Schmerzhafte Hauptprobe
Von Stephan Dietrich. Aktualisiert am 26.01.2012
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Die Ausgangslage könnte besser sein. Als Nils Lauper für die X-Games eingeladen wurde, zierte er die Spitze des AFP-Rankings, in dem die weltbesten Freeski-Fahrer geführt werden. Zu den Topfavoriten gehört der Meiringer in der Halfpipe in Aspen, Colorado, allerdings nicht. Im Ranking ist er etwas zurückgefallen, und am vergangenen Wochenende stürzte der 29-Jährige in einem Wettkampf in Killington und zog sich an der linken Körperseite schmerzhafte Prellungen zu.
Die Vorfreude auf das Ereignis lässt sich Lauper darob nicht nehmen. «Die X-Games sind das Grösste, was man in unserer Sportart erleben kann», sagt Lauper. Für das Spektakel ist auch er bereit, einiges auf sich zu nehmen. Freeski ist ob des tragischen Todes von Sarah Burke (siehe Text oben) unrühmlich in die Schlagzeilen geraten. Nils Lauper glaubt aber nicht, dass die Gefahr unkalkulierbar ist. «So etwas kann in jeder Sportart passieren. Es war ein tragischer Unfall.»
Weiche Landung
Bis ein Kunststück sitzt, sind unzählige Trainingssprünge nötig – verbunden mit Stürzen. Gemäss Lauper haben sich die Trainingsbedingungen jedoch stark verbessert. Zuerst werde auf dem Trampolin geübt, und in den Trainingspipes stünden grosse Luftkissen – sogenannte Airbags. «Die Landung in den Trainings ist also meistens weich.»
Freeski wird in nächster Zeit an Popularität gewinnen. In Sotschi werden erstmals Olympische Wettkämpfe ausgetragen. Mit der Hoffnung auf Medaillen erhöhen zahlreiche Skiartisten ihr Trainingspensum. Auch Nils Lauper will dem Olympiaabenteuer alles unterordnen. «Sotschi ist ein grosses Ziel», sagt er. Leben kann er vom Sport derzeit noch nicht, «jeweils im Sommer arbeite ich als Zimmermann».
Begonnen hat die Karriere Laupers bereits früh. In Meiringen aufgewachsen, verbrachte er zahlreiche Stunden im lokalen Skigebiet. «Auch ohne Wettkämpfe wollte ich schon damals immer am höchsten und weitesten über die Schanzen springen.» In der Zwischenzeit geht es nebst Höhe auch um Rotationen, Salti und andere Kunststücke. Laupers Spezialität ist der «Screaming Semen 720».
Lüdi, Gasser und Aubry
Auch ohne Favoritenposition wird Nils Lauper mit Sprüngen von bis zu 14 Metern ab Boden der Halfpipe hoch hinaus fliegen. «Ich hoffe, dass ich beschwerdefrei antreten kann. Dann kann ich den Wettkampf geniessen und schauen, was drinliegt.»
Aus Berner Sicht reist Sanna Lüdi mit den grössten Ambitionen nach Aspen. Die in Leimiswil aufgewachsene ehemalige Alpinfahrerin hat die letzten beiden Skicross-Weltcuprennen für sich entschieden und gehört zu den Siegesanwärterinnen.
Berner Siege gab es an den X-Games in den Jahren 2003 und 2004 durch den Thuner Snowboarder Ueli Kestenholz. Tanja Frieden, Boardercross-Olympiasiegerin 2006, steht mit einem zweiten Platz als Bestresultat zu Buche. An den X-Games stehen diese Woche mit Emilie Aubry (Ipsach/Boardercross) und Patrick Gasser (Frutigen/Skicross) weitere Berner am Start. Philipp Gasser (Frutigen/Skicross) ist erster Ersatzfahrer und hofft auf die Absage eines Konkurrenten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.01.2012, 08:37 Uhr
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