorbild: «Ich denke, da muss man mit dem Griff ins Portemonnaie arbeiten. Wer nicht an die Urne geht, soll 5 Franken bezahlen. Schliesslich ist das Stimmrecht ein Privileg.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.10.2011, 09:53 Uhr
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65 Kommentare
Eine Partei, die kontinuierlich mit Verachtung und hasserfüllten Botschaften Jugendliche mit Migrationshintergrund stigmatisiert , unter Generalverdacht stellt und als Mitmenschen 2.Klasse darstellt, will unseren Jugendlichen "Anstand" beibringen? So Leuten würde es gut tun, hier im St. Johann in Basel nochmals die Schulbank zu drücken. Da könnte er eine ganze Menge von unseren Jugendlichen lernen Antworten

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