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Schwinger-Knigge: Minis und High Heels sind tabu

Von Ida Sandl. Aktualisiert am 20.08.2010

Bernerzeitung.ch/Newsnet sagt Ihnen, was man am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest darf und was nicht – ein Ratgeber für das grosse Sägemehl-Happening in Frauenfeld.

Modische Verfehlung: Mit dem Motorrad darf man zum Eigenössischen Schwingfest, aber nicht in diesem Outfit.

Modische Verfehlung: Mit dem Motorrad darf man zum Eigenössischen Schwingfest, aber nicht in diesem Outfit.
Bild: Reuters

Schwingen ist mehr als ein Sport: Schwingen ist Heimat, Tradition, ein Stück Schweiz. In der Schwingerarena gelten ungeschriebene Gesetze, an die man sich besser halten sollte, wenn man als Neuling nicht gleich unangenehm auffallen will. Wir haben die wichtigsten Benimm-Regeln für Schwingfestbesucher zusammengestellt:

  • Auspfeifen: Geht überhaupt nicht. Wer einen Schwinger auspfeift, zeigt damit höchstens, dass er keinen Schimmer von diesem Sport hat. Aber pfeifen Sie ruhig und warten Sie ab, wie die Zuschauer um sie herum reagieren. Sie werden es ziemlich sicher kein zweites Mal tun.

  • High Heels und knapper Mini: Was in der Disco die Blicke anzieht, ist auf dem Schwingfest verpönt. Sie müssen ja nicht zwingend in der Tracht kommen. Schwinger-Fans kleiden sich gern sportlich und sind für jedes Wetter gerüstet.

  • Regenschirme: Werden Sie dieses Wochenende nicht brauchen. Für Regenschirme gilt aber das gleiche wie für hohe Absätze: Zu Hause lassen. Schirme versperren den Zuschauern hinter Ihnen die Sicht und sind deshalb ein Ärgernis. Die wahre Schwinger-Gemeinde trägt Regenpelerinen.

  • Rucksack mit Essen: In Schwinger-Kreisen gilt es als urchig, mit einem Sack voller Wein und Hobelfleisch auf der Tribüne zu erscheinen. Sollte jemand Sie zum Mitessen auffordern, dann greifen Sie ruhig zu. Es sind meistens keine schlechten Sachen, die da offeriert werden.

  • Durchhaltevermögen: Der Kampf – im Schwingen «Gang» genannt – kann gut und gerne zwei Stunden dauern. So lange sollten Sie auf Ihrem Platz bleiben. Was ihre Sitznachbarn nämlich gar nicht schätzen, ist Hin- und Hergerenne, während sich die Bösen im Sägmehl wälzen. Menschen mit schwacher Blase sollten sich entsprechend platzieren.

  • Du: Ein einig Volk von Brüdern, und auch Schwester, ist die Schwinger-Gemeinde. Wieso also Zeit mit Höflichkeitsfloskeln vergeuden? Beim Schwingfest sagt man sich «Du». Punkt.

  • Werbung: Ein heikles Kapitel, auch Schwinger müssen schliesslich von etwas leben. Trotzdem gibt es noch immer klare Regeln: In der Arena und auf der Wettkampf-Kleidung der Sportler ist nach wie vor jegliche Werbung strengstens
    tabu.

  • Nachname zuerst: Werden die Schwinger namentlich aufgerufen, wird zuerst der Nachname genannt, erst dann folgt der Vorname. Gäs-te und Besucher müssen sich darum nicht kümmern, die reden sich eh mit dem Vornamen an.
(ThurgauerZeitung)

Erstellt: 20.08.2010, 15:03 Uhr

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