Der Benjamin des Nationalrats
Aktualisiert am 24.10.2011 1 Kommentar
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Das Alter der Nationalräte
GLP mit jüngster Fraktion
Die Grünliberalen (GLP) werden mit einem Durchschnittsalter ihrer elf Nationalräte von knapp über 46 Jahren die jüngste Fraktion der grossen Parteien stellen. «Senioren»-Partei ist die BDP, deren neun Gewählte im Durchschnitt fast 53 Jahre alt sind. Die BDP hat mit ihrem Altersdurchschnitt von 52,67 Jahren der SVP den Rang abgelaufen: 2007 zählten ihre gewählten Kandidaten im Mittel 52,53 Lenze. Mit der aktuellen Wahl konnte die SVP das Durchschnittsalter um fast ein Jahr auf 51,64 Jahre senken.
Blocher ist Alterssieger
Aus den Reihen der SVP stammt mit dem 71-jährigen Christoph Blocher der älteste gewählte Nationalrat. Er könnte an der Spitze der Senioren allerdings noch vom 80 Jahre alten Jacques Neirynck (CVP) abgelöst werden, falls dieser im Kanton Waadt wiedergewählt wird. Dies könnte gemäss Hochrechnungen der Fall sein. Die Resultate aus der Waadt werden frühestens Anfang Nachmittag vorliegen.
Jüngstes gewähltes NR-Mitglied ist der Walliser Mathias Reynard (SP) mit 24 Jahren. Die SP stellt mit einem mittleren Alter von 49,1 Jahren nach den grünliberalen «Youngsters» (durchschittlich 46,09 Jahre) die zweitjüngsten Nationalräte. Es folgen die Grünen mit gut 49, die CVP mit rund 50 und die FDP mit 50,5 Jahren.
Verjüngter Ständerat
Der Ständerat, dessen Mitglieder Anfang der vergangenen Legislatur ein Durchschnittsalter von 55 Jahren aufwiesen, wird mit der 34-jährigen Pascale Bruderer (SP, AG) eine Verjüngung erfahren. Sie ist allerdings nicht das jüngste Mitglied in der kleinen Kammer. Im Januar 2010 wurde der damals erst 30 Jahre alte Neuenburger Raphaël Comte als Ersatz für Bundesrat Didier Burkhalter gewählt und jetzt bestätigt. Zu den Unter-Vierzigern zählt auch der 39-jährige Freiburger Alain Berset (SP). (vin/SDA)
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Im Kanton Wallis, einer Hochburg der CVP, hat die SP einen zweiten Nationalratssitz erobert – und dies zulasten des Bisherigen Roberto Schmidt (CSP, Oberwallis). Der Neue der Sozialdemokraten heisst Mathias Reynard, ein Lehrer aus Savièse. Und mit 24 Jahren ist er nicht nur der jüngste Nationalrat aus dem Kanton Wallis, sondern auch der Jüngste im eidgenössischen Parlament in Bern. Reynard ist ein Jahr jünger als Cédric Wermuth, der für die SP Aargau neu im Nationalrat politisieren wird.
«Da sind viele Emotionen», sagte Reynard am späten Sonntagabend vor den Medien. Der überraschende Wahlerfolg hatte erst nach der Auszählung der letzten Gemeinde festgestanden. Entscheidend war das Proporzglück für die SP. CSPO-Nationalrat Schmidt erzielte zwar mit 26'043 ein persönliches Glanzresultat. Dennoch ging der Sitz an den Unterwalliser Reynard, der auf 13'900 Stimmen kam. Reynard wurde auch gewählt, weil es ihm gelungen war, in seiner Gemeinde Savièse zahlreiche Bürger für sich zu gewinnen. Zudem hätten viele junge Leute, die sonst nicht an die Urne gehen, für Reynard gestimmt, sagt ein Walliser Journalist gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet.
Jüngster Kantonsrat im Wallis
Reynard gehört seit zwei Jahren dem Walliser Kantonsparlament an, wo er aber nicht besonders aufgefallen ist. Die Webseite des Grossen Rats weist nur fünf Vorstösse des jungen SP-Politikers aus. Dabei thematisierte er die Auswirkungen der Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG), Schwarzarbeit im Kanton Wallis, Überbrückungsrenten für Arbeitslose über 62 Jahren oder auch die Förderung des Patois, eines frankoprovenzalischen Dialekts, in der Volksschule. «Patois ist cool», liess sich Reynard im letzten April in einem «Tages-Anzeiger»-Bericht zitieren.
Der frühere Präsident der Jungsozialisten im französischsprachigen Unterwallis machte sich in seinem Wahlkampf vor allem für sozialpolitische Anliegen stark. Als Aktivist der Gewerkschaft Unia engagiert sich Reynard für die Arbeiter und Angestellten, insbesondere für die Arbeitnehmer, die zu den Working Poor gehören. Als Lehrer der Oberstufe in Savièse steht er für eine Schule, in der Chancengleichheit und Integration von Ausländern besonders wichtig sind. Schliesslich ist Reynard der Ansicht, dass die Walliser Interessen in Bern besser vertreten werden müssten. So müsse eine Ausdünnung des Poststellennetzes in peripheren Gebieten verhindert werden.
Eine Handvoll Nationalräte ist unter 30
In einem Kurzinterview mit der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» (Artikel online nicht verfügbar) sagte Reynard, dass er im Bundesparlament frischen Wind in die Debatten bringen wolle. Ausserdem werde er versuchen, die Anliegen der Gleichaltrigen in die politische Arbeit einzubringen. Der «Nouvelliste» schreibt zwar von einem «Sieg der Jugend», weil im Kanton Wallis neben Reynard mit dem 34-jährigen Yannick Buttet (CVP) ein weiterer junger Politiker in den Nationalrat gewählt wurde. Es ist allerdings nicht so, dass Reynard für eine neue Jugendwelle in der grossen Kammer stehen würde. Die junge Generation bis 30 Jahre ist auch im neuen Bundesparlament nur schwach vertreten. Zu dieser Altersgruppe gehört eine Handvoll Parlamentarier, darunter Lukas Reimann (29, SVP, SG) und Christian Wasserfallen (30, FDP, BE), die in ihrem Nationalratsamt bestätigt wurden.
Zu den Jüngeren, die am Wochenende den Einzug in die grosse Kammer schafften, gehört eine Handvoll Politiker, die knapp über 30 Jahre alt sind. Andrea Caroni (FDP, AR), Jurist und einst persönlicher Mitarbeiter des damaligen Bundesrats Hans-Rudolf Merz, ist 31 Jahre alt, ebenso wie der Sozialversicherungsfachmann Martin Candinas (CVP, GR) oder die Führungsfachfrau Nadja Pieren (SVP, BE). Ein Jahr älter sind die Neuen Thomas Aeschi (SVP), Unternehmensberater aus Zug, sowie Kathrin Bertschy (GLP), Ökonomin und wissenschaftliche Mitarbeiterin aus Bern.
Am meisten Junge bei GLP und Grünen
Gemäss einer aktuellen Zählung der Nachrichtenagentur SDA stellen die Grünliberalen und die Grünen anteilsmässig am meisten «Junge» im neu gewählten Nationalrat: 27 Prozent beziehungsweise 23 Prozent der Gewählten von GLP und Grünen sind nicht älter als 40-jährig. Darauf folgen die FDP mit 19,3, die SVP mit 18 und die SP mit 17,5 Prozent. Kaum vertreten ist die junge und jüngere Generation in der BDP mit 11 Prozent (siehe auch Infobox mit dem Titel «GLP mit jüngster Fraktion»). (vin)
Erstellt: 24.10.2011, 16:25 Uhr
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