Stapi-Podium mit wenig Biss

Im ­Live-Stapi-Check im Progr stellten sich Ursula Wyss und Alec von Graffenried den Fragen von geladenen Vertretern aus Gewerbe, Politik und anderen Interessengruppen.

  • Reithalle  

    Einige herausgepickte Sequenzen aus dem Podiumsgespräch mit den Stapi-Kandidaten. Etwa das Thema Reithalle, das Stadt- und Nationalrat Erich Hess (SVP) auf den Tisch gebracht hat. Bei Alec von Graffenried und Ursula Wyss trifft er nicht grundsätzlich auf taube Ohren, aber...

  • Burgergemeinde  

    Ist die Burgergemeinde ein alter Zopf? Was gibt sie dem Allgemeinwohl der Stadt zurück? Stadträtin Seraina Patzen (JA!) spricht bei den Leistungen der Burgergemeinde von «Beruhigungstropfen für die Bevölkerung», damit die Burger ihren Grundbesitz und ihre Macht nicht verlieren. Die Antworten der Stapi-Kandidaten:

  • Hauptverkehrsachsen  

    Mehr Lebensqualität mit weniger Verkehr in den Quartieren – doch was, wenn Hauptverkehrswege eben durch die Quartiere führen?

  • Car-Terminal  

    Sollen sich Car-Unternehmen finanziell an einer Lösung für das Car-Terminal im Neufeld beteiligen? Für einmal sind sich die Kandidaten nicht ganz einig:

  • Das Podium ist zu Ende.  

    Die Diskussion ist beendet. Nun heisst es warten. Wird Ursula Wyss die erste Berner Stadtpräsidentin? Oder schafft es Alec von Graffenried in den Erlacherhof? Die Berner Stimmberechtigten werden es am 15. Januar entscheiden.

  • von Graffenried  

    Von Graffenried sieht es bei der Ladenvielfalt. Die Digitalisierung lasse immer mehr Ladenlokale aussterben. Gerade in der Altstadt kämen da grosse Veränderung auf Bern zu. Es brauche Visionen für neue Nutzungen von diesen Räumlichkeiten.

  • Bernhard Eicher  

    «Eine lebendige Innenstadt ist ein zentrales Element eines gut entwickelten Berns. Hier zeichnen sich zwei Herausforderungen ab: Erstens der Konflikt zwischen Konsumenten/Partygängern und Ruhebedürftigen. Zweitens der Konflikt zwischen steigenden Mietpreisen und Ladenvielfalt. Wo gibt es die grössten Herausforderungen?» Das will Bernhard Eicher wissen.

  • Alec von Graffenried  

    Alec von Graffenried sieht «sicher kein Hochhaus» auf der Schütznmatte. Aber eher eine bauliche Nutzung und weniger ein Park, meint er. Es brauche eine neue Idee hinter der Schützenmatte.

  • Wyss  

    Wyss denkt an den Sommer zurück, an die Skateranlage. Sie spricht sich dafür aus, die Schützenmatte als Freiraum für die Jugendlichen zu nutzen.

  • Eicher  

    «Was wird aus der Schützenmatte?» fragt Bernhard Eicher

  • Alec von Graffenried  

    Wenn eine Mehrheit der Berner findet, dass die Burgergemeinde abgeschafft werden müsse, wird es so sein, sagt Alec von Graffenried. Sie müsse sich immer wieder den Rückhalt in der Bevölkerung sichern. Und das mache sie auch mit einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt Bern. Sicher könnte im Bereich des preisgünstigen Wohnens künftig auch das Gespräch mit der Burgergemeinde gesucht werden.

  • Ammann  

    «Wie gedenkt der/die zukünftige Stapi mit der Institution Burgergemeinde und ihrer Macht umzugehen?», will Ammann wissen.

  • Neues Thema  

    Der letzte Schwerpunkt ist die Stadtentwicklung. Namentlich das STEK, das Stadtentwicklungskonzept. Die Fragen stellen Christa Ammann, Stadträtin Alternative Linke Bern und Bernhard Eicher, Fraktionspräsident der FDP im Stadtrat.

