Weiterklettern bis nach Tokio

Elia Schmid hat beim Ranglistenturnier in Mürren alle Spiele gewonnen. Der Meiringer hofft, in der Finalrunde zu triumphieren, hat aber auch ganz andere Ziele. Er träumt von den Olympischen Spielen in Tokio 2020.

In der Höhe auf der Höhe: Elia Schmid blieb beim Ranglistenturnier in Mürren ungeschlagen.

In der Höhe auf der Höhe: Elia Schmid blieb beim Ranglistenturnier in Mürren ungeschlagen. Bild: Walter Dietrich

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Das Alpine Kur- und Sportzentrum Mürren ist ein beliebter Ort, um sich zu erholen und die Seele baumeln zu lassen. Normalerweise. Denn am vergangenen Wochenende wurde im auf 1650 Meter gelegenen Sportzentrum ein Tischtennis-Ranglistenturnier ausgetragen. Mit dabei war mit Elia Schmid auch der zurzeit beste Spieler des Landes.

Der Meiringer gewann jedes seiner sieben Spiele und schaffte souverän den Einzug ins Finalturnier, das am 21. Mai in Collombey-Muraz stattfinden wird. Er habe sich vorgenommen, jedes Spiel zu gewinnen, sagt Schmid. Da beim diesjährigen Ranglistenturnier weder chinesische noch sonstige ausländische Athleten antreten, hat er sich nun zum Ziel gesetzt, bei der vierten Finalteilnahme erstmals den Sieg zu holen.

Gute Erfahrung in Schweden

Doch eigentlich befindet sich der 19-Jährige momentan in der Zwischensaison. Die Turniere, auf die er in dieser Saison das Hauptaugenmerk gelegt hat, sind vorbei. Vor zehn Tagen kam der angehende Kaufmann von einem europäischen Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Rio zurück.

Im schwedischen Halmstad überstand er die erste Qualifikationsrunde, bezwang mit dem Litauer Tomas Mikutis einen besser klassierten Spieler und knöpfte den beiden Top-100-Spielern Adrian Crisan und Lubomir Jancarik je einen Satz ab. Er habe einfach mal drauflos gespielt, sagt Schmid, der erstmals an einem solchen Qualifikationsturnier teilnahm. Und obwohl er schliesslich im Viertelfinal ausschied, spricht Schmid von einer «guten Erfahrung» und ist zufrieden, wie das Turnier verlaufen ist.

Auch er weiss, dass es einer riesigen Überraschung gleichgekommen wäre, hätte sich ein Schweizer einen der 172 Startplätze in Rio gesichert. Zumal noch gar nie ein helvetischer Vertreter die Zelluloidkugel unter den fünf Ringen über die Tischplatte jagen konnte.

Vor zwei Jahren belegte Schmid in der Weltrangliste den 872. Rang, vor Jahresfrist war es der 357. Mittlerweile ist er auf Position 228 zu finden. «So kann es weitergehen», sagt Schmid. Seit seinem Wechsel zu Rio-Star Muttenz vor drei Jahren hat er sich stets weiterentwickelt und an der nationalen Spitze etabliert. Mit den Baselbietern strebt er den zwölften Meistertitel in Serie an, und falls die Muttenzer auch im Cup triumphieren sollten, würden sie zum siebten Mal in Folge das Double feiern.

Schmid ist sehr ehrgeizig, und diese Eigenschaft manifestiert sich auch, wenn das Thema Schweizer Meisterschaft zur Sprache kommt. In Tenero konnte sich der Oberländer vor gut einem Monat dreimal Edelmetall umhängen lassen: Gold im Mixed, Silber im Doppel und Silber im Einzel. Dass er dennoch sagt, er sei nicht zufrieden gewesen, hat vorab mit der Farbe der letztgenannten Medaille zutun. Der Sieger von 2014 wollte nach dem letztjährigen Ausscheiden im Halbfinal unbedingt wieder den Einzeltitel holen. Schmid unterlag aber seinem ehemaligen Teamkollegen Lionel Weber in fünf Sätzen. Weber spielt mittlerweile in Frankreich bei Saint Louis.

Als Profi ins Ausland

Auch Elia Schmid möchte nach Abschluss der KV-Ausbildung im Juli nächsten Jahres als Profi im Ausland spielen, um von besserer Infrastruktur profitieren zu können und sich weiter kontinuierlich zu verbessern. Schmid will auf der World Tour mit guten Resultaten fleissig Punkte sammeln, um in der Weltrangliste nach oben zu klettern. Als Nächstes Ende Mai in Zagreb. Im Herbst folgt dann der nächste Fixpunkt in der Planung, die Europameisterschaft in Budapest. Und längerfristig hat Schmid ein klares Ziel: Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Viel Zeit für Kur und die Seele baumeln lassen bleibt jedenfalls nicht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.04.2016, 09:27 Uhr

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