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Schwingerkönig Wenger: «Es hat alles zusammengepasst»

Von Florian A. Lehmann/si. Aktualisiert am 22.08.2010

Die Berner stellen zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder den Schwingerkönig. Kilian Wenger sicherte sich den Titel beim Eidgenössischen in magistraler Manier mit acht Siegen.

1/39 Der neue Schwingerkönig am Sonntagabend mit Muni Arnold.

   

Eidgenössisches Schwingfest

Frauenfeld. Schlussgang: Kilian Wenger (Horboden) gewinnt gegen Martin Grab (Rothenthurm) nach 12:56 Minuten mit Hüfter.

Schlussrangliste:
1. Kilian Wenger (Horboden) 79,00.
2. Jörg Abderhalden (Nesslau) 77,00.
3. Christian Stucki (Schnottwil) und Andi Imhof (Attinghausen) je 76,50.
4. Thomas Sempach (Heimenschwand) 76,25.
5. Martin Grab (Rothenthurm), Michael Bless (Gais) und Matthias Sempach (Alchenstorf) je 76,00.
6. Stefan Burkhalter (Homburg), Beat Clopath (Bonaduz), Christian Schuler (Rothenthurm), Christian Bürki (Eggiwil) und Reto Maurer (Oberwil i.S.) je 75,75.
7. Christoph Bieri (Untersiggenthal), Bruno Fäh (Benken), Willy Graber (Bolligen), Hans-Peter Pellet (Oberschrot), Benji von Ah (Giswil), Matthias Glarner (Meiringen), Edi Philipp (Untervaz), Arnold Forrer (Stein) und Matthias Siegenthaler (Fankhaus) je 75,50.
8. Benno Studer (Schüpfheim), Andy Büsser (Ottoberg), Bruno Gisler (Woflisberg), Martin Glaus (Schänis), Andreas Ulrich (Gersau) und Philipp Laimbacher (Seewen) je 75,25.
9. Ueli Banz (Hasle), Jakob Roth (Krummenau), Ruedi Stadelmann (Daiwil), Ivo Laimbacher (Brunnen), Jodok Huber (Bergdietikon), Simon Anderegg (Meiringen) und Thomas Zindel (Günsberg) je 75,00. 10. Mike Peng (Malix), Beat Wampfer (Oey), Thomas Zaugg (Eggiwil), Adi Laimbacher (Steinerberg), Benedikt Notz (Güttingen), Mario Thürig (Möriken), Martin Koch (Schlierbach) und Christian Studinger (Starrkirch) je 74,75, alle mit Kranz. 11. Ady Tschümperlin (Schwyz), Urban Götte (Stein), Bruno Müller (Unterägeri) und Niklaus Zenger (Habkern) je 74,50. 12. Hanspeter Luginbühl (Aeschiried), Thorsten Botschart (Rothenthurm), Markus Koller , Konrad Krummenacher (Hasle), Guido Gwerber (Muotathal), Edi Kündig (Ibach), Thomas Bisig (Einsiedeln), Michael Gschwind (Hofstetten), Pascal Gurtner (Schaffhausen), Thomas Arnold (Buttisholz) und Stefan Sempach (Alchenstorf) je 74,25. 13. Melk Britschgi (Stalden), Fabian Kindlimann (Wald), Hansruedi Lauper (Gasel), Werner Rhyner (Pfäffikon), Kurt Fankhauser (Eggiwil), Florian Gnägi (Studen), Marcel Mathis (Büren), Beat Salzmann , Damian Zurfluh (Känerkinden), Richard Imholz (Unterschächen), Frédéric Berset (Mur), Urs Abderhalden (Nesslau), Daniel Bohl (Stein) und Christian Dick (Koppigen) je 74,00. 14. Bruno Barmettler (Oberrickenbach), Pascal Nietlispach (Buonas), Adrian Schenkel (Kirchdorf), Guido Thürig (Zofingen), Ernst Bühler (Amriswil), Stefan Zbinden (Giffers), Daniel Bösch (Zuzwil), Stefan Gasser (Alpnach) und Bernhard Kämpf je 73,75.

1. Rang: Kilian Wenger 79,00. & Bruno Gisler 9,75. & Ivo Laimbacher 10,00. & Reto Nötzli 9,75. & Mario Thürig 9,75. & Jörg Abderhalden 9,75. & Benji von Ah 10,00. & Michael Bless 10,00. & Martin Grab 10,00.

2. Rang: Jörg Abderhalden 77,00. - Christian Stucki 8,75. & Martin Koch 10,00. & Christoph Bieri 10,00. & Thomas Zindel 9,75. 0 Kilian Wenger 8,75. & Matthias Sempach 10,00. & Thomas Sempach 10,00. & Hans-Peter Pellet 9,75.