  • Wyss  

    In der letzten Zeit laufe die Zusammenarbeit zwischen Reitschule und Polizei immer besser. Es brauche alle dazu, solche schwierigen Situationen zu meistern. Es bringe nichts immer wieder Öl ins Feuer zu werfen, Erich Hess, antwortet Ursula Wyss.

  • Hess  

    Dann macht Hess ein Beispiel: «Angenommen, Ihr Kind wird vor der Reithalle brutal zusammengeschlagen: Wie würden Sie darauf reagieren und welche Erwartungen hätten Sie an die Politik generell?»

  • Alec von Graffenried  

    Das wolle sicher niemand, sagt Alec von Graffenried. Das müsse künftig unbedingt verhindert werden, sicher. Aber das habe letztlich wenig mit der Reithalle selber zu tun. Sondern der Kriminalität in der Stadt.

  • Hess  

    Erich Hess hat das Wort. Er spricht die Ausschreitungen im letzten Jahr an: Bei der Reithalle seien viele Polizisten bei der Verrichtung ihrer Arbeit teils schwer verletzt worden. Was die Stapi-Kandidaten unternehmen wollen, damit sich sowas nicht mehr wiederholt, will der SVP Nationalrat wissen.

  • Neues Thema  

    Nun ist der Block Sicherheit an der Reihe. Hier ist die Reitschule das grosse Thema. Die Fragen stellen Seraina Patzen, Stadträtin JA!, Mitglied Kommission Soziales, Bildung und Erich Hess, SVP Nationalrat und Stadtrat.

  • Wyss  

    Sie höre da auf die Vertreter des jeweiligen Quartiers. In dem Fall die Leiste der Altstadt. Und die seien alle dagegen, so Wyss.

  • Erb  

    Nun will Christoph Erb von Ursula Wyss wissen, ob sie die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten in der unteren Altstadt befürworte?

  • Alec von Graffenried  

    Auch von Graffenried findet die Zustände katastrophal. Das müsse sich ändern, sagt er. Wie, sagt er nicht.

  • Adrian Iten  

    Nun kommt wieder Adrian Iten an die Reihe, Am Vorbild der Stadt Zug, wo alles sehr schnell bewilligt werde, will Iten wissen, was die Kandidierenden gegen den Verwaltungs- und Bewilligungsstau der Stadt Bern tun wollen. In Bern, wo es schon eine halbe Ewigkeit dauere bis nur ein Laubenschild bewilligt sei.

  • von Graffenried  

    Attraktiv an Bern sei, dass man eben gerade den Verkehr aus den Quartieren habe entfernen können. Deshalb müsse das auch weiterhin ein Ziel sein. Die Lösung laut von Graffenried: Wie im Zentrum Köniz eine 30er Zone. So stelle er sich die Hauptachse in Bern auch vor.

  • Christoph Erb  

    Die nächste Frage betrifft den Verkehr. «Das Basisstrassennetz ist wichtig, um den Verkehr und öffentlichen Verkehr möglichst gut abzuwickeln. Im Stadtentwicklungskonzept will der Gemeinderat den motorisierten individual Verkehr stark reduzieren. Alec von Graffenried: Wie realistisch ist das? »

  • Ursula Wyss  

    Sie wolle sich diesem Thema gerne annehmen. Es brauche einfach eine Zusammenarbeit zwischen den Betreibern, der Stadt und den Carfahrern. Dass nur die Stadt die nötigen 6 Millionen Franken aufbringen müsse, das werde schwierig durchzubringen, meint Wyss. Aber es müsse sich ändern, das sei klar.

  • Christoph Erb  

    Christoph Erb richtet seine erste Frage an Ursula Wyss. Was solle die Stadt Bern tun, um die Situation am Car-Terminal Neufeld zu verbessern.

  • von Graffenried  

    Sicher wollten alle eine lebendige Stadt, meint von Graffenried. Auch ein lebendiges Nachtleben.

