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«Ich bin ein seriöser Trainer»

Von Micha Jegge. Aktualisiert am 22.02.2012 3 Kommentare

Stefan Abplanalp spricht über die Hintergründe seiner Entmachtung und die Vorwürfe von Swiss-Ski. Unter Mauro Pini sei es nicht möglich, sich zu entfalten, sagt der Haslitaler.

Stefan Abplanalp führte die Speedfahrerinnen in die Weltspitze. Im Super-G war das Schweizer Team bis zu den Ausfällen von Dominique Gisin und Fabienne Suter die Nummer 1.

Stefan Abplanalp führte die Speedfahrerinnen in die Weltspitze. Im Super-G war das Schweizer Team bis zu den Ausfällen von Dominique Gisin und Fabienne Suter die Nummer 1.
Bild: Markus Grunder

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Wengers Replik

Swiss-Ski Direktor Andreas Wenger distanziert sich von der in diversen Medien festgehaltenen Aussage, der Verband unterstelle Stefan Abplanalp ein Alkoholproblem. «Ich habe nie etwas in dieser Hinsicht gesagt. Es liegt mir fern, Stefan einen Stein in den Weg zu legen»,
lässt der Berner auf Anfrage verlauten. Und ergänzt, im vorliegenden Fall hätten die betroffenen Schreiberlinge schlicht ihren Ermessensspielraum verlassen.mjs

Stichworte

Stefan Abplanalp, am Montag freigestellter Trainer der Schweizer Speedspezialistinnen, ist gestern Abend nach Hause zurückgekehrt. Die unerfreuliche Meldung war dem 38-jährigen Meiringer von Leistungssportchef Dierk Beisel in Bulgarien überbracht worden. Ungefähr zur gleichen Zeit traf am Swiss-Ski-Sitz in Muri Abplanalps Kündigung ein. Am Dienstagnachmittag, während seines Zwischenstopps in Wien, sprach der in Thun wohnhafte Partner von Snowboard-Olympiasiegerin Tanja Frieden am Telefon über...

...die Ursache des Konflikts zwischen ihm und Cheftrainer Mauro Pini: «Zwischen uns beiden hat es nie richtig funktioniert. Wenn es mir wohl gewesen wäre, hätte ich mich im letzten Frühling über das eingegangene Angebot (aus Österreich; die Red.) zwar gefreut, es aber sicher nicht ernsthaft geprüft. Als Gruppentrainer muss man sich entfalten können, unter Mauro war das jedoch nicht möglich. Er begreift nicht, dass sich nicht alle Trainer in eine Schablone pressen lassen.»

...die Gründe der Eskalation: «Mauro hat gewusst, dass sowohl die Trainerkollegen als auch die Athletinnen hinter mir stehen. Er wusste auch, dass ich nicht bereit war, die Zusammenarbeit mit ihm über diese Saison hinaus fortzusetzen und deshalb vor der Reise nach Sotschi meine Kündigung aufgesetzt hatte. Womöglich befürchtete er im Zusammenhang mit meiner Kündigung einen Aufstand der Fahrerinnen und bangte um seinen Job. (überlegt) Eigentlich ist es schon krass: Wir weilen in Sotschi; es ginge primär darum, im Hinblick auf die Olympischen Spiele emotional eine Beziehung zu dieser Strecke und zum Ort aufzubauen, aber bei uns stehen interne Probleme im Vordergrund.»

...Pini als Cheftrainer: «Mauro ist ein guter Trainer, aber ein bisschen mehr Sozialkompetenz würde ihm nicht schaden. Er hat auch in organisatorischer Hinsicht Defizite, und das auf dieser Ebene nötige Feingefühl geht ihm ebenfalls ab, wie sein Verhalten im Umgang mit Lara (Gut) zeigt. Im letzten Jahr löste er ein ganzes Slalomteam auf. Zugegeben, es handelt sich nicht um einfache Charaktere, aber es hätte auch andere Methoden als jene mit dem Rasenmäher gegeben. Ich möchte in diesem Zusammenhang betonen, dass ich Mauro nie als Konkurrenten betrachtet habe. Ich bin nicht zum Cheftrainer geboren worden, ich brauche den täglichen Kontakt mit den Athletinnen auf der Piste. Ich hatte nie Ambitionen, ihn aus dem Amt zu drängen.»

...den unverhältnismässigen Alkoholkonsum, der ihm seitens des Verbandes über die Medien unterstellt wird: «Das geht ganz klar zu weit. Wer liest, was Direktor Andreas Wenger über mich gesagt haben soll, denkt sofort an ein Alkoholproblem; indirekt wird mir ein Suchtverhalten unterstellt. Ich bin kein Heiliger, und fährt eine unserer Athletinnen aufs Podest, trinke ich auch mal zwei, drei Biere. Aber zwischen Trinken und Betrinken gibt es einen grossen Unterschied. Ich bin ein seriöser Trainer. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich mir gut überlegen, ob ich juristische Schritte einleiten will.»

