Banges Warten auf die Diagnose von Tanja Frieden
Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 22.01.2010
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Tanja Frieden richtete ihr Leben schon vor Monaten konsequent auf ihr grosses Ziel, die Olympischen Spiele in Vancouver, aus. Die Thunerin, welche vor vier Jahren in Bardonecchia Gold gewonnen hatte, strebte erneut nach Edelmetall. Mit Platz 5 im Weltcup-Rennen von Veysonnaz – es war bereits die dritte Top-10-Klassierung in dieser Saison –stellte sie letzte Woche die Selektion sicher. Doch nun ist der grosse Traum womöglich bereits geplatzt. Frieden verkantete am Mittwoch in Stoneham im ersten Qualifikationslauf, stürzte schwer und verletzte sich erheblich. Einerseits zog sie sich eine Luxation der linken Schulter zu, anderseits wurden beide Achillessehnen in Mitleidenschaft gezogen.
Mit der Ambulanz
Die Schulter wurde wieder eingerenkt; ob die Achillessehnen gerissen sind, steht erst nach einer genauen Untersuchung in der Schweiz fest. Tanja Frieden verbrachte die Nacht auf Mittwoch im lokalen Spital, wurde gestern Nachmittag mit der Ambulanz nach Montreal transportiert und flog um 19 Uhr Ortszeit Richtung Kloten ab. Heute wird sie in der Zürcher Hirslanden-Klinik vom Schweizer Olympiaarzt Walter Frey untersucht.
Stefan Abplanalp, der mit seiner Partnerin telefonisch Kontakt gehabt hatte, sagte: «Es geht Tanja nicht gut. Ihre Enttäuschung ist verständlicherweise riesig, hatte sie doch lange und ausgesprochen hart auf ihr Ziel hingearbeitet.» Abplanalp, Trainer der helvetischen Ski-Speed-Gruppe, wusste allerdings selber nicht, wie gravierend die Verletzungen und mit welchen Konsequenzen sie verbunden sind. «Wir müssen die Diagnose von Walter Frey abwarten», meinte der Haslitaler.
Karriere in Gefahr
Weil die Thunerin nicht in Kanada behandelt wird, ist allerdings anzunehmen, dass die Verletzungen an den Achillessehnen gravierender Natur sind und einen Start am olympischen Boardercross in Cypress Mountain verunmöglichen werden. Tanja Frieden ist 33-jährig und ist in den letzten Jahren verschiedentlich durch Verletzungen zurückgeworfen worden. Daher ist sogar denkbar, dass der Sturz in Stoneham das Karrierenende bedeutet. Die norwegisch-schweizerische Doppelbürgerin begann ihre Laufbahn als Alpinfahrerin, später wechselte sie zum Boardercross. In dieser Disziplin hat sie im Weltcup bisher zehn Podestplätze herausgefahren; in der Saison 2006/2007 belegte sie im Boardercross-Weltcup den 2.Gesamtrang, 2008 fuhr die Olympiasiegerin an den prestigeträchtigen X-Games auf Rang 2. (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.01.2010, 07:41 Uhr
