Wie Bolts Bezwinger nach Luzern kam
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Die Meeting-Direktoren vieler renommierter Meetings werden heute Abend um kurz nach halb acht neidisch nach Luzern schielen. Mit der Verpflichtung des Jamaikaners Yohan Blake ist den Organisatoren von Spitzenleichtathletik Luzern ein absoluter Coup gelungen. Erstmals in diesem Jahr tritt der 22-Jährige, der an den nationalen Olympia-Ausscheidungen in Kingston Usain Bolt zweimal bezwungen hat, in Europa an. Es wird Blakes letzter Test über 100 Meter sein, bevor es in knapp drei Wochen im Olympiastadion in London zum Showdown zwischen ihm, seinem Trainingspartner Bolt, Asafa Powell, Tyson Gay und Justin Gatlin kommt.
Wie haben es die Organisatoren geschafft, den Jahresschnellsten über 100 und 200 Meter (9,75/19,80 Sekunden) in die Schweiz zu locken? «Konstanz, Vertrauen und Sympathie», nennt Meeting-Direktor Max Plüss als Gründe, warum immer wieder renommierte Athleten den Weg in die Innerschweiz finden. «Bei uns steht das Persönliche im Vordergrund.» Plüss und die rund 30 OK-Mitglieder sowie die knapp 300 Helfer arbeiten unentgeltlich für das Meeting, das seit 1987 jährlich stattfindet. Gute Kontakte von Athleten-Verpflichter Terry McHugh sowie die schöne Region sind weitere Trümpfe, um die monetären Nachteile zu kompensieren. Blakes Marktwert liegt bei rund 150'000 Dollar, ein Betrag, den sich McHugh nicht leisten kann, stehen ihm doch für die rund 250 Athleten nur knapp 300'000 Franken zur Verfügung. Das Budget für die gesamte Veranstaltung, die seit vier Jahren von Eurosport live übertragen wird, beträgt 750'000 Franken.
Ein spezifischer Vorteil für das Luzerner Meeting ergibt sich in diesem Jahr aus der Kalenderplanung. Die Athleten aus Übersee befinden sich auf dem Weg an die Olympischen Spiele und können in Luzern abseits der grossen Bühnen und ohne gegen ihre stärksten Konkurrenten antreten zu müssen ihre Form unter Wettkampfbedingungen testen. Mit 100-Meter-Läufer Michael Frater, der 200-Meter-Sprinterin Veronica Campbell-Brown , Weitspringerin Brittney Reese und Kugelstösserin Valerie Adams, die ihre Trainingsbasis in Magglingen hat, sind vier weitere Weltmeister von Daegu 2011 in Luzern am Start. «Bis jetzt habe ich mein Kommen nicht bereut. Die Stadt und die Umgebung gefallen mir sehr gut», sagte Campbell-Brown. Die Olympiasiegerin von Peking und WM-Zweite von 2007 und 2009 hofft, auf der Allmend Schwung für Olympia zu holen.
Über 100 m der Männer treten neben Blake und Frater fünf weitere Läufer an, die eine persönliche Bestzeit von unter zehn Sekunden aufweisen. Starke Teilnehmerfelder präsentieren sich auch in den beiden Hürdensprints. David Oliver, 2011 der Jahresschnellste und Gewinner von WM-Bronze, will Revanche nehmen für die an den US-Trials verpasste Olympia-Qualifikation. Bei den Frauen trifft Kellie Wells, die Nummer 3 der Jahresweltbestenliste, auf ihre US-Landsfrauen Kristi Castlin und Ginni Crawford. Mit Ryan Braithwaite (110 m Hürden), Jaroslaw Rybakow (Hochsprung), Debbie Ferguson-McKenzie (200 m), Priscilla Lopes-Schliep (100 m Hürden), Anna Rogowska (Stabhochsprung) und Christina Obergföll (Speerwurf) sind weitere ehemalige WM- und Olympiamedaillengewinner am Start. (si)
Erstellt: 17.07.2012, 15:04 Uhr




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