Blut-Experten entlasten Eisschnelllauf-Star

Aktualisiert am 11.03.2010

Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein kämpft gegen den Vorwurf des Dopings. Der Kampf scheint ihr Recht zu geben.

In Vancouver nicht dabei: Claudia Pechstein.

In Vancouver nicht dabei: Claudia Pechstein.
Bild: Keystone

Die deutsche Eisschnellläuferin Claudia Pechstein erhält im Kampf gegen ihre zweijährige Dopingsperre Unterstützung aus der Wissenschaft. «Bei Frau Pechstein wurden Veränderungen des roten Blutbildes gefunden, die nicht zu Doping passen und mit grosser Wahrscheinlichkeit für eine angeborene Störung im Aufbau der roten Blutzellen sprechen», wird Gerhard Ehninger, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, in der «Süddeutschen Zeitung» (Freitagausgabe) zitiert.

Der Direktor des Instituts für Physiologie der Universität Lübeck, Wolfgang Jelkmann, sagte dem Bericht zufolge, Pechstein hätte freigesprochen werden müssen. «Aus ihren Messwerten der vergangenen zehn Jahre lässt sich Doping mit Epo oder analog wirkenden Substanzen nicht belegen. Im Gegenteil, viele Messwerte widersprechen eindeutig einem Blutdoping.»

Mit fünf Olympiasiegen in den Jahren 1994, 1998, 2002 und 2006 sowie vier weiteren olympischen Medaillen ist Claudia Pechstein die bisher erfolgreichste deutsche Winterolympionikin. Bei den letzten Spielen in Vancouver, die vor einem Monat stattfanden, war sie nicht dabei.

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Auf einer Pressekonferenz am Montag in Berlin wollen sich Ehninger, Jelkmann sowie der Hämatologe Winfried Gassmann zu dem Fall äussern. Pechstein werde ebenfalls anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen, hiess es.

Bei Blutproben während der Mehrkampf-Weltmeisterschaft im Februar vergangenen Jahres in Norwegen wurden bei Pechstein zwar keine verbotenen Doping-Substanzen, aber ungewöhnliche Retikulozyt-Werte festgestellt - das sind junge rote Blutkörperchen aus dem Knochenmark. Die Internationale Eislaufunion (ISU) verhängte daraufhin eine zweijährige Sperre gegen Pechstein. In dem Beschluss zur Beschwerde Pechsteins erklärte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) Mitte Februar, als Ursache für die Retikulozyt-Befunde der Athletin komme nur die «illegale Manipulation ihres eigenen Blutes» in Betracht. Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver durfte Pechstein nicht starten. (vin/ddp)

Erstellt: 11.03.2010, 22:12 Uhr

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