3. Rang: Christian Stucki 76,50. - Jörg Abderhalden 8,75. & Ady Tschümperlin 9,75. & Fabian Kindlimann 9,75. & Urban Götte 10,00. & Andi Imhof 10,00. & Philipp Laimbacher 9,75. - Martin Grab 8,75. & Ueli Banz 9,75.

Andi Imhof 76,50. - Christian Studinger 8,75. & Samir Leuppi 10,00. & Roger Brügger 10,00. & Christian Gerber 10,00. 0 Christian Stucki 8,50. & Michael Gschwind 9,75. & Edi Philipp 9,75. & Willy Graber 9,75.

Der König im Porträt:
Kilian Wenger. - Wohnort: Horboden im Diemtigtal BE. - Geboren am 11. Mai 1990. - Beruf: Metzger/Zimmermann-Lehrling. - Grösse/ Gewicht: 190 cm/101 kg. - Palmarès: Sieger Eidg. Schwingfest 2010 in Frauenfeld, Sieger Eidg. Nachwuchsschwingertag 2006, 6 Kranzfestsiege (2010: Eidgenössisches, Walliser Kantonales in Charrat, Oberländisches in Brienz-Hofstetten, Oberaargauisches in Eriswil), 24 Kränze.

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Der erst 20-jährige Wenger stand zwar in Frauenfeld schon vor dem Schlussgang gegen den Innerschweizer Martin Grab als Festsieger fest, den Titel des Schwingerkönigs sicherte er sich aber erst durch den Sieg in der Endausmarchung. Bei einer Niederlage hätte das Kampfgericht den Entscheid fällen müssen, ob sich der junge Berner Oberländer Schwingerkönig oder lediglich «Erstgekrönter» hätte nennen dürfen.

Wenger war mit dem Vorsprung von 1,75 Punkten zum Schlussgang angetreten. Die uneinholbare Marge hatte sich nach dem siebenten Gang ergeben. Derweil Wenger mit einer weiteren blanken Zehn den überraschenden Appenzeller Michael Bless bodigte, trennten sich seine ersten Verfolger im Klassement, Martin Grab und Christian Stucki, mit einem Gestellten.

Wie einst Schläpfer

Jörg Abderhalden gewann seinen siebenten Kampf gegen Thomas Sempach ebenfalls mit der Maximalnote und stand vor seinem letzten Gang mit der gleichen Punktzahl wie Grab da. Weil der abgetretene König zu Beginn des zweiten Wettkampftages bereits gegen Wenger gekämpft (und verloren) hatte, wurde ihm Grab für den Schlussgang vorgezogen. Abderhalden sicherte sich mit einem Sieg gegen den zurücktretenden, 40-jährigen Hans-Peter Pellet Platz 2. Pellet beendet seine Karriere mit der Rekordzahl von 136 Kranzgewinnen.

Wengers Vorgänger als Schwingerkönig aus dem Berner Verband war Silvio Rüfenacht, der 1992 in Olten triumphiert hatte. Seither hatten sich ausschliesslich Athleten aus dem Nordostschweizer Verband den Titel gesichert, nämlich Thomas Sutter (1995), Jörg Abderhalden (1998, 2004, 2007) und Arnold Forrer (2001). Wenger hatte in dieser Saison schon das Walliser Kantonale, das Oberaargauische und das Oberländische Fest für sich entschieden.

Wie beeindruckend die Vorstellung des auch nervenstarken Wenger in Frauenfeld war, zeigt die Tatsache, dass der Diemtigtaler das Husarenstück von Ernst Schläpfer aus dem Jahre 1980 in St. Gallen wiederholte. Damals gewann der Schwingerkönig aus dem Appenzell und heutige Obmann des Verbandes ebenfalls alle acht Kämpfe – früher wie heute eine phänomenale Leistung.

Ein bescheidener Schwingerkönig

Dem neuen Schwingerkönig war die Tragweite seines Triumphes unmittelbar nach dem Schlussgang noch nicht richtig bewusst. «Ich werde das erst später realisieren. Aber König, das tönt gut. In diesen zwei Tagen hat alles zusammen gepasst.» Wenger vergass nicht, seinen Berner Teamkollegen für ihre Unterstützung zu danken. Er vergass aber auch nicht die Faktoren «Wettkampfglück, Einteilung, Wetter». Und zum hart umkämpften Schlussgang gegen Grab meinte der neue König bescheiden: «Ich wusste, dass Martin offensiv schwingen wird. Am Schluss hat der glücklichere Schwinger gewonnen.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.08.2010, 17:36 Uhr

Programm & Resultate

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Stand: 27.05.2012 17:24
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