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Grugger bleibt in Lebensgefahr – «Prognosen sind nicht möglich»

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 21.01.2011

Der auf der Streif schwer gestürzte Österreicher Hans Grugger schwebt zwar nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Doch die Ärzte in Innsbruck können keine Entwarnung geben.

1/14 Die beiden Neurochirurgen Dr. Alexandra Kofler und Professor Alois Obwegeser informieren über den Gesundheitszustand des schwer verunfallten Hans Grugger.

   

«Die akute Lebensgefahr ist momentan gebannt», sagte die behandelnde Ärztin Alexandra Kofler. Das treffe aber nicht auf die mittelfristige Lebensgefahr zu, fügte die Neurochirurgin bei. Grugger müsse noch mindestens mehrere Tage im Tiefschlaf bleiben.

Der schwer verunfallte Hans Grugger hat nach der Notoperation am Donnerstag eine ruhige Nacht verbracht. Seine Freundin Ingrid Rumpfhuber wachte auf der neurochirurgischen Abteilung von Innsbruck an seinem Bett. Der Österreicher Grugger, der auf der Streif in der berüchtigten Mausefalle seinen Flug nicht mehr kontrollieren konnte und mit dem Kopf auf die pickelharte Piste aufschlug, wurde am Donnerstag während Stunden notoperiert. Er hatte sich ein Schädel-Hirntrauma und Verletzungen am Brustkorb zugezogen.

Im selben Spital lag vor zwei Jahren auch der Schweizer Daniel Albrecht, der mit denselben Verletzungen während drei Wochen im Koma lag. Albrecht, der zurzeit auf dem Weg zurück in den Weltcup-Zirkus ist, zeigt sich tief betroffen. «Ich bete für Hansi, damit es ihm schon bald wieder so gut geht wie mir heute», sagte Albrecht dem «Blick». Auch der Schweizer war vor zwei Jahren wie Grugger am Donnerstag damals im Training mit der Nummer 5 ins Rennen gestartet.

Grugger liegt im künstlichen Tiefschlaf

Der Medienwirbel der Innsbrucker Klinik war riesig. Der Saal überfüllt. Die Journalisten wollten wissen, wie es dem schwer gestürzten Salzburger geht. Die beiden Neurochirurgen Dr. Alexandra Kofler, Ärztliche Direktorin Landeskrankenhaus Innsbruck, und Professor Dr. Alois Obwegeser, stv. Ärztlicher Direktor Landeskrankenhaus Innsbruck, haben detaillierte medizinische Informationen gegeben. «Derzeit können wir keine Prognose abgeben», sagte Dr. Alexandra Kofler. Prognosen über den weiteren Heilungsverlauf seien nicht möglich.

Die Ärzte hielten sich ziemlich bedeckt. Es sei zu früh, um abzuschätzen, wie die Heilungschancen stünden. «Es ging bei der OP ums Überleben», fuhr Kofler fort. Die akute Lebensgefahr sei gebannt. Der Gesamtschaden sei allerdings nicht absehbar. Die lange Operation sei für die Neurochirurgen ein schwieriger Eingriff gewesen. Mit dem Resultat müsse man zufrieden sein. Grugger befinde sich weiterhin in einem künstlichen Tiefschlaf. Eine komplette Entwarnung gebe es noch nicht. «Es könnte eine ganze Menge an Komplikationen auftreten, unter anderem Blutungen», sagte Kofler. In den nächsten Tagen werden zahlreiche Untersuchungen folgen.

Eine Blutung unter dem Schädel wurde ausgespült

Es sei derzeit schwer zu sagen, wie der weitere Verlauf sein wird. Der Eingriff, eine Not-OP, habe fünfeinhalb Stunden gedauert. «Sie verlief ohne Komplikationen ab», so Kofler. Bei der Operation sei eine Blutung unter dem Schädeldach ausgespült worden. Grugger hat auch Serienrippenbrüche und eine Lungenverletzung erlitten. Das Hauptproblem seien aber die schweren Kopfverletzungen. Die Schwellungen des Gehirns seien zurückgegangen, wie eine Computertomographie ergeben habe, erklärten die behandelnden Ärzte.

«Laut CT-Untersuchungen von heute kann man sagen, dass sein Zustand besser ist als gestern», erklärte Kofler. Man kenne aber noch nicht das gesamte Ausmass der Verletzungen im Bereich des zentralen Nervensystems, Gravierendes sehe sie derzeit nicht. Zwar sei die akute Lebensgefahr gebannt, wie die Ärztin weiter ausführte. Doch das treffe nicht auf die mittelfristige Lebensgefahr zu. «Prognosen über den weiteren Verlauf sind nicht möglich», sagt Kofler. Sie hoffe, dass Gruggers Zustand stabil bleibe.

Die Innsbrucker Ärzte setzen klare Prioritäten. Am wichtigsten sei derzeit, wie es dem Zentralnervensystem gehe. Die anderen Verletzungen, die sich Grugger zugezogen hatte, wie Serienrippenbrüche oder Lungenkontusion, seien nebensächlich. Der im künstlichen Tiefschlaf liegende Patient wird künstlich beatmet und laufend untersucht (neurologische Tests, Atmung, Blutwerte etc.). Laut den behandelnden Ärzte würde Grugger aber auch Ruhepausen benötigen.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.01.2011, 10:20 Uhr

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