  • Iten  

    Adrian Iten will es gleich wissen. Und zwar anders als die Politiker, mit einer kurzen Frage. Ob die beiden Kandidierenden denn auch daran zweifeln würden, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Stadt Bern eine lebendige Stadt möchte?

  • Neues Thema  

    Nun kommt der Block zum Thema Wirtschaftspolitik. Die Fragen stellen Christoph Erb, seit 24 Jahren Direktor der Berner KMU und ehemaliger FDP-Grossrat und Adrian Iten, innovativer und erfolgreicher Berner Gastronom, der sich als einer der wenigen Wirte regelmässig in die gesellschaftliche oder politische Diskussion einklinkt. Präsident der Bar- und Clubkommission (Buck). Iten kämpft seit jeher für eine lebendige Stadt.

  • Ursula Wyss  

    Eine wichtige Frage, meint Ursula Wyss. Sie bejaht, dass Ersatzfinanzierungen durchaus nötig sein werden. Bern sei eine soziale Stadt. Deshalb seien künftige Diskussionen mit dem Kanton wichtig, um gemeinsame Lösungen zu finden.

  • Tschanz  

    Nun will Tschanz wissen, in welche Bereichen die Stadt Bern mit einer Ersatzfinanzierung einspringen müsste, angesichts des im November 2013 vom Grossen Rat beschlossenen Leistungsabbaus von rund einer halben Milliarde.

  • Ursula Wyss  

    Ursula Wyss meint, dass es noch ganz andere Hürden gebe, was Fusionen betrifft, als nur die Steuern. So weit wolle sie noch nicht hinausblicken.

  • Alec von Graffenried  

    Alec von Graffenried sagt, dass die Stadt Bern finanziell mit den Nachbargermeinden durchaus auf Augenhöhe sei. Eine Angleichung der Steuerfüsse sei daher möglich. Von Graffeneried spricht da etwa die Gemeinde Köniz an, die die Steuern kürzlich erhöhen musste,

  • Peter Ammann  

    Gleich beiden Kandidierenden stellt Ammann die Frage, da beide mittelfristigen Fusionen mit Nachbargemeinden offen gegenüber stünden, die Stadt Bern nicht auch beim Steuerfuss einlenken müsse?

  • Alec von Graffenried  

    Von Graffenried nimmt auch Stellung. Er spricht davon, dass vor allem neue Schule gebaut werden müssten. Ansonsten müsse man bestehende Infrastruktur ausbauen.

  • Ursula Wyss  

    Genau deshalb solle man heute nicht über Steuersenkungen reden, meint Ursula Wyss. Vor allem weil es gerade aus ökologischer Sicht wichtig sei, in der Stadt und nicht auf dem Land zu wachsen, meint Ursula Wyss.

  • Regula Tschanz  

    Regula Tschanz richtet ihre Frage an Ursula Wyss. «Wie wollen Sie das im Stadtentwicklungskonzept (Stek) vorgesehene Bevölkerungswachstum finanzieren? Wie ein Unternehmen muss ja auch die Stadt Bern massive Vorinvestitionen in Infrastruktur leisten zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Sanierungsstau.»

  • von Graffenried  

    Alec von Graffenried sagt, dass es immer mehr Spielräume gebe in der Stadt Bern, was die Finanzen angehe. Es sei nicht mehr so prekär, wie noch in den 1990er Jahren. Deshalb sei eine Steuersenkung ab nächstem Jahr wohl möglich.

  • Wyss  

    Ursula Wyss sagt, sie sei der Motion eigentlich gefolgt. Mit Hinblick auf die hohen künftigen Ausgaben, wolle sie aber kein JoJo-Effekt riskieren.

  • Peter Ammann  

    Peter Ammann will von beiden Kandidaten wissen, ob sie die parlamentarische Forderung nach einer moderaten Steuersenkung unterstützten.

  • 19:10  

    Nun zu den geladenen Vertretern aus Gewerbe, Politik und weiteren Gebieten. Der heutige Abend ist in vier Blöcke aufgeteilt. Die Überthemen sind Finanzen, Wirtschaftspolitik, Sicherheit mit Schwerpunkt Reitschule und Stadtentwicklung.