...die «Party» in Sotschi mit den angeheiterten Serviceleuten: «Ich liess mir sagen, die Situation sei kurz vor Mitternacht eskaliert. Ich hatte mich ungefähr um 23.15 Uhr auf mein Zimmer zurückgezogen und via Skype mit meiner Freundin telefoniert. Am Tag danach wurde mir vorgeworfen, ich hätte als Führungsperson des Schweizer Teams einschreiten sollen. Das ist völlig absurd. Erstens war ich zur erwähnten Zeit nicht mehr vor Ort, zweitens handelt es sich bei den Serviceleuten um erwachsene Männer. Die Geschichte bot sich an, mich damit loszuwerden.»

...die Diskussion in der Öffentlichkeit: «Es ist unverständlich, dass es so weit kommen musste. Vor der Reise nach Sotschi war mir gesagt worden, dass wir alle Ruhe bewahren und die Saison vernünftig zu Ende führen sollten, was in meinem Sinn und vor allem das Beste für die Athletinnen gewesen wäre. Offensichtlich wurde danach hinter meinem Rücken gewirbelt, und die Leidtragenden sind die Athletinnen. Man kann ihnen doch nicht einfach mitten in der Saison den Trainer wegnehmen.»

...die Reaktion der Athletinnen: «Die leiden natürlich mit. Und ich leide mit ihnen – vor allem wenn ich an die bevorstehenden Rennen in Bansko denke. Dort werden ihnen gleich zwei Trainer fehlen. Mauro wird zwar dort sein, aber ich gehe davon aus, dass die meisten mehr oder weniger wortlos an ihm vorbeigehen werden. Ich hoffe, dass es ihnen trotzdem gelingt, ihre Leistung zu bringen.»

...seine Zukunft: «Es gibt ein paar Optionen, aber ich kann noch nicht verraten, in welche Richtungen es gehen könnte. Sicher ist, dass ich auch im kommenden Winter im Weltcup tätig sein werde.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.02.2012, 07:53 Uhr

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3 Kommentare

Oliver bärtschi

22.02.2012, 09:37 Uhr
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Ich kenne Stef und ich weiss auch aus persönlicher Erfahrung was es heisst sein Herz und nicht nur sein Können in eine Arbeit zu stecken. Es braucht Funktionäre, diese müssen aber auch Menschen mit grosser Sozialkompetenz akzeptieren damit diese sich entfalten können. Er wird eine neue Arbeit finden, hingegen ist es nicht leicht den langjährigen Aufbau eines Teams vergessen zu machen.
Oli Bärtschi
Antworten


stefan kammermann

22.02.2012, 12:47 Uhr
Melden 1 Empfehlung

ich wünse herr aplanalp alles gute für die zukunft ist bendenklich wenn man eine 8 jahre lange erfolgreiche trainer tätigkeit so enden sieht.ich finde es schade,dass persönliche intetessen über dem team stehen.an den reaktionen der athletinnen zeigt sich wo der hund begraben liegt!!!sicher nicht bei stefan!!! Antworten



Programm & Resultate

Keine Daten vorhanden
WM Vorrunde Grp. A
EndeKanada - Weissrussland5:1
EndeSlowakei - Frankreich5:4
EndeUSA - Schweiz5:2
WM Vorrunde Grp. B
EndeNorwegen - Dänemark6:2
EndeTschechien - Deutschland8:1
EndeSchweden - Lettland4:0
Stand: 15.05.2012 22:21
Scoreboard
Internazionali BNL d'Italia
EndePavlyuchenkova - Kvitova5:7 4:6
EndeMchale - Scharapowa5:7 5:7
EndeLisicki - Erakovic6:7 6:4 3:6
EndeV. Williams - Halep6:3 6:4
EndeBacsinszky - Errani0:6 0:3
EndeS. Williams - Voskoboeva6:2 6:3
Campionati Internazionali d'Italia
EndeFerrer - Verdasco6:3 7:6
EndeNalbandian - Murray1:6 6:4 5:7
Mehr...
Stand: 15.05.2012 23:42
Scoreboard
Keine Daten vorhanden
Pokal
Live Luzern - Basel1:1
Stand: 16.05.2012 21:56
Scoreboard
Keine Daten vorhanden
Internazionali BNL d'Italia
EndeRadwanska - Cetkovska4:6 6:4 1:6
EndeBenesova - Li1:6 5:7
EndeKing - Kerber3:6 2:6
EndeGarrigues - Wozniacki6:4 4:0
EndeStosur - Errani6:3 7:5
EndeS. Williams - Petrova4:6 6:2 6:3
EndeV. Williams - Makarova7:6 6:1
EndeIvanovic - Soler-espinosa6:2 6:1
Campionati Internazionali d'Italia
Mehr...
Stand: 16.05.2012 21:08
Scoreboard
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Keine Daten vorhanden
WM Viertelfinale
12:00Kanada - Slowakei
14:45Russland - Norwegen
17:30USA - Finnland
20:15Schweden - Tschechien
Stand: 22.06.2011 11:42
Scoreboard
Internazionali BNL d'Italia
11:00Goerges - Kerber
11:00Cirstea - Kvitova
13:45Stosur - V. Williams
14:15S. Williams - Garrigues
16:00Scheepers - Li
19:30Ivanovic - Scharapowa
Campionati Internazionali d'Italia
11:00Berdych - Almagro
12:00Djokovic - Monaco
Mehr...
Stand: 16.05.2012 21:08
Scoreboard
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