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Janka und die grossen drei

Von Eva Breitenstein. Aktualisiert am 13.03.2010

18 Jahre nach Paul Accola hat mit Riesenslalom-Olympiasieger Carlo Janka wieder ein Schweizer Skifahrer den Gesamtweltcup gewonnen.

Bild: Grafik: BZ

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Carlo Janka fährt ins Ziel, und niemand schaut hin. In den Sekundenbruchteilen, in denen seine Ski die Ziellinie überqueren, gilt der Blick nur dem kleinen Zeitbalken auf der Grossleinwand. Grün oder weiss? Gesamtweltcup-Sieg oder erneutes Warten? Der Balken wird grün. Und Janka mit einem Schlag in den Kreis der ganz grossen Skifahrer katapultiert. Nun gibt es Statistiken, die seinen Erfolg würdigen. Zum Beispiel ist er nach Peter Lüscher (1979), Pirmin Zurbriggen (1984, 1987, 1988, 1990) und Paul Accola (1992) erst der vierte Schweizer, der die grosse Kristallkugel gewinnt.

Die grösste Einordnung aber nimmt der Bündner selbst vor. Indem er einen – nach Janka-Massstäben – grossen Gefühlsausbruch hat. Er ballt die Fäuste, schaut in den Himmel und lässt sich in den Schnee fallen. «Es fiel mir ein Stein vom Herzen», erzählt Janka eine Stunde später, bereits wieder völlig gefasst. «Das ganze Gerede um den Gesamtweltcup war schon sehr nervenaufreibend.» Nervenaufreibend? Ein Wort, das in Jankas Wortschatz eher überraschend auftaucht. Denn stärkere Nerven als jene des 23-Jährigen aus Obersaxen kann man sich nur schwer vorstellen. Zum dritten Mal innert 13 Monaten stand er in einem entscheidenden Rennen als Führender nach dem ersten Riesenslalom-Lauf alleine im Starthaus. Und wie an der WM und an Olympia brachte er den zweiten Run sicher durch, kontrolliert, aber als Schnellster. «Zehn Sekunden vor dem Start hörte ich vom Speaker, dass ich die Kugel bei einem Sieg holen würde», sagte Janka. «Etwas angespannt war ich schon, aber die Zuversicht war grösser.»

Janka schnappte Benjamin Raich («der Bessere hat gewonnen») noch einen Tag vor dem letzten Saisonrennen den sportlich bedeutendsten Titel im Skisport weg. Der Erfolg gestern war der sechste im Weltcup dieses Winters, der achte insgesamt. «Die grossen drei habe ich nun», sagte Janka, und meint Weltmeistertitel, Olympia- und Gesamtweltcup-Sieg. «Das beruhigt mich.»

Und nun, Carlo Janka? Was folgt auf die «grossen drei»? «Viel weiter nach oben gehts nicht mehr. Es macht extrem Spass, auf diesem Level zu fahren. Das muss ich jetzt halten.» Grössere Erfolge lassen sich nicht mehr einfahren. Aber viele mehr, sollte er gesund bleiben. Dann könnte er nicht nur die Anzahl seiner Siege, sondern auch die der verwendeten Superlative im Zusammenhang mit seiner Person erhöhen. Die Orientierung an Pirmin Zurbriggen scheint noch früh. Doch bei diesem Janka scheint alles möglich.

Albrecht als Vorfahrer

414 Tage nach dem schweren Unfall in Kitzbühel zog sich Daniel Albrecht in Garmisch erstmals wieder eine Startnummer über: die «V3» für den dritten Vorfahrer. «Alles wieder zu erleben, ist wie eine Therapie für mich», sagte Albrecht im Zielraum. Weil er in beiden Läufen ausschied, erübrigten sich alle Zeitvergleiche. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.03.2010, 09:50 Uhr

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