    Zum Thema Finanzen stellen GLP-Stadtrat Peter Ammann und GB Stadträtin Regula Tschanz ihre Fragen.

  • 19:07  

    Er habe seine Gspändli gefunden, meint von Graffenried.

  • Alec von Graffenried  

    Mit wem er, Alec von Graffenried, denn an seinem neuen, eventuell nur temporären Arbeitsort im Erlacherhof derzeit seinen Pausenkaffee trinke?

  • Genug  

    Sie habe eigentlich gerne Wahlkämpfe, aber nun sei dann langsam genug, meint Wyss.

  • Ursula Wyss  

    Zuerst wendet er sich an Ursula Wyss.Der reguläre Wahlkampf sei ja schon ein ziemlicher Krampf, und jetzt noch diese zweite Runde - das fühle sich ja an, wie wenn man am Ziel des Grand-Prix von Bern
    statt einer Banane die Order kriegt, nun auch noch den Altstadt-GP zu laufen: Zwar kürzer, aber mit höherer Pace. Haben Sie nicht langsam Seitenstechen, Ursula Wyss?

  • 19:05  

    Auch Moderator Adrian Zurbriggen begrüsst die zahlreichen Gäste
    Adrian Zurbriggen richtet erste Fragen an die beiden Stapi-Kandidierenden: nach ihren Befindlichkeiten.

  • Das Stapi-Podium beginnt.  

    Peter Jost, Chefredaktor dieser Zeitung, begrüsst die zahlreichen Gäste. Im Progr ist kaum ein Platz mehr frei.

  • Beginn um 19 Uhr.  

    In zehn Tagen fällen die Bernerinnen und Berner die Entscheidung. Wird die Sozialdemokratin Ursula Wyss die erste Berner Stadtpräsidentin? Oder sichert sich der Grüne Alec von Graffenried den prestigeträchtigen Job im Erlacherhof?

    Doch zuvor müssen sich die beiden Kandidierenden im heutigen BZ-Podium den Fragen von geladenen Vertretern aus Gewerbe, Politik und anderen Interessenverbänden stellen. Die Diskussion beginnt um 19 Uhr.

  • 18:45  

    Nach und nach treffen die Gäste ein. Kaum ein Platz ist eine Viertelstunde vor Beginn nicht besetzt.

  • Rückblick  

    Am 15. Januar werden die Stadtberner Stimmberechtigten in einer Stichwahl die Nachfolge von Alexander Tschäppät (SP) regeln. Mit 64 Jahren verabschiedet sich der landesweit bekannte «Tschäppu» aus der Stadtpolitik. Dass ihn seine Parteikollegin Wyss beerben möchte, ist seit Jahren bekannt.

  • Klare Favoritin  

    Als klare Favoritin stieg sie Ende November in den ersten Wahlgang - das Ergebnis dürfte sie eher ernüchtert haben: Sie blieb 1500 Stimmen hinter dem Grünen Alec von Graffenried zurück. Wyss brauchte zwei Tage Bedenkzeit, um sich aufzurappeln und ihre Kandidatur für die Stichwahl zu bekräftigen.

  • Offener Ausgang  

    Der Bernburger von Graffenried gehörte wie Wyss früher dem Nationalrat an. Er punktete im ersten Wahlgang in allen politischen Lagern, also auch bei Mitte-Wählern und Bürgerlichen. Allerdings betrug die Differenz zwischen beiden Kandidierenden nur drei Prozent. Der Ausgang der Stichwahl ist demnach offen.

  • Flauer Wahlkampf  

    Der Wahlkampf verlief bislang ziemlich flau. Das liegt auch daran, dass es inhaltlich zwischen den Kandierenden keine grossen Differenzen gibt - und dass sowieso zum Vornherein feststeht, welches Lager die Wahl gewinnt: das regierende Rot-Grün-Mitte-Bündnis, das vier von fünf Sitzen in der neuen Stadtregierung innehat.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

(Erstellt: 05.01.2017, 18:55 Uhr